Do., 12.07.2018

Reiten: Chio Helen Langehanenberg aus der Babypause zum CHIO

Hallo, da sind wir wieder: Helen Langehanenberg kehrt aus ihrer Babypause zurück und will schon jetzt mit Damsey ihr Comeback beim CHIO in Aachen feiern.

Hallo, da sind wir wieder: Helen Langehanenberg kehrt aus ihrer Babypause zurück und will schon jetzt mit Damsey ihr Comeback beim CHIO in Aachen feiern. Foto: Jürgen Peperhowe

Münster - 

Damsey dürfte schon unruhig mit den Hufen gescharrt haben, fast fünf Monate musste der 16-jährige Dressurhengst seit Februar warten, bis Reiterin Helen Langehanenberg wieder in den Sattel stieg – als frisch gebackene zweifache Mutter.

Von Henner Henning

Viel anspruchsvoller könnte der Wiedereinstieg wohl kaum sein. Nichts anderes als einen Start beim prestigeträchtigen CHIO in Aachen hat sich Helen Lange­hanenberg (RV St. Georg Münster) ausgesucht, um nach ihrer Babypause zurück auf die Bühne zu kehren. Die größte Reitsportveranstaltung der Welt als Ort des Comebacks – eine echte Herausforderung für die 36-jährige und nun zweifache Mutter.

Im Februar beim Weltcup in Neumünster hatte Lange­hanenberg letztmals im Turniersattel gesessen, mit einem Erfolg hatte sie sich vorerst verabschiedet. Schon da hatte die Team-Weltmeisterin von 2014 das feste Vorhaben, in Aachen wieder in den Kreis der Weltklasse zurückzukehren. „Und der Plan steht noch“, sagt Langehanenberg, die nur fünf Tage nach der Geburt ihrer Tochter Finja wieder auf dem Pferderücken Platz genommen hatte.

Gewöhnung brauchte Zeit

„Ich habe mich an den ersten beiden Tagen wie der erste Mensch auf einem Pferd gefühlt. Es war viel Muskulatur weg, es war nicht einfach und auch ein bisschen wacklig.“ Die Gewöhnung brauchte ein wenig Zeit, zumal die Nächte „schon noch recht kurz sind“, wie Langehanenberg erzählt. Doch mittlerweile, knapp drei Wochen nach der Wiederaufnahme des Trainings, fühlt sie sich schon deutlich wohler im Sattel. „Es geht von Tag zu Tag besser, wir sind wirklich auf einem guten Weg.“

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Mit dem „Wir“ meint die zweifache Siegerin des Weltcup-Finals (2013, 2014) sich und ihr Top-Pferd Damsey, mit dem sie im Vorjahr beim CHIO zunächst den Grand Prix hatte gewinnen und dann den Special als Zweite beenden können. „Er hatte auch eine Pause, kennt mit seinen 16 Jahren aber alles. Wir haben jetzt die Aufgabe schon durchgearbeitet, er ist gesund und fit“, sagt Lange-hanenberg, die jedoch ohne großen Druck in die Aachener Soers reisen wird – und auch ohne die ganz großen Ansprüche, die bei ihr ansonsten stets recht hoch angesiedelt sind.

Gesamteindruck stimmt positiv

„Es wird bestimmt etwas schiefgehen, eine kleinere Kante wird dabei sein. Aber es kommt, wie es kommt, wir haben nichts zu verlieren. Und Damsey war ja schon immer eine kleine Wundertüte“, erklärt Lange­hanenberg. Doch der Gesamteindruck der vergangenen Tage stimmt sie positiv, einem Start steht nichts im Wege. „Wenn ich merken würde, dass es gar nicht geht, würde ich nicht hinfahren.“ Schließlich ist Aachen, und mit dieser Herangehensweise ist die münsterische Dressurreiterin gewiss nicht allein, immer noch etwas ganz Besonderes. Dort will ein jeder dabei sein – und möchte sich vor Ort im Optimalfall auch gut verkaufen.

Gelingt dies Langehanenberg mit Damsey, ist sogar eine Teilnahme an den Weltreiterspielen im September in Tryon (USA) möglich. Die Hintertür hatte ihr Bundestrainerin Monica Theodorescu schon zu Jahresbeginn aufgehalten, die Chancen sind noch da. Zumal mit Kristina Bröring-Sprehe nach dem Ausfall ihres Pferdes Desperados eine potenzielle Mannschaftsstarterin passen muss. So weit aber will Langehanenberg gar nicht denken, erst einmal steht am Mittwoch das Comeback im Sattel an.



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