Mi., 06.06.2018

Beachvolleyball: Techniker-Beach-Tour Großer Aufruhr vor dem Auftakt der nationalen Serie in Münster

Paul Becker, Spielervertreter der deutschen Beacher, kann die Veränderung des Turniermodus nicht nachvollziehen.

Paul Becker, Spielervertreter der deutschen Beacher, kann die Veränderung des Turniermodus nicht nachvollziehen. Foto: Conny Kurth/HOCH ZWEI

Münster - 

Die gute Nachricht vorweg. Wenn am Freitag die Techniker-Beach-Tour in die Saison startet, sind alle Teams dabei. Das war zuletzt nicht gesichert, stand doch ein Streik zur Debatte. Der Grund: der neue Modus, der bei den Beachvolleyballern für eine Menge Ärger sorgte. [Mit Video]

Von Henner Henning

Es brodelte und gärte in den vergangenen Wochen in der deutschen Beachvolleyball-Szene. Der Grund: Der veränderte Modus auf der Techniker-Beach-Tour, der die Aktiven mächtig auf die Palme gebracht hat. Sogar ein Streik zum Auftakt der nationalen Serie auf Münsters Schlossplatz stand im Raum.

Der allerdings ist mittlerweile kein Thema mehr, nachdem der Deutsche Volleyball-Verband eingelenkt und eine Format-Änderung zumindest für die Turniere nach Münster zur Abstimmung freigegeben hat.

„Ein Streik muss immer die letzte Option sein“, sagt Spielervertreter und Aktivensprecher Paul Becker, der keinerlei Verständnis für die Neuerung hat. Den „bewährten Doppel-K.o.-Modus“ (Becker) sollte bei den Stadtturnieren in Münster, Dresden, Düsseldorf, Nürnberg und Leipzig ein System mit vier Dreiergruppen und anschließender K.o.-Runde ablösen, wobei die vier topgesetzten Teams bereits im Viertelfinale stehen.

Ein Unding

Für Becker und Co. ein Unding. „Dieser Modus lässt sich in keiner Weise diskutieren. Wer dieses System gutheißt, hat den Sport nicht verstanden. Es hat einfach zu viele Nachteile“, sagt der 28-Jährige, der im Vorjahr noch mit Jonas Schröder für den USC Münster spielte.

Dabei denkt Becker etwa an die deutlich geringere Anzahl an Spielen und vor allem an die Möglichkeiten der Manipulation, die sich durch das Auftreten der bereits ausgeschiedenen Teams im abschließenden Gruppenspiel ergeben könnten.

Immerhin fand das laute Gezeter und Gemecker der deutschen Beacher Gehör bei den DVV-Verantwortlichen. Bis Freitag können die besten 60 der nationalen Einzelrangliste sowie alle in Münster gemeldeten Spieler abstimmen, ob sie in dem vorgeschlagenen System oder lieber im sogenannten modifizierten Gruppenmodus des Weltverbandes FIVB spielen wollen.

Abstimmung am Freitag

Der besagt Partien in Vierergruppen, in denen jedes Duo zwei Spiele hat. Die Sieger der ersten Matches spielen gegeneinander, ebenso die Verlierer – die Gruppensieger sind direkt für das Viertelfinale qualifiziert, die Gruppenzweiten und -dritten erreichen die Zwischenrunde. „So ist kein Spiel egal, es geht immer um etwas“, erklärt Becker, der davon ausgeht, dass die Abstimmung am Freitag das ungeliebte System abwählt und es ab dem Turnier in Dresden (15. bis 17. Juni) in der FIVB-Praxis weitergeht. „Das wäre das kleinere Übel. Denn Nachteile hat dieser Modus auch“, sagt der 1,86 Meter große DM-Siebte des Vorjahres.

Fotostrecke: Smart-Beach-Tour 2017 - Tag 1

So würde bei den Stadtturnieren aufgrund der nur noch drei vorhandenen Courts – aus finanziellen Gründen wurde ein Platz gestrichen – die Qualifikation schon am Freitagmorgen und das Hauptfeld bereits am Abend des ersten Tages beginnen. Mit der Folge, dass je nach Länge der Anreise viele Teams schon am Donnerstag zum Turnierort aufbrechen müssten.

Nachgeschmack bleibt

Nicht unproblematisch. Wie auch die Tatsache, dass am Freitag die Spieler die Matches unterein­ander pfeifen müssen, was Becker zumindest für „unglücklich“ hält. „Unser Ziel muss es sein, wieder den Standard der Vorjahre zu erreichen.“

Für das Erste ist der ganz große Ärger verklungen, ein bitterer Nachgeschmack aber bleibt. Denn in Münster, das unabhängig von der Abstimmung steht fest, beginnt ab Freitag der Saison-Auftakt in dem vom DVV vorgegebenen Modus.

Fotostrecke: Smart-Beach-Tour 2017 - Tag 2



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