Fußball: 3. Liga
Die Saison startet mit zwei Auftakt-Knallern

Münster -

„Die beste 3. Liga aller Zeiten“ soll das sein. Könnte hinkommen. Die Namen der Teilnehmer sind klangvoll. Demnach müssen Preußen Münster, die Sportfreunde Lotte und der VfL Osnabrück bei vier Absteigern erst mal ihren Platz finden.

Donnerstag, 26.07.2018, 16:24 Uhr aktualisiert: 26.07.2018, 16:59 Uhr
Adriano Grimaldi (r.), hier mit Herbert Paul und Stürmerkollege Sascha Mölders, ist von den Preußen zu 1860 gewechselt.
Adriano Grimaldi (r.), hier mit Herbert Paul und Stürmerkollege Sascha Mölders, ist von den Preußen zu 1860 gewechselt. Foto: imago/Hafner

Beobachter und Experten sind sich einig: Das wird die attraktivste 3. Liga aller Zeiten. Das kann oder muss man sogar so sehen. Die Neuzugänge sind allesamt einstige Erstligisten – und der 1. FC Kaiserslautern, Eintracht Braunschweig sowie die Aufsteiger TSV 1860 München und KFC Uerdingen (mit dem 2014er-Weltmeister Kevin Großkreutz) gelten auch als Favoriten.

Dazu kommen weitere prominente Clubs wie der ebenfalls ambitionierte Karlsruher SC oder Hansa Rostock, vier weitere Ostclubs, die immer für mächtig Stimmung sorgen, und Alteingesessene wie Preußen Münster oder der VfL Osnabrück.

Aus der Gefahrenzone heraushalten

Die beiden Erzrivalen, die in ihr achtes Drittliga-Jahr gehen, eint die Priorität, sich aus der Gefahrenzone herauszuhalten. In der Vorsaison gelang das erst spät. Auch jetzt hat die Konkurrenz wesentlich mehr Mittel zur Verfügung.

Preußen Münsters Kader für die Saison 2018/19 - Kurzporträts

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  • Der SC Preußen der Saison 2018/2019:

    Obere Reihe von links

    Julian Conze, Danilo Wiebe, Fabian Menig, Ole Kittner, Simon Scherder, René Klingenburg, Jannik Borgmann, Dominik Lanius, Cyrill Akono, Rufat Dadashov, Lion Schweers, Philipp Hoffmann, Tobias Warschewski

    Mittlere Reihe von links

    Marco Antwerpen (Trainer), Kurtulus Öztürk (Co-Trainer), Milenko Gilic (Torwarttrainer), Helge Dahm (Zeugwart), Sandrino Braun, Niklas Heidemann, Ugur Tezel, Christian Krabbe (Leitender Physiotherapeut), Lukas Brüggemann (Physiotherapeut), Cornelius Müller-Rensmann (Mannschaftsarzt), Harald Menzel (Teammanager), Malte Metzelder (Geschäftsführer Sport)

    Vordere Reihe von links

    Adrian Knüver, Philipp Müller, Martin Kobylanski, Benjamin Schwarz, Oliver Schnitzler, Maximilian Schulze Niehues, Marian Prinz, Moritz Heinrich, Tobias Rühle, Lucas Cueto, Kevin Rodrigues Pires

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Slalom ist nicht die Disziplin von Fabian Menig. Der Mann ist absolut linientreu und läuft zuverlässig rechts auf und ab.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Jannik Borgmann ist groß und jung. Und weil er außerdem schon sehr abgeklärt und ruhig mit dem Ball umgeht, macht er den arrivierten Recken in der Innenverteidigung ordentlich Dampf.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Oliver Schnitzler ist die Nummer eins: So steht es zumindest auf seinem Trikot. Im Team muss er sich noch mit dem Kollegen Schulze Niehues über den Platz zwischen den Pfosten austauschen.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Sandrino Braun läuft, das haben jüngste Forschungen ergeben, mit Muskelkraft. Damit wären alle landläufigen Theorien, der Preußen-Dauerläufer sei duracell-betrieben, endlich entkräftet.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Philipp Müller ist technisch beschlagen und nach einer etwas längeren Fußballpause noch im Helene-Fischer-Modus, nämlich schnell atemlos. Die konditionellen Rückstände sollten aber bald behoben sein.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Rufat Dadashov war der Schrecken der Regionalliga Nordost. Drum ist man dort heilfroh, den Scharfschützen los zu sein. Ab sofort nimmt er die Drittliga-Tore ins Visier. Alle, außer dem der Preußen.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Sportfreund Kevin Rodrigues Pires kennt sich in Münsters Mittelfeld bestens aus – auch wenn er dort zuletzt immer gegen den SCP gearbeitet hat. Doch jetzt gehört er zum Team, das Lotter-Leben ist vorbei.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Tobias Rühle ist der Marc Wilmots des SC Preußen. Kompakt, drahtig und ganz schwer vom Ball zu trennen.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Martin Kobylanski ist der Mann für die besonderen Momente. Seine Freistöße können an guten Tagen Tor-des-Monats-Reife entwickeln. In diese Saison geht „Koby“ als Vize-Mapitän.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Ole Kittner ist der Münsteraner bei Münster und als Zentrum der westfälischen Dreierkette kaum mehr wegzudenken.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Für Ugur Tezel ist Münster eine Kleinstadt. Der gebürtige Berliner ist aus der Bundeshauptstadt in die westfälische Provinz gewechselt. Es dürfte dem 21-Jährigen keine Probleme bereiten, sich hier zurechtzufinden.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Kapitän Simon Scherder ist einer der selbsternannten „Ochsen“, die in der münsterischen Dreierkette die gegnerischen Stürmer zur Weißglut bringen.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Rene Klingenburg hat auf Schalke schon am Prof-Fußball geschnuppert, war zuletzt aber nur noch für die Schalker Amateure im Einsatz. In Münster will sich der ehemalige Knappe jetzt zum Ritter schlagen lassen.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Tobias Warschewski sucht eine Wohnung in Münster, auf dem Platz hat er schon eine Bleibe: In der Sturmspitze.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Marian Prinz hat seinen Platz im Tor sicher: Er sammelt Spielpraxis in der A-Junioren-Bundesliga.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Philipp Hoffmann ist der Mann für die schnellen Momente: Wenn es eilig ist, baut der SCP auf den Antritt des 25-Jährigen..

