So., 22.07.2018

Reiten: CHIO Bei Klimke folgt in Aachen auf Enttäuschung ein Strahlen

Ingrid Klimke und Bluetooth gewannen beim CHIO in Aachen den Intermediaire I.

Ingrid Klimke und Bluetooth gewannen beim CHIO in Aachen den Intermediaire I. Foto: imago/Ingo Wächter

Münster - 

Beim CHIO in Aachen war Ingrid Klimke nach dem Geländeritt in der Vielseitigkeit mir Hale Bob enttäuscht. Doch später zeigte sie mit Parmenides im Springen sowie Bluetooth und Franziskus in der Dressur hervorragende Leistungen.

Von Henner Henning

Der Samstag beim CHIO in Aachen war für Ingrid Klimke (RV St. Georg Münster) ein Tag mit der gesamten Bandbreite an Emotionen. Da war zunächst am Mittag die Enttäuschung in der Vielseitigkeit, in der die Einzel- und Teamsiegerin des Vorjahres die Titelverteidigung deutlich verpasste. Da waren aber auch ihre Auftritte am Abend im Parcours und im Viereck, die sie wieder strahlen ließen.

Aber der Reihe nach: Aus der Verfolgerposition war Klimke in der Vielseitigkeit als Vierte ins Gelände gegangen und lag dort lange auf Kurs. Bis zum Hindernis 16 a, an dem ihr Wallach Hale Bob einfach an dem schmalen Trapez vorbeilief und seiner Reiterin damit 20 Strafpunkte sowie als Folge weitere Zähler für die Zeitüberschreitung einbrockte. „Ich bin eigentlich mit Bobby total zufrieden. Da war nur dieser eine Moment, dieses Missverständnis. Für ihn gab es in diesem Moment mehrere Möglichkeiten, das hat ihn irritiert“, sagte Klimke.

Es war exakt das Hindernis, das auch Julia Krajewski (Warendorf) zuvor zum Verhängnis geworden war, Samourai du Thot verweigerte gleich drei Mal und schied aus. Ein herber Rückschlag für das deutsche Team, das mit Klimke, Krajewski, Andreas Dibowski (Döhle) mit Corrida und Kai Rüder (Blieschendorf) mit Colani Sunrise die Führung letztendlich verlor und nur auf dem fünften Rang landete.

Doch diesen Rückschlag schüttelte Klimke ab – Mund abputzen und rein in den Springsattel. Mit Parmenides wurde sie an der Seite der Schweizer Alain Jufer und Jerome Voutaz in einer kombinierten Spring-, Vielseitigkeits- und Fahrprüfung Zweite. Und diesen Schwung nahm die 50-Jährige auch mit in das Viereck, in dem sie Glanzpunkte setzte. Zunächst mit Bluetooth im Intermediaire I, den sie mit 72,767 Prozent vor Steffen Peters (USA) mit Donovan (72,176 Prozent) gewann. Ihre Vereinskollegin Anabel Balkenhol wurde mit Crystal Friendship Elfte (67,520 Prozent). „Das war eine super schöne Runde“, sagte Klimke, die ein weiteres Top-Resultat folgen ließ. Und zwar in der Kür der CDI-Tour, im Sattel von Franziskus. Satte 78,390 Prozent gab es für das Paar aus dem deutschen Perspektivkader – so gut war der Hengst noch nie. Einzig die Amerikanerin Shelly Francis ritt mit Danilo einen Prozentpunkt besser. „Das war der krönende Abschluss. Als letzte Starterin unter Flutlicht vor so einer Kulisse. Das werde ich so schnell nicht vergessen“, so Klimke.

Knapp am Sieg vorbei schrammte auch Gerrit Nieberg (RV St. Hubertus Wolbeck) im Finale des U-25-Springpokals. Im Stechen leistete er sich mit Baccord einen Abwurf und wurde beim Erfolg von Richard Vogel (Riesenbeck) mit Solitaer Vierter. Philipp Schulze Topphoff (RV Roxel) kam mit Cooper auf Rang elf.



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