Fußball: 3. Liga
Preußen beschließen Saison mit 2:2 in Großaspach

Großaspach - Mit einem 2:2 bei der SG Sonnenhof Großaspach hat sich Preußen Münster aus der Saison 2017/18 verabschiedet. Dabei hatten die Gastgeber ein Chancenplus in einem kurzweiligen Spiel. Anschließend lautete das Motto: noch weiter in den Süden.

Samstag, 12.05.2018, 15:20 Uhr aktualisiert: 15.05.2018, 15:19 Uhr
Fußball: 3. Liga : Preußen beschließen Saison mit 2:2 in Großaspach
Foto: Tobias Sellmaier

Der SC Preußen Münster beendet seine siebte Drittliga-Serie in der oberen Hälfte, aber nicht auf einem einstelligen Tabellenplatz - also an zehnter Stelle. Mit dem 2:2 (1:1) bei der SG Sonnenhof Großaspach gelang ein vernünftiger Ausklang, bei dem der Gast viele Chancen zuließ und selbst ziemlich kühl vor dem gegnerischen Kasten auftrat. Mit dem Abpfiff war Durchatmen angesagt. Fast die gesamte SCP-Mannschaft reist am Sonntagmorgen zur Abschlussfahrt nach Mallorca .

Die Preußen begannen mit einem Drittliga-Debütanten in ihren Reihen. A-Junior Julian Conze lief auf der linken Seite im 3-4-3 auf, da Jeron Al-Hazaimeh (krank) und Benjamin Schwarz (verletzt) im nur 15-köpfigen Kader fehlten. Außerdem ersetzte Nico Rinderknecht im Mittelfeld-Zentrum den gelbgesperrten Sandrino Braun. Für Martin Kobylanski (verletzt) fing an alter Wirkungsstätte Tobias Rühle an, der wie Michele Rizzi 2016 nach Münster wechselte. Cyrill Akono (krank) musste auch passen, Jannik Borgmann soll der U 23 beim Projekt Oberliga-Aufstieg helfen. Auf Tobias Warschewski und Lucas Cueto verzichtete Trainer Marco Antwerpen freiwillig. Mit beiden plant er nicht mehr, eventuell spielen sie am Sonntag in der Reserve gegen den SV Schermbeck.

Großaspach - Preußen Münster

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Im Duell 14. gegen Neunter mussten die Gäste fast als Favorit gelten. Denn sie kamen als Vierter der Rückrundentabelle (nur die Aufsteiger und Relegationsteilnehmer KSC sind besser), Sonnenhof hingegen war 17. dieser Wertung, knapp vor den drei Absteigern. Den gleichen Platz belegten sie im Heimranking.

Münster übernahm auch sofort das Kommando. Philipp Hoffmann setzte einen Warnschuss an (1.) und hätte dann die Führung besorgen müssen. Nach einem Traumpass von Rinderknecht lief er allein auf SGS-Keeper Maximilian Reule zu, umkurvte ihn und scheiterte dann vielleicht doch etwas zu lässig mit seinem Abschluss am langen Bein von Kai Gehring (5.). Auf der anderen Seite entwischte Joseph-Claude Gyau Fabian Menig, setzte den Ball aber freistehend knapp am langen Pfosten vorbei (10.). Er zwang Keeper Max Schulze Niehues mit einer Direktabnahme auch zur ersten Parade (14.). Den Schuss von Shqiprim Binakaj fälschte Conze zur Ecke ab (16.). Pascal Sohm besaß sogar zwei Chancen binnen einer Minute (24.). Das war ohne Zweifel ein munteres Auf und Ab in der Anfangsphase, in der der SCP mehr und mehr das Zepter abgab und Probleme mit dem extrem frühen Pressing der Hausherren hatte.

Daher war der Rückstand letztlich auch verdient. Özgür Özdemir stieg am höchsten nach der Ecke von Yannick Thermann und köpfte ein (26.). Sohm hätte sogar beinahe nachgelegt per Kopf (31.). Ebenso Sebastian Bösel, dessen Distanzschuss Schulze Niehues entschärfte (37.), während von Münster bis dato nach vorne gar nichts mehr kam. Umso überraschender der Ausgleich durch Rinderknecht. Rizzi spielte einen schönen Diagonalball auf Fabian Menig, dessen Pass in den Rücken der Abwehr die Ingolstädter Leihgabe in seinem letzten Preußen-Spiel cool durch Reules Beine in den Kasten schob (38.).

