Leichtathletik: DM in Nürnberg
Sparenberg sprintet auf Rang vier, Sanders mit EM-Chance und das Malkus-Comeback

Münster -

Die Deutschen Meisterschaften in Nürnberg hatten aus münsterischer Sicht viel zu bieten. Da waren die schnellen Jungs Kai Sparenberg und Manuel Sanders, die zum richtigen Zeitpunkt in Top-Form waren. Da war das Comeback von Lena Malkus in der Sprunggrube – und da war Pechvogel Nils Voigt.

Sonntag, 22.07.2018, 20:36 Uhr aktualisiert: 23.07.2018, 14:24 Uhr
Den Blick direkt auf die Zeit gerichtet. Und die kann sich sehen lassen. Ka Sparenberg (2.v.r.) sprintete im DM-Finale über 200 Meter in auf Platz vier.
Den Blick direkt auf die Zeit gerichtet. Und die kann sich sehen lassen. Kai Sparenberg (2.v.r.) sprintete im DM-Finale über 200 Meter in auf Platz vier. Foto: dpa

Manuel Sanders wahrte mit einer schnellen Stadionrunde seine Chancen auf eine EM-Teilnahme, Kai Sparenberg sprintete über 200 Meter als Vierter in die nationale Spitze und Lena Malkus feierte eine emotionale Rückkehr auf die große Bühne. Münsters Leichtathleten schrieben bei den Deutschen Meisterschaften in Nürnberg ihre ganz eigenen Geschichten.

Erstmals seit ihrer langen, 25-monatigen Verletzungspause war Malkus wieder Teil eines großen Weitsprung-Wettkampfs, entsprechend groß war die Nervosität. „Ich habe mich im Vorfeld riesig gefreut, wieder dabei zu sein. Aber als ich dann ins Stadion kam, war ich fast erschlagen. Da ist die Aufregung über mich hereingebrochen“, sagte Malkus, die prompt den ersten Versuch verpatzte. „Das war Murks“, gestand die Deutsche Meisterin von 2015.

Doch die 24-Jährige sammelte sich wieder, auch ein Gespräch mit Trainerin Elke Bartschat verhalf zur mehr Sicherheit. Die allein aber brachte keinen Erfolg, nach zwei weiteren ungültigen Sprüngen war der Wettkampf schon vorbei. Für die Athletin des SC Preußen aber kein Beinbruch. „Ich wusste, dass mir die Routine und die Wettkämpfe fehlen. Es war ein super schönes Gefühl, wieder dabei zu sein und schmerzfrei zu springen. Das gibt mir Rückenwind“, meinte Malkus, die in den nächsten Tagen das weitere Startprogramm mit Elke Bartschat bespricht.

Auf der DLV-Vorschlagsliste

Ihr Vereinskollege Manuel Sanders könnte die zweite August-Woche vielleicht noch unverhofft in seinem Kalender rot markieren. Der 400-Meter-Läufer steht nach seinen starken Leistungen auf der Vorschlagsliste des DLV für die EM, am Dienstag entscheidet sich, ob er nominiert wird. „Das wäre eine Sensation“, sagte sein Trainer Frank Bartschat.

Verdient hätte es der SCP-Läufer allemal, schon im Vorlauf war er in 46,71 Sekunden so schnell wie in diesem Jahr noch nicht. Und es ging noch fixer, das Finale über 400 Meter beendete er mit neuer Bestzeit in 46,45 Sekunden als Sechster. „Dabei ist er die ersten 200 Meter etwas langsamer angelaufen als im Vorlauf“, sagte sein Coach, der von Preußens 4 x 100-Meter-Staffel mit Tabea Christ, Imke Daalmann, Luisa Bodem und Judith Wessling in 46,14 Sekunden ebenfalls eine Saisonbestzeit stoppte. „In dieser Konstellation haben sie das Beste herausgeholt“, so Bartschat.

Nervosität vor dem Start

Auf den Punkt fit war auch Sparenberg – und münzte dies in einen superschnellen Sprint um. Im Vorlauf unterbot er erstmals in seiner Karriere die 21-Sekunden-Marke (20,98) und flitzte als Vierter ins 200-Meter-Finale. „Vor dem war er etwas nervös, dazu kam noch ein Fehlstart eines Konkurrenten“, sagte Trainer Jörg Riethues. So blieb der Sprinter der LG Brillux beim Start etwas „sitzen“, überzeugte aber mit einem starken Finish in 21,06 Sekunden. „Trainer und Athlet sind zufrieden“, sagte Riethues.

Zur Zufriedenheit trug auch die 3 x 1000-Meter-Staffel mit Tom Thiemann, Jens Kassebeer und Jari Bender bei, die in 7:46,96 Minuten Saisonrekord lief. Pech hatte dagegen Nils Voigt (LG). Nach 1600 Meter stürzte der 3000-Meter-Hindernisläufer, verpasste so den Anschluss und damit eine bessere Platzierung als Rang zwölf. „Das war natürlich sehr ärgerlich“, sagte Riethues.

Wesslings „Akku leer“

Ebenfalls nicht vom Glück verfolgt war Judith Wessling im Rennen über 400 Meter Hürden. Die bei der U-23-DM erlittene muskuläre Verletzung setzte ihr noch zu, nach der fünften Hürde verließen sie die Kräfte. „Da war dann der Akku leer“, erklärte Frank Bartschat. Erst gar nicht an den Start ging Dreispringer Christoph Garritsen (SCP). DLV-Chefarzt Dr. Andrew Lichtenthal empfahl ihm wegen der Fersenprobleme eine Absage.

Sein Vereinskollege Matthis Leon Wilhelm zahlte bei seiner DM-Premiere „Lehrgeld“ und verpasste mit 7,16 Metern das Finale. Die Sprintstaffel der LG Brillux, die erstmals unter 41 Sekunden (40,96) blieb und damit Kreisrekord lief, wurde mit Markus Greufe, Sparenberg, Jan Vogt und Justus Hilling Achte – ein starkes Ergebnis.

https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/5925518?categorypath=%2F2%2F2669082%2F2670173%2F2686137%2F2686209%2F2686789%2F
Nachrichten-Ticker