Reiten: Turnier in Roxel
Merschformann und Diarole gewinnen mit Ansage

Münster -

Gerade dann, wenn der RV Roxel sein heimisches Turnier ausrichtet, ist Markus Merschformann fast immer vorne dabei. So auch in diesem Jahr. Mit Diarole gewann der Osterwicker das Zwei-Sterne-S-Springen – und das sogar fast mit Ansage.

Sonntag, 08.07.2018, 20:04 Uhr
Markus Merschformann triumphierte mit Diarole in Roxel.
Markus Merschformann triumphierte mit Diarole in Roxel. Foto: Wilfried Hiegemann

In Roxel muss man schnell sein. Vor allem am Sonntag. Denn da geht es in zwei Arenen gleichzeitig rund. Hier das Zwei-Sterne-S-Springen, dort die Ein-Stern-S-Dressur. Einmal Parcours, einmal Viereck. Wer richtig schnell war, der hat zwei Sieger gesehen. Beide in Aktion.

Rainer Kohaus hatte ein gutes Näschen. Als letzten Starter im Stechen kündigte er Markus Merschformann an und „nordete“ die Konkurrenten direkt ein. „Er hat hier schon oft gewonnen und war im Stechen fast nicht zu schlagen.“ – „Natürlich habe ich das gehört“, sagte „MMF“ nach seinem Ritt. „Aber deshalb bin ich nicht nervös geworden. Dazu bin ich zu lange im Geschäft.“ Aber es half. Denn Merschformann steuerte seinen neunjährigen Diarole nicht nur fehlerfrei, sondern auch schnell über die Hindernisse. So schnell (37,85 Sekunden), dass die Konkurrenz beim Einritt hinter dem Profi beim RV Osterwick einreiten musste.

„Zweiter ist erster Verlierer“, ärgerte sich ein Besucher, der es wohl mit Rainer Peter hielt. Denn der junge Mann aus Alt-Marl hatte mit Cicero lange vom Sieg geträumt, ehe ihm besagter Merschformann noch die Goldene Schleife im Großen Preis entriss. Dritter wurde Niels Kersten (Albachten) auf Can win. „Es lief gut im Stechen, auch wenn ich nicht optimal unterwegs war“, freute sich Merschformann, der sich schon am Samstag das Ein-Stern-Springen auf Dakota gesichert hatte.

Seine sportliche Karriere begann Merschformann übrigens als Fußballer und entschied sich erst mit 16 Jahren, den Lederball gegen den Ledersattel zu tauschen. Fünf Jahre später war er Berufsreiter, später auch Bundestrainer der Junioren und Jungen Reiter – und ganz nebenbei führte er seinen eigenen Betrieb. „Man muss immer die Balance finden, den Sport mit guten Pferden ausüben zu können und dennoch den Betrieb am Laufen zu halten.“

Soll heißen, der gute Beritt mit Dakota und Diarole ist die eine Seite. Sollten die zwei aber Begehrlichkeiten wecken, dann würde sich der Reiter und Besitzer entsprechende Angebote auf jeden Fall anhören.

Den Roxel-Sieger Diarole hat er erst seit einem halben Jahr im Stall – bereits vor 14 Tagen beim Drei-Sterne-Springen hatte er als Zweiter aufhorchen lassen. Nun also der Sieg in Roxel, demnächst dann Westfalenmeisterschaft, Turnier in Kronberg, Turnier der Sieger. „Aber Mittlere Tour.“

Entspannt verfolgte Bundestrainer Otto Becker das Geschehen. „Ich bin hier mit meinen Kindern und meinem Stall. Nebenbei sehe ich junge Pferde und kann mit den Reitern reden. In Roxel bin ich immer gerne.“

Das gilt auch für die Dressurreiter. Denn die finden optimale Bedingungen und hervorragende Konkurrenz vor. Da lohnt es sich zu kämpfen, denn dann kann man auch siegen. So wie Sophie Holkenbrink aus Albachten, die mit Rock Forever (71,706 Prozent) Nase und Nüstern vorn hatte.

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