Mo., 13.08.2018

Fußball: Oberliga Gievenbeck von Schermbeck spät und gleich doppelt erwischt

Energisch in der neuen Klasse: Maximilian Brüwer (l.), hier gegen Pa­trick Rudolph, traf zum 2:0 für Gievenbeck. Und sah nach seiner Auswechslung die Wende, die unerwartet kam für die so zuversichtlich ins neue Zeitalter schreitenden Münsteraner.

Energisch in der neuen Klasse: Maximilian Brüwer (l.), hier gegen Pa­trick Rudolph, traf zum 2:0 für Gievenbeck. Und sah nach seiner Auswechslung die Wende, die unerwartet kam für die so zuversichtlich ins neue Zeitalter schreitenden Münsteraner. Foto: Wilfried Hiegemann

Münster - 

Bitterer Start ins Oberliga-Abenteuer für den 1. FC Gievenbeck – gegen Mitaufsteiger SV Schermbeck kassierte der Gastgeber in der Nachspielzeit das 2:2. Erst kurz davor war der Gegner wie aus dem Nichts zum Anschluss gekommen.

Von Thomas Austermann

Am 6. Mai gab es für den 1. FC Gievenbeck mit dem 1:1 gegen den SV Schermbeck richtig was zu feiern. Die Meisterschaft in der Westfalenliga. Jetzt trugen die münsterischen Oberliga-Spieler Trauer nach dem 2:2 (1:0) gegen den Mitaufsteiger, denn der traf ganz spät doppelt wie glücklich. 320 Zuschauer zog diese Premiere in den Sportpark, eine bemerkenswerte Kulisse für ein Duell zweiter personell kaum veränderter Klassenneulinge.

In die FCG-Elf schaffte es auf Anhieb Ex-Preuße Johan Scherr, der an der Seite des robusten Thomas Teupen verteidigte. Maximilian Franke blieb wegen Trainingsrückstands draußen, ebenso Offensivmann Christian Keil. Die Ersatzspieler dürften ob der Spielentwicklung auch still die Köpfe geschüttelt haben: Rund 20 Minuten lang erstickte jeder Versuch, im Miteinander etwas zu produzieren. Es gab kleine Fouls des FCG und große Theatralik seitens der Gäste, die oft den ruhenden Ball treten durften. Bis es dem so gerne offensiven Außenverteidiger Arne Stegt zu bunt wurde. Von Tristan Niemann im Konter bedient, spielte der klug mitgelaufene Stegt auch die Gegenspieler noch trickreich aus und traf (25.).

Den robusten, aber spielerisch doch limitierten Gästen blieb alleine die Konzentration aufs Emotionale. „Deren Mentalität ist eben, laut und aggressiv zu sein“, sagte Gievenbecks Trainer Benjamin Heeke – und vermisste in den eigenen Reihen eine Portion davon. Mit dem Treffer kam seine Elf um den sehr präsenten Yasin Altun deutlich besser auf und versuchte nach dem Wechsel, der Linie treu zu bleiben „und Fußball zu spielen“ (Heeke). Maximilian Natrup hatte Szenen, Niemann bestrafte um ein Haar einen Stockfehler von Torwart Cedric Drobe, der fortan mit Ball am Fuß restlos verunsichert agierte. Sein Gegenüber Nico Eschhaus atmete nur einmal durch – nachdem Scherr per Kopfball-Rückgabe den Pfosten traf. Auch eine Serie von Eckbällen nutzte Schermbeck nicht, fing sich vielmehr das zweite Gegentor: Der läuferisch starke Julian Canisius „klaute“ dem fahrlässigen Drobe fair wie intelligent den Ball, Niemann sah Maximilian Brüwer, der cool blieb beim Abschluss (61.) ins halbleere Tor.

Niemann musste fast den Deckel draufmachen, als er nach Nils Heubrocks perfektem Pass völlig frei stand und doch einen Tick zu überhastet verzog (79.). Schermbecks kräftige Sturmspitze Marc Schröter zog im Zweikampf gegen Scherr, der nicht foulte, alle Register. Und bekam den Elfmeterpfiff von Spielleiter Philip Dräger (Bielefeld). Er verwandelte selbst, zwei Minuten vor Schluss.

Und der Treffer sorgte tatsächlich für einen späten Schub in der Elf von Trainer Thomas Falkowski. Nach einem Einwurf fasste sich der nach vorne geeilte SV-Kapitän und Außenverteidiger Nikolaj Zugcic ein Herz und traf fulminant aus über 20 Metern – in der Nachspielzeit. Schermbeck drehte jubelnd seine Runden, die Gievenbecker formierten sich im Frust zusammen. „Ich weiß nicht, wie viele Gegentreffer dieser Art wir schon bekommen haben“, ärgerte sich Heeke über ein Maß an mangelnder Konzentration. Seine Elf war dem ersten Dreier so nahe und hätte die volle Ausbeute gegen diesen Gegner bestens brauchen können, zumal sie sich nach den Anfangsschwierigkeiten insgesamt treu blieb und „eben nicht Langholz-Fußball spielte“ (Heeke). Dieser Maxime will der FCG treu bleiben – auch wenn es mal eng werden sollte auf dem neuen Niveau. FCG: Eschhaus – Stegt, Teupen, Scherr, Natrup – Altun – Heubrock, Geisler, Canisius – Niemann, Brüwer (64. Keil)



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