Aus der Pause kam Münster mit Stéphane Tritz, der ebenfalls zum Abschied noch mal für 45 Minuten ran durfte. Ole Kittner, zuletzt angeschlagen, blieb in der Kabine. Simon Scherder rückte ins Abwehrzentrum, Menig nach halblinks - und der Franzose übernahm die rechte Bahn.

Für Großaspach gab Dominik Pelivan den ersten Schuss ab (47.). Doch dann passierte auf der anderen Seite etwas, was genauso - fast genauso - in der fünften Minute der ersten Halbzeit auch schon geschehen war. Rinderknecht schickte Hoffmann perfekt, der Münsteraner ließ wieder Reule aussteigen, doch sich diesmal die Chance nicht nehmen und drückte den Ball zum 2:1 ins Netz (50.). Weiter ging es im Takt: Kurz darauf sah Münsters Deckung ganz alt aus, doch Schulze Niehues rettete einmal mehr, diesmal gegen Binakaj (57.). Lion Schweers verhinderte ebenfalls den Ausgleich, als er den Schuss von Makana Nsimba Baku von der Linie holte (63.). Machtlos war auch er aber kurz darauf, als Sohm die Vorarbeit von Sebastian Schiek sehenswert mit einem Hechtsprung verwandelte (66.) - 2:2. Fast wäre die SGS sogar wieder in Führung gegangen, doch Schulze Niehues und Scherder waren gegen Binakaj und Gehring zur Stelle (67.). Jetzt war der Sonnenhof wieder am Drücker. Auch Gyau versuchte sich noch mit einem Schlenzer (67.). Es blieb ein wildes Spiel, wie das oft so ist im Saisonfinale, wenn alles gelaufen ist. Einen Sieger fand die Begegnung aber nicht mehr. Mit dem Resultat konnten sich letztlich beide Seiten ganz gut anfreunden. Da störte auch die fehlenden Nachspielzeit nicht.

Trainer Antwerpen hatte demnach auch nicht mehr viel zu meckern. "Gefühlt hatte der Gegner ja 17 Großchancen, da waren schon massive defensive Lücken, wie sie in der ganzen Saison nicht vorgekommen sind. Aber wir haben uns ordentlich verabschiedet. Alle haben sich gequält, so richtig leicht ist das nicht zu bewerten. Die Jungs haben ihr Ziel, die 50 Punkte, geknackt. Wir können alle Urlaub gebrauchen, jetzt ist mal gut." Debütant Conze meinte: "Es war ein gutes Gefühl, im eigenen Verein zu debütieren. Ein Traum. Ich musste erst mal an das Niveau herankommen, habe aber alles gegeben." Der beste Preuße, Nico Rinderknecht, fügte nach seinem Abschiedsspiel an: "Es war ein schweres Spiel, das wir sehr gerne gewonnen hätten. Für mich waren die 90 Minuten ungewohnt, ich hatte ja zuletzt wenig Praxis und nicht die körperliche Verfassung. Hat aber ganz gut funktioniert."

Einzelkritik: Großaspach - Preußen Münster

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  • Max Schulze Niehues: Vor der Pause mehrfach im Blickpunkt, dabei aufmerksam und fehlerlos. Auch nach dem Wechsel immer wieder gefordert und hellwach. Starker Ausklang. Note: 2

    Foto: WN, Archiv
  • Lion Schweers: Hatte reichlich zu tun auf der rechten Defensivseite, machte das aber vernünftig. Starke Rettungstat gegen Makana Nsimba Baku Mitte des zweiten Durchgangs. Wieder mal sicherster Verteidiger, wenn auch nicht ohne Aussetzer. Note: 3

    Foto: WN, Archiv
  • Ole Kittner: Im Abwehrzentrum oft im Blickpunkt. Die Lufthoheit, die ihn sonst auszeichnet, war diesmal nicht so offenkundig. Allerdings auch keine gravierenden Patzer. Zur Pause war Schluss für den zuletzt angeschlagenen Routinier. Note: 3,5

