Basketball: 2. Liga – Pro B
Philipp Kappenstein führt die Baskets in die neue Liga

Münster -

Alle haben es erwartet, alle haben es gewollt. Doch vor Philipp Kappensteins „Ja“ zu einer neuen Spielzeit als Trainer der WWU Baskets musste vieles durchdacht und einiges kalkuliert werden.

Dienstag, 29.05.2018, 15:12 Uhr
Richtungweisende Gesten des richtungweisenden Mannes bei den WWU Baskets: Philipp Kappenstein hat sich für eine weitere Saison beim AUfstieger in die zweite Basketball-Bundesliga Pro B verpflichtet.
Richtungweisende Gesten des richtungweisenden Mannes bei den WWU Baskets: Philipp Kappenstein hat sich für eine weitere Saison beim AUfstieger in die zweite Basketball-Bundesliga Pro B verpflichtet. Foto: Jürgen Peperhowe

Schon vor Wochen kursierten clubintern die Trainerlisten des UBC Münster für die kommende Spielzeit. Ganz oben auf dem Zettel stand da der Name Philipp Kappenstein – natürlich. Wer sonst sollte das Flaggschiff des Vereins, die WWU Baskets, im Aufstiegsjahr durch eine herausfordernde Premierensaison in der Pro B führen als der Meistertrainer? Doch Papier ist bekanntlich geduldig und die Trainerliste bis Anfang dieser Woche vor allem Ausdruck des allgemeinen Wunschdenkens. Erst jetzt, sechs Wochen nach dem umjubelten Aufstieg, ist auch die dazugehörige Wunschpersonalie amtlich: Philipp Kappenstein bleibt an Bord, der 38-jährige Pädagoge setzt sein gefühlt „ewiges“ Engagement unter den Körben fort. „Ich mache das seit Ewigkeiten“, so Kappenstein – in der sechsten Saison in Folge jetzt für den UBC. Sechs Jahre, die auch für Manager Helge Stuckenholz prägend waren: „Mittlerweile zähle ich die Jahre gar nicht mehr. Ich kann nur sagen, dass die Zusammenarbeit mit Philipp stetig besser wird und ich mich sehr darauf freue, mit ihm zusammen das Abenteuer Pro B angehen zu können.“

„Nicht das Ende der Fahnenstange“

Selbstverständlich war der neuerliche Handschlag zwischen dem umtriebigen Macher im Hintergrund und seinem leitenden Angestellten dennoch nicht. „Ich musste erst mal alles sacken lassen“, beschreibt Kappenstein den durchaus langwierigen Entscheidungsprozess. „Wenn wir wieder nicht aufgestiegen wären, dann hätte ich mit Sicherheit eine Pause eingelegt, um Luft zu holen“, gesteht der Münsteraner. Doch die Entscheidung für eine weitere Spielzeit im Zeichen des orangenen Balls sollte auch nicht aus der Aufstiegs-Euphorie heraus getroffen werden. „Ich wollte mir sicher sein, dass damit hier in Münster nicht das Ende der Fahnenstange erreicht ist“, so Kappenstein, „das Ganze macht nur Sinn, wenn es eine Perspektive gibt.“ Das ungebrochene Engagement von Helge Stuckenholz sowie die Welle der Begeisterung in Team und Umfeld im mittlerweile durchaus dem Basketball zugeneigten Münster schwemmten die letzten Zweifel über Bord. Die Freude über das zuletzt Erreichte macht ab sofort der Vorfreude auf die bevorstehenden Aufgaben Platz. Es geht voran bei den Baskets – mit Philipp Kappenstein an der Spitze.

Zeit bleibt ein rares Gut

Beruflich und privat sind die Claims abgesteckt, Zeit bleibt ein rares Gut für den Chefcoach, der aber auf tatkräftige Unterstützung und Entlastung durch sein „eingespieltes Team“ baut. Allemal soll der Trainer auch zu Hause weiter seine geregelten Einsatzzeiten bei den Gutenachtgeschichten bekommen.

Drei Fragen an ...

Philipp Kappenstein, alter und neuer Trainer der WWU Baskets:Die nervliche und zeitliche Belastung war in der Regionalliga schon sehr hoch für Sie als Trainer und dürfte eine Liga höher zumindest nicht geringer werden.Kappenstein: Nein, das wird eher noch mehr. Aber ich persönlich kann nicht viel mehr leisten. Aber mit halber Kraft geht es auch nicht. Ich erhoffe mir viel Hilfe und bin überzeugt, dass ich die auch bekommen werde. Wir sind breit aufgestellt und haben ein sehr gutes Trainerteam.Sportlich wird es kein leichter Gang, oder?Kappenstein: In der vergangenen Saison sind drei von vier Aufsteigern gleich wieder abgestiegen. Das sagt alles.... und das passiert den Baskets nicht?Kappenstein: Es wird nicht leicht. Aber wir haben in den letzten vier Jahren viel Siegermentalität mitgenommen. Wir wollen in die Playoffs und damit früh das Thema Abstieg abwenden.

...

Sportlich wird sich die Herausforderung noch einmal steigern, aber auch die Erwartungen werden sich verändern. „Und das ist gut so“, sagt Kappenstein, der sich freut, dass sein Team künftig auch wieder Spiele verlieren darf, ohne dass gleich eine ganze Saison in Frage gestellt werden muss. „Wenn man über Jahre hinweg 90 Prozent seiner Spiele gewinnt und gewinnen muss, dann ist das ein ganz anderer Druck.“ Die Baskets werden in der neuen Liga auch wieder verlieren – nehmen aber die über Jahre aufgebaute Siegermentalität mit in Liga drei. „Der Modus ist sehr interessant. Wir wollen die Playoffs erreichen.“ Noch ist die Unterschrift nicht trocken, schon formuliert der Trainer ambitionierte Ziele. Man darf schon jetzt auf den Saisonstart gespannt sein ...

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