Triathlon: Ironman in Frankfurt
Hawaii muss weiter auf Sascha Schücker warten

Münster -

Sascha Schücker hat nach 2014 zum zweiten Mal die Qualifikation für die Ironman-Weltmeisterschaft auf Hawaii geschafft – wird aber in diesem Jahr nicht dort starten. In 9:27,09 Stunden belegte er Gesamtrang 42 unter 2895 Startern beim Ironman in Frankfurt.

Dienstag, 10.07.2018, 13:58 Uhr aktualisiert: 11.07.2018, 11:58 Uhr
Perfekte Sprungtechnik: Sascha Schücker beim Schwimmen des Sparda-Münster-City-Triathlons 2017.
Perfekte Sprungtechnik: Sascha Schücker beim Schwimmen des Sparda-Münster-City-Triathlons 2017. Foto: Tobias Heide

Sascha Schücker hat sich den Traum erfüllt, jeder Langstrecken-Triathleten hat diesen. Beim Ironman in Frankfurt gelang ihm, dem Sportler von Tri Finish Münster, die Qualifikation für die Weltmeisterschaft auf Hawaii im Oktober. In der Altersklasse 30 bis 34 erreichte Schücker nach 9:27,09 Stunden das Ziel. „Das war meine bisher beste Langdistanz“, freute er sich diebisch über Platz 42 unter 2895 Athleten.

Acht Mal hatte er sich das bisher in den vergangenen Jahren „angetan“. Nach 3,8 Kilometern Schwimmen folgen 180 Kilometer auf dem Rad und ein Marathon über 42,195 Kilometer. In Frankfurt war die Radstrecke sogar noch fünf Kilometer länger. Und, wie Schücker zu berichten wusste: „Der Wind stand diesmal wirklich schlecht und blies aus dem Norden. Deshalb sind die Zeiten auch bei allen anderen langsamer als sonst.“

Ironman-Superstar Jan Frodeno benötigte für die Radstrecke 4:28 Stunden und damit etwas 20 Minuten mehr als üblich. Schücker kam nach 5:13,58 Stunden wieder in Frankfurt an. „Da hingen vielleicht nur 20 Räder, ich war total überrascht“, sagte er. Die Verhältnisse hatten gerade den mittleren Teil extrem schwer gemacht, der Gegenwind hatte das Tempo gedrosselt.

Das Rennen startete am Langener Waldsee, der Münsteraner stieg nach 55:49 Minuten aus dem Wasser. Dann folgte das Radfahren, ehe es auf die Marathonstrecke ging. Während Frodeno hier das Rennen mit einer sensationellen Laufzeit von 2:39,06 Stunden gewann und dabei den Weltmeister Patrick Lange in die Schranken verwies, lieferte Schücker ebenfalls eine Top-Leistung in seiner Altersklasse ab. Bei Temperaturen über 30 Grad, zwischendurch am Straßenrand gegefeuert von Ehefrau Linda und Tochter Paula, rannte er die 42,195 Kilometer in starken 3:11,27 Stunden.

„Auf den letzten acht Kilometern habe ich meine Oberschenkel nach dem harten Radfahren gespürt“, blickte Schücker zurück. Bis Kilometer 33 hatte er mit einer Zeit etwa um die drei Stunden kokettiert.

Gründe zur Unzufriedenheit gab am Ende fast keine. Das Rennen lief, trotz der schwierigen Bedingungen, fast nach Plan. „Ich habe mir immer gesagt, dass ich es auch im Laufen bringen muss, um dann nach Hawaii fliegen zu können.“ Diese Gewissheit hat er nach der Hitzeschlacht von Frankfurt auf jeden Fall.

Doch Hawaii 2018 findet trotz perfekter Qualifikation als Zehnter der Altersgruppe 30 bis 34 ohne ihn statt. „Ein bisschen traurig bin ich schon“, fügt Schücker an. Aber die Planung der Familie geht vor. Er hätte seinen sportlichen Jahres-Höhepunkt nun gehabt, im Oktober darf seine Frau Linda beim „Nature Man Var“, einer Mitteldistanz mit brutaler Radstrecke und einem anspruchsvollen Laufkurs starten. Die Termine überlappen. Aber Sascha Schücker kann damit leben, schon vor vier Jahren hatte er sich in Zürich für Hawaii qualifiziert – und verzichtet.

In zwei Jahren will er die Leistung von Frankfurt bestätigen und dann das gesamte Paket schnüren. Dann möchte er die Qualifikation auch nutzen und beim „Rennen aller Rennen“ für Triathleten an den Start gehen. Das steht fest.

https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/5895972?categorypath=%2F2%2F2669082%2F2670173%2F2686137%2F2686209%2F2686789%2F
Nachrichten-Ticker