Rugby: Frauen gründen Spielgemeinschaft
Touristinnen machen gemeinsame Sache und wollen in die Bundesliga

Münster -

Sie kommen aus ganz NRW und sogar aus Niedersachsen. Die 25 Frauen wollen nur eins: Rugby spielen. Und das am liebsten in der Bundesliga. Weil die einzelnen Vereine zu wenig Spielerinnen haben, haben die Frauen eine Spielgemeinschaft gegründet.

Montag, 16.07.2018, 17:02 Uhr aktualisiert: 17.07.2018, 11:49 Uhr
Im Testspiel gegen die SG Rhein/Main haben die „Ruckoons“ schon Bundesliga-Luft geschnuppert.
Im Testspiel gegen die SG Rhein/Main haben die „Ruckoons“ schon Bundesliga-Luft geschnuppert. Foto: SG Rugby Ruckoons

Für ein Rugby-Spiel nimmt Margaux Aubel weite Wege auf sich. Und das meint nicht die Radtour, die sie zwei Mal wöchentlich zum Trainingsgelände der „Rugby Tourists“ am Pleistermühlenweg macht. Aubel spielt dort in der Frauenmannschaft, seit Kurzem ist sie zudem Mitglied der „SG Rugby Ruckoons“. Spielerinnen aus Nordrhein-Westfalen und aus Niedersachsen haben sich in diesem Team zusammengeschlossen. Ihr Ziel: die Bundesliga.

Die Spielerinnen kommen aus Aachen, Bielefeld, Bochum, Dortmund, Düsseldorf, Münster, Paderborn und Göttingen. Es sind 25 Frauen, die jüngste ist 19, die älteste über 30. Sie alle spielen Rugby im Verein, doch überall fehlt es an Aktiven, sagt Margaux Aubel. Deshalb werde nur 7er- statt 15er-Rugby gespielt, also mit sieben statt 15 Spielerinnen. „Für ein eigenes 15er-Team reicht es bei keinem von uns“, sagt Aubel. Um endlich in diesem Format spielen zu können, wurde die Spiel­gemeinschaft gegründet.

Die Frauen haben sich vorgenommen, mindestens einmal im Monat gemeinsam zu trainieren. Doch Aubel weiß auch: „Es braucht viel Engagement von jeder einzelnen Spielerin.“ Daran Schuld sind vor allem die Entfernungen. Trainiert wird „in irgendwelchen Städten in NRW, die einen Rugby-Platz haben“. Dabei geht es quer durch das Bundesland, „so dass es für alle mal weiter und mal näher ist“.

Die Qualifikation für die Rugby-Bundesliga ist denkbar einfach: Man muss sich nur anmelden. Doch für die „Ruckoons“ gab es eine enorme finanzielle Hürde. „Vor allem für Trikots und Fahrtkosten brauchen wird Geld“, sagt Margaux Aubel. Das Team hat sich für Crowd­funding entschieden. Zehn Tage lang konnte online gespendet werden. Das Ergebnis ist beachtlich: Es sind 10 726 Euro zusammengekommen. „Unser Mindestziel, um in der Bundesliga starten zu können, waren 7000“, sagt Aubel. Der Anfang sei gemacht, jetzt werden Sponsoren gesucht, die das Team langfristig unterstützen.

Sportlich ist die Mannschaft schon mitten in der Vorbereitung, die Saison startet im Herbst. Bundes­liga-Luft wurde bereits im Testspiel gegen die SG Rhein/Main geschnuppert. „Wir haben verloren, aber in der ersten Halbzeit haben wir gut gegengehalten“, freut sich Margaux Aubel. Sie und die anderen wissen, „dass es in der Bundesliga am Anfang echt hart wird“. Aber die Freude auf die Spiele und die anderen Teams überwiege eindeutig.

In der vergangenen Saison haben fünf Teams in der Bundesliga gespielt: Neuenheim, St. Pauli, Heidelberg, Köln und die Spielgemeinschaft Rhein-Main. Die neue Saison startet im Herbst, dann werden es wohl sechs sein. Die „Ruckoons“ sind bereit.

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