Do., 12.07.2018

Rudern: Weltcup-Finale in Luzern RV-Athleten Ida Kruse und Felix Brummel fischen im Rotsee nach Edelmetall

Jung und schnell: Die Besatzung des Deutschland-Vierers um Ida Kruse aus Münster will in Luzern die Weltspitze angreifen und sich für den Saisonhöhepunkt, die Weltmeisterschaften in Bulgarien, vorbereiten.

Jung und schnell: Die Besatzung des Deutschland-Vierers um Ida Kruse aus Münster will in Luzern die Weltspitze angreifen und sich für den Saisonhöhepunkt, die Weltmeisterschaften in Bulgarien, vorbereiten. Foto: Detlev Seyb/meinruderbild.de

Münster - 

Der Rotsee ist für Ruderer das, was Wimbledon den Tennis-Spielern – bis auf das Gras. Das wächst nur in London, nicht in Luzern. Beim Weltcup-Finale der Ruderer stechen gleich zwei Münsteraner erfolgversprechend in (den Rot-)See.

Von Ansgar Griebel

Nach den Weltcups beginnt beim Deutschen Ruder-Verband das Großreinemachen. Wenn die Aktiven noch ihre Boote putzen, pflegen die Verantwortlichen im DRV sonntagmittags schon die Medaillen zu polieren – ein Job, der zunehmend zeitaufreibender wird. Acht Mal schafften es Besatzungen beim ersten Weltcup des Jahres in Belgrad unter die Top drei, elf Mal enterten DRV-Starter das Podium beim zweiten Weltcup in Linz – und natürlich erwartet man seitens des Verbands beim Weltcupfinale an diesem Wochenende in Luzern die nächste Steigerung. Eine Aufgabe wie gemacht für die Münsteranerin Ida Kruse, die beim Weltcup-Debüt im deutschen Riemenvierer gleich auf Rang vier einkam und die mit ihrem Boot die Medaillenbilanz weiter vergrößern kann. Die 21-Jährige vom RV Münster gibt sich vor ihrem zweiten Auftritt im Kreis der Weltspitze erstaunlich abgeklärt: „Wir sind gut drauf und freuen uns auf die Rennen“, meldet sie vom Rotsee. Eine konkrete Zielvorgabe vom Trainer gebe es für das junge Quartett nicht. Den Druck machen sich die Athletinnen schon selbst. Der Ehrgeiz ist da, jetzt dürfen die Ergebnisse folgen.

Kruses Teamkollege aus Münster, Felix Brummel, ist da schon einen Schritt weiter. Für ihn und seinen Vierer steht in der Schweiz bereits der dritte Weltcup an und nach den Rängen vier und drei der nächste Gipfelsturm. Inzwischen ist das Team nach anfänglichen Findungsproblemen eingespielt, hat die Rhythmusschwankungen im Boot ausgemerzt und nimmt mit einigen kleinen Umwegen langsam Kurs auf die Weltmeisterschaften Mitte September in Plovdiv/Bulgarien. „Wir haben an den Problemen aus dem letzten Weltcup gearbeitet und uns sehr gut zusammengefunden“, so Brummel. Trotz des dritten Ranges sahen Crew und Trainer reichlich Verbesserungspotenzial. „Den Streckenschlag haben wir verbessert, wir finden auch schneller in den Rhythmus zurück, wenn etwas nicht rundläuft“, so Brummel.

In Luzern haben die anderen Nationen noch mal nach- und umgerüstet, sodass dieser Weltcup durchaus als ernst zu nehmender Testlauf für die WM gelten darf. Vorher geht es noch in drei Wochen zu den European Games in Glasgow, wo unter anderem die Europameister ermittelt werden. „Ein super Event“, so Brummel, „aber der Fokus liegt ganz klar auf den Weltmeisterschaften.“ Bei denen soll nicht nur, das war das ausgewiesene Ziel zum Saisonstart, die Vorjahresplatzierung (Rang sechs) verbessert werden, sondern in der nachjustierten Vorgabe auch eine Medaille errudert werden. „Im Training ist das für uns Ansporn, im Wettkampf vielleicht auch ein wenig Druck“, so Brummel.



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