Triathlon: Start in New York City
Anne Prünte erfüllt sich einen Lebenstraum im „Big Apple“

Münster -

Sport gehört für die Physiotherapeutin aus Münster einfach dazu. Vor zwei Jahren entdeckte Anne Prünte den Triathlon für sich – und ist jetzt in New York City an den Start gegangen. Am Ende erhielt sie noch einen falschen Geburtstagsgruß.

Mittwoch, 11.07.2018, 12:18 Uhr aktualisiert: 12.07.2018, 15:34 Uhr
Die Strömung beschleunigt ungemein: Die Münsteranerin Anne Prünte war beim Triathlon in New York City beim Schwimmen im Hudson River knapp 15 Minuten schneller als sonst.
Die Strömung beschleunigt ungemein: Die Münsteranerin Anne Prünte war beim Triathlon in New York City beim Schwimmen im Hudson River knapp 15 Minuten schneller als sonst. Foto: Johannes Oetz

Auf dem Oberarm steht in schwarzer Schrift die Startnummer, um den Hals hängt eine große Medaille. Stolz grinst Anne Prünte in die Kamera. Fest steht: An diesen Moment wird die 48-Jährige auch ohne Erinnerungsfoto noch lange denken. Denn gerade hat sie den Triathlon in New York City erfolgreich absolviert.

Eineinhalb Wochen ist das her, der Start war am 1. Juli. Noch immer ist Prünte von den Eindrücken überwältigt. Nach 2:53 Stunden lief die Münsteranerin ins Ziel ein. Damit belegte sie in ihrer Altersklasse Platz 13. Die Sportlerin gibt zu, ehrgeizig zu sein, aber sie sagt auch: „Es geht nicht um die Platzierung. Es geht darum, dass ich gut ankomme. Wenn so etwas dabei herauskommt, ist das aber natürlich schön.“

Anne Prünte war schon immer sportlich, auch ihr Job als Physiotherapeutin verlangt Fitness. Doch Dreikämpferin ist sie erst seit zwei Jahren. 2016 stand sie beim Sparda-Münster-City-Triathlon als Zuschauerin am Rand. „Da habe ich gedacht: Das wäre vielleicht was für mich.“

Gesagt, getan. Doch einige Voraussetzungen mussten erfüllt werden: „Ich musste kraulen lernen. Und ein Rennrad hatte ich auch nicht.“ Freunde und Familie sagten, sie habe einen Knall. Doch genau ein Jahr später ging die 48-Jährige in Münster dann über die olympische Distanz an den Start. 1,5 Kilometer Schwimmen, 40 Kilometer auf dem Rad und zum Abschluss zehn Kilometer laufen.

Wieder ein Jahr später ging es nach Übersee. „Es war ein Lebenstraum von mir, irgendwann Sport in New York zu machen“, sagt Prünte. Etwa 5000 Athleten sind dabei, knapp 3200 Einzelstarter in der olympischen Disziplin, dazu Staffeln und Menschen mit Behinderungen. Bei den Einzelstartern fällt auf: Nur etwa 600 sind Frauen.

Los ging es morgens um kurz vor 6 Uhr mit einem Sprung in den Hudson River. Der hatte für die Triathleten einen Vorteil, wie die Mutter eines 16-jährigen Sohnes sagt: „Man schwimmt mit der Strömung.“ Davon hatte sie vorher gehört und im Internet recherchiert. „Eine leere Chips-Tüte braucht für die Strecke 20 Minuten, obwohl sie nur getrieben wird.“ Prünte hat war eine Minute langsamer – aber dank Strömung knapp 15 Minuten schneller als sonst.

Die Münsteranerin ist jedes Mal ein bisschen froh, wenn sie aus dem Wasser kommt: „Das ist nicht meine liebste Disziplin. Aber ich muss sie machen, um die anderen machen zu dürfen.“ Die Bedingungen in New York waren schwierig. „Es war extrem heiß, und die Luftfeuchtigkeit war sehr hoch.“ Mit dem Rad fielen ihr zudem die schlechten Straßenverhältnisse auf. „Es gibt dort viele Schlaglöcher und Bodenwellen.“

Nach den zehn Kilometern durch den Central Park hatte Anne Prünte die Ziellinie vor Augen, als ihr Name ausgerufen wurde. Über die Lautsprecher wurde ihr zum Geburtstag gratuliert. „Erst habe ich das gar nicht verstanden, ich dachte sie gratulieren mir zum Ankommen“, so Prünte. Schließlich hat sie nicht am 1. Juli, sondern am 7. Januar Geburtstag. Und genau das war der Knackpunkt. Prünte hatte wie gewohnt angegeben: 7.1.1970. Doch in den USA werden Tag und Monat ja vertauscht, deshalb dachten die Amerikaner, sie habe am 1. Juli Grund zu feiern.

Für Prünte war das Rennen im „Big Apple“ schon allein wegen der Kulisse ein Erlebnis. „Wenn die Sonne über Manhattan aufgeht, ist die Atmosphäre wirklich besonders.“ Doch auch von der Organisation und den anderen Teilnehmer ist sie begeistert: „Alle waren sehr nett, und ich habe mich schnell zurechtgefunden.“ Dass sie extra aus Deutschland angereist war, stieß bei den Amerikanern auf Erstaunen: „Sie fanden mich etwas verrückt.“ Für Prünte ist die ­Sache klar: „Ich würde es sofort noch einmal machen.“ Vielleicht nicht direkt im kommenden Jahr, sagt sie, aber dem Triathlon möchte sie treu bleiben. „Die Hauptsache ist immer, dass es Spaß macht. Und es macht Spaß.“ In zwei Wochen geht sie in Münster an den Start – dann aber über die kürzere Distanz.

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