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Es ist ein Kreuz mit dem Band: Danilo Wiebe muss auf eine schnelle Heilung hoffen, damit er 2019 wieder zum Team stoßen kann.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Auch Benjamin Schwarz verbringt mehr Zeit in Warte- und Behandlungszimmern als auf dem Platz. Ist er gesund, dann ist er ein ganz wichtiger Leistungsträger.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Moritz Heinrich startet in sein zweites Preußen-Jahr und hat sich noch einige Ziele offengehalten. Die will er jetzt angehen.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Lion Schweers ist der Leisetreter in Münsters Abwehr-Dreigestirn. Seine Leistung ist aber auch ohne Worte immer ohne Fehl und Tadel.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Adrian Knüver trainiert mit der Ersten und spielt (noch) in der Zweiten.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Cyrill Akono hat seine Drittliga-Feuertaufe bereits hinter sich, soll jetzt aber zunächst die A-Junioren zum Bundesliga-Klassenerhalt bomben.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Niklas Heidemann findet Münster gut und Münster findet Heidemann gut: Die Preußen und ihr 23-jähriger Linksverteidiger haben in Bestzeit zueinander gefunden.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Max Schulze Niehues erwartet den nächsten Angriff auf den Posten zwischen den Pfosten, aber irgendwann steht der Mann aus Dreierwalde auf jeden Fall wieder im Kasten – versprochen.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Lucas Cueto wollte nicht gehen und jetzt sind alle froh, dass er bleibt. Der 22-jährige Kölner hat Stammplatz-Potenzial.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Dominik Lanius ist Innenverteidiger und damit in bester Gesellschaft. Der Ex-Kölner reiht sich ein in die Gruppe Hochbegabter in Münsters zentraler Abwehrreihe.

    Foto: Jürgen Peperhowe

„Wir wollen immer mehr laufen als der Gegner“, sagt SCP-Trainer Marco Antwerpen, der sein Team möglichst auch während einer Partie mit verschiedenen Systemen und Ausrichtungen operieren sehen möchte. Die Devise von VfL-Coach Daniel Thioune, der eine schwierige Einstandssaison hatte, klingt gar nicht viel anders: „Wir wollen weniger labern, wir wollen liefern.“

SF Lotte hofft auf Klassenerhalt

Der dritte Drittligist aus der Region ist zwar noch kein Urgestein, hat aber immerhin zwei aufreibende Spielzeiten hinter sich – und in diesem Sommer einen massiven Umbruch. Die Sportfreunde Lotte hoffen nach einem Traumjahr mit Pokal-Sensationen sowie einer Serie zum Vergessen mit vier Trainern auf mehr Kontinuität und peilen den Klassenerhalt an.

Matthias Maucksch, der neue Mann auf der Kommandobrücke, kam von Regionalligist Union Fürstenwalde und sagt: „Im Abstiegskampf werden sich viele Mannschaften wiederfinden.“

Da es erstmals vier Absteiger gibt und das Feld traditionell gerade hinter der Spitzengruppe sehr eng beieinander liegt, pflichtet ihm da jeder bei. Auch Carl Zeiss Jena, der SV Meppen, die SG Sonnenhof Großaspach, der FSV Zwickau oder Fortuna Köln schauen zuallererst mal nach unten.

Obere Ränge reserviert

Die Ränge im oberen Drittel scheinen jedenfalls für die einstigen Branchenriesen reserviert. Schon der erste Spieltag liefert mehr als einen Vorgeschmack. Das Eröffnungsspiel bestreiten an diesem Freitag die Eintracht und der KSC (19 Uhr).

Am Samstag um 14 Uhr kommt es zum Knaller zwischen Roten Teufeln und Löwen. Auf dem Betzenberg werden fast 45 000 Besucher erwartet – Wahnsinn! Das erste von 30 Montagsspielen bestreiten Lotte und Meppen. Klar ist: Bei so vielen hochgehandelten Teams wird es am Ende auch Enttäuschte geben.

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