Fr., 25.05.2018

Volleyball: 3. Liga VC Olympia Münster verfeinert das Konzept seines Pilotprojekts

In der kommenden Saison schmettert das Bundesstützpunktteam VCO Münster, hier mit Chenoa Christ und Julia Jäger (l.), wieder im offiziellen Spielbetrieb um Punkte.

In der kommenden Saison schmettert das Bundesstützpunktteam VCO Münster, hier mit Chenoa Christ und Julia Jäger (l.), wieder im offiziellen Spielbetrieb um Punkte. Foto: Peter Leßmann

Münster - 

Eine Saison bestehend aus nur der Hälfte der Spiele, die zudem noch allesamt auswärts stattfinden – hört sich zunächst komisch an, ist aber ein weiterer Entwicklungsprozess im Pilotprojekt des VC Olympia Münster.

Von Henner Henning

Rückblende und Zeitsprung zurück in das Frühjahr 2017. Nachdem der USC Münster II als Stützpunktteam aus der 2. Bundesliga Nord abgestiegen war und in der Folge keine Spielgenehmigung weder für das Volleyball-Unterhaus noch für die 3. Liga West erhalten hatte, war guter Rat teuer – und die Not groß.

In aller Kürze, aber mit der gebotenen Sorgfalt entwickelten die Verantwortlichen einen Plan B, der in die Gründung des VC Olympia Münster und ein neues Konzept mündete. Da die Talente vom Stützpunkt nicht am höherklassigen Wettbewerb teilnehmen durften, lag der Fokus auf der verstärkten individuellen Förderung ohne Wettkampfdruck, aber mit vielen Reisen zu internationalen Turnieren. Nach einem Jahr folgt nun eine kleine Kehrtwende, der VCO nimmt in der Saison 2018/19 wieder am Spielbetrieb teil. In der 3. Liga, eine halbe Spielzeit nur mit Auswärtspartien.

Trainer Wolf zufrieden

Ein neuer Weg, mit dem Stützpunkttrainer Christian Wolf gut leben kann. „Diese Lösung ist zufriedenstellend“, sagt Wolf, auch wenn dieser neue Weg nur ein Kompromiss ist. Wunschvorstellung war schließlich eine halbe Saison in Liga zwei, aber es „war klar, dass es nicht genehmigt werden würde“ (Wolf).

Nun also 3. Liga, zwölf Partien und damit mit viel Luft im Kalender. Wie gewünscht. Das vor einem Jahr entwickelte Konzept wird verfeinert, die Erkenntnisse aus der Zeit ohne Wettkämpfe im Ligabetrieb werden eingearbeitet.

Zeitlicher Freiraum

„Und dazu gehört der Wunsch von Spielerinnen und Trainer, wieder offizielle Spiele zu bestreiten“, so Wolf, dem aber auch der zeitliche Freiraum wichtig ist – für eine individuelle Trainingssteuerung, für Kadermaßnahmen der Junioren-Nationalspielerinnen, für Turnierreisen ins Ausland und nicht zuletzt für die schulischen Belange der Talente. Schlicht: Die Belastung, die besonders im Abstiegsjahr hoch war, bleibt im Rahmen. Wolf: „Mit dem Schritt zurück in den Wettkampf entwickeln wir das Pilotprojekt weiter, treiben den Verbesserungsprozess voran und bringen Kontinuität ein.“

Stichwort Kontinuität: Auch wenn nichts entschieden ist, scheinen die Vorzeichen für den Fortbestand des Bundesstützpunktes gut zu sein. Die ersten Hürden hat der Standort Münster genommen, nach ausgiebigen Beratungen und Prüfungen haben sowohl der Deutsche Volleyball-Verband als auch der Deutsche Olympische Sportbund dem Bundesinnenministerium empfohlen, dem hiesigen Stützpunkt die Anerkennung bis 2020 zu geben. Nicht mehr, aber auch nicht weniger. Allerdings bleiben Fragezeichen, da jüngst die Bundesregierung bekannt gab, weniger Geld für die Leistungssportreform bereitzustellen.



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