Do., 23.08.2018

Fußball: Westfalenpokal Gievenbecker Traumtore krönen die Wende zum 3:1 gegen Wattenscheid 09

FCG-Torschütze Julian Canisius (M.) und Johan Scherr stemmen sich ins Duell mit SG-Spieler Nicolas Abdat.

FCG-Torschütze Julian Canisius (M.) und Johan Scherr stemmen sich ins Duell mit SG-Spieler Nicolas Abdat. Foto: Peter Leßmann

Münster - 

Die erste Halbzeit spielte Oberliga-Aufsteiger 1. FC Gievenbeck gegen den klassenhöheren Regionalligisten Wattenscheid 09 noch mit einer gehörigen Portion Respekt – und dementsprechend schwach. In der Pause weckte FCG-Trainer Benjamin Heeke seine Jungs – und die spielten fortan forsch auf bis zum 3:1-Sieg. Kurios: Gievenbeck trifft in der zweiten Pokalrunde erneut auf Wattenscheid. Diesmal gegen den Landesligisten DJK, der sich doch schon so auf das Derby gefreut hatten.

Von Thomas Austermann

Nach ziemlich grauslicher erster Halbzeit imponierte der 1. FC Gievenbeck im Westfalenpokalspiel der ersten Runde gegen die SG Wattenscheid 09 auf ganzer Breite und warf als Oberligist den Regionalligisten mit 3:1 (0:1) aus dem Rennen. 325 Zuschauer staunten und applaudierten.

Bevor es dann später, wie die Fans sangesfreudig ankündigten, nach Berlin geht, steht Ende August oder Anfang September die Fahrt nach Bochum an, zum Zweitrundenspiel bei Landesligist DJK Wattenscheid. Dessen Traum vom Derby platzte gestern, weil sich die lange Zeit solide-souveränen Gievenbecker Gäste partout nicht umstellten, sondern dem Mut, dem Biss und dem starken