    Foto: WN, Archiv
  • Simon Scherder: Hatte in der Anfangsphase einige Probleme, sowohl im Zweikampf als auch, wenn die Aspacher ihn am Sechzehner anliefen. Auch ansonsten mehrere Ausrutscher. Ungewohnt. Aber: In der Endphase brachte er immer wieder seinen Fuß dazwischen. Note: 4

    Foto: WN, Archiv
  • Fabian Menig: Mit dem dribbelfreudigen Joseph-Claude Gyau hatte er einige Schwierigkeiten. Erst zurückhaltend in der Offensive, dann aber mit der mustergültigen Vorarbeit beim 1:1. In der zweiten Halbzeit dann halblinks in der Dreierkette benötigt. Dort fügte er sich ordentlich ein. Note: 3

    Foto: WN, Archiv
  • Nico Rinderknecht: Starker Eindruck zum Abschied. Sehr präsent in der Zentrale, herrlicher Pass auf Philipp Hoffmann in der vierten Minute, cooler Treffer zum Ausgleich, dann noch mal eine Kopie seines Assists auf Hoffmann, der im zweiten Versuch traf. Note: 2

    Foto: WN, Archiv
  • Michele Rizzi: War hochmotiviert bei seinem Ex-Club und durchaus aufmerksam. Nicht fehlerfrei, aber mit einem tollen Diagonalball, der das Rinderknecht-Tor einleitete. Baute nach der Pause etwas ab, was mit seiner längeren Zwangspause zu erklären war. Note: 3

    Foto: WN, Archiv
  • Julian Conze: Drittliga-Debüt für den Kapitän der U 19 - und gleich in der Startelf. Keine offensichtlichen Schwächen, hielt sich aber auch sehr zurück. In Sachen Tempo noch mit Nachholbedarf, ließ sich am Ende einige Male überspielen, ehe er raus musste. Note: 4

    Foto: Archiv-Foto (SCP)
  • Philipp Hoffmann: Sehr auffällig zu Beginn, als er gleich einen Torschuss absetzte und das 1:0 etwas leichtfertig vergab. Tauchte dann etwas ab und plötzlich eiskalt wieder auf beim 2:1. Zum Schluss bei einigen Kontern ohne Glück. Note: 3

    Foto: WN, Archiv
  • Adriano Grimaldi: Nach den Gala-Auftritten der vergangenen Wochen diesmal weitgehend abgemeldet gegen den unerbittlichen Kai Gehring. Da war die Luft ein wenig raus, kämpferisch aber ohne Fehl und Tadel. Note: 4

    Foto: WN, Archiv
  • Tobias Rühle: Unglücklich, wie so oft in den letzten Wochen. Bemüht ja, aber viele Ballverluste und falsche Entscheidungen beim Abspiel. Nach seiner letzten Aktion, als er zu umständlich war, musste er runter. Note: 4

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  • Stéphane Tritz: Ein letztes Spiel für den SCP war dem 31-Jährigen doch noch vergönnt nach drei Jahren in Münster. Kam zur Pause für Kittner, warf sich in viele Zweikämpfe, musste einiges einstecken, hatte aber auch Schwächen im Aufbau. Note: 3,5

    Foto: WN, Archiv
  • Moritz Heinrich: Kam 25 Minuten vor Schluss für Rühle. Bei den Gegenstößen ohne Wirkung, verlor mehrfach den Ball. Keine Note.

    Foto: WN, Archiv
  • Lennart Stoll: Wahrscheinlich geht er zum SSV Ulm, diesmal bekam er noch seinen Abschiedsauftritt in den letzten 18 Minuten. Half dabei, die Abwehr zu stabilisieren. Keine Note

    Foto: WN, Archiv

SGS: Reule - Schiek, Gehring, Özdemir, Thermann - Binakaj, Bösel, Pelivan (88. Gutjahr), Gyau - Sohm (86. Rodriguez), Baku (72. Fountas)

SCP: Schulze Niehues - Schweers, Kittner (46. Tritz), Scherder - Menig, Rizzi, Rinderknecht, Conze (72. Stoll) - Rühle (65. Heinrich), Grimaldi, Hoffmann

Schiedsrichter: Wolfgang Haslberger (St. Wolfgang)

Tore: 1:0 Özdemir (26.), 1:1 Rinderknecht (38.), 1:2 Hoffmann (50.), 2:2 Sohm (66.)

Zuschauer: 1200

Gelb: Özdemir / Conze

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