Mo., 20.08.2018

Fußball: Westfalenpokal Eine Ansage: Dadashovs Viererpack – Preußen Münster „heiß“ auf das Derby

In Torlaune: Rufat Dadashov zieht ab. Nach Spielende war Trainer Marco Antwerpen (kleines Bild) zufrieden mit dem Spiel.

In Torlaune: Rufat Dadashov zieht ab. Nach Spielende war Trainer Marco Antwerpen (kleines Bild) zufrieden mit dem Spiel. Foto: Sebastian Sanders

Münster - 

Vier Treffer von Rufat Dadashov waren wesentlicher Bestandteil des 7:0-Sieges des SC Preußen Münster im Westfalenpokal über den Westfalenligisten BSV Schüren, nun geht es gegen den FC Brünninghausen. Die Konzentration richtet sich jetzt aber schon voll auf das Derby in Osnabrück am kommenden Samstag.

Von Alexander Heflik

Schon nach einer Viertelstunde war fast allen der 1081 Zuschauer im Stadion klar, dass der SC Preußen Münster in die zweite Runde des Westfalenpokals einziehen würde. Am Ende hieß es 7:0 (3:0) für den Fußball-Drittligisten im Vergleich mit dem Westfalenligisten BSV Schüren. „7:0 gewonnen, eine Runde weiter, ich bin zufrieden“, sagte Trainer Marco Antwerpen knapp angebunden nach der Partie. Und: „Mir hätte auch ein 1:0 gereicht.“

Aber so war es irgendwie besser, standesgemäßer, ein deutlicher Klassenunterschied trat zu Tage. Und weil Antwerpen seine Formation so wählte, dass vor allem die Reservisten in einem Pflichtspiel zum Einsatz kommen sollten, stand da schon die Frage im Raum: Können die das auch? Immerhin hatte er die Startelf im Vergleich zum 1:0-Heimerfolg über SF Lotte gleich auf neun Positionen verändert. Antwerpens Verschiebebahnhof irgendwie.

Schließlich ist der SCP Tabellenführer in der 3. Liga, fährt am Samstag zum Derby gegen den VfL Osnabrück. Antwerpen ist einer der Fußballlehrer, die gerne mal auch überraschen mit Personalentscheidungen. Insofern war die Partie gegen Schüren wichtig, um zu sehen, ob der zweite Anzug sitzt.

Er saß, weil 90 Minuten lang der SCP das Geschehen diktierte, und eher höher gewonnen hätte als ein Gegentor zu kassieren. Ugur Tezel, der als Rechtsverteidiger bislang im Schatten von Fabian Menig stand, traf früh zum 1:0 und überzeugte auch sonst in dieser Rolle. Als Philipp Hoffmann nach einer Viertelstunde zum 2:0 getroffen hatte, war fast alles geklärt. Der Rest war Formsache, Schüren wehrte, Münster mühte sich. Ein unterhaltsamer Kick mit ganz klar verteilten Rollen.

Drei Fragen an

Rufat Dadashov war beim 7:0-Sieg über den BSV Schüren ein echter Torjäger.Haben Sie drei oder vier Tore geschossen?Dadashov: Beim 3:0 werde ich angeschossen, das war dann auch mein Tor. Es waren vier Treffer.In der ersten Halbzeit wirkten Sie zögerlich beim Abschluss?Dadashov: Ich habe mich in der Pause auch aufgeregt, das ich immer ein, zwei Sekunden gezögert habe. Der Trainer hat mir das auch gesagt. Nach der Halbzeit habe ich die Dinger einfach direkt draufgehauen.Vier Tore in einem Spiel sind keine schlechte Empfehlung für einen Reservisten?Dadshov: Alle Spieler, die jetzt gespielt haben, waren etwas hinten dran. Insgesamt haben wir das ganz gut gemacht. Vier Tore, auch gegen so einen Gegner, muss man erstmals machen. Ich bin zufrieden.

Und Dadashov nahm in der 35. Minute Fahrt auf, obwohl er zuvor einige Male zu unentschlossen gewirkt hatte in der Zone, wo er sich sonst am wohlsten fühlt: im Strafraum. Mit jedem Treffer wuchs sein Selbstbewusstsein, am Ende verhinderte nur das 5:0 durch Hoffmanns zweites Tor einen reinen Hattrick des Torjägers.

„Wir konnten Dinge wie Gegenpressing und Rest-Verteidigung in einem Spiel üben, wo das Tempo nicht ganz so hoch ist wie in einem Drittliga-Spiel“, sagte Coach Antwerpen. Tatsächlich wurde der eine oder andere Fehler eher verziehen, Schüren fehlte dazu die Qualität. Antwerpen war zufrieden: „Das war gut.“

Und jetzt richten sich die Augen zum Derby, Münster ist Spitzenreiter, Osnabrück ebenfalls auch stark gestartet. Zwei Tage trainingsfrei erhalten die Preußen, Muskelkater ausschütteln, vielleicht ein Besuch auf dem Stadtfest. Aber wenn man ehrlich ist, dann hat sich der Nachbarschaftsvergleich bereits jetzt in den Köpfen festgesetzt. Was sagte Mittelfeldspieler René Klingenburg, gegen Schüren geschont, auf dem Weg aus der Kabine: „Das einzige, was interessiert, ist das Derby.“ Recht hat er. Münster: Schulze Niehues – Tezel, Lanius, Schweers, Heidemann (46. Warschewski) – Braun (46. Scherder), Kobylanski – Hoffmann, Cueto, Heinrich – Dadashov

Tore: 1:0 Tezel (6.), 2:0 Hoffmann (15.), 3:0 Dadashov (35.), 4:0 Dadashov (60.), 5:0 Hoffmann (68.), 6:0 Dadashov (71.), 7:0 Dadashov (87.)

Zuschauer: 1081

Schiedsrichter: Tobias Severins (Rheda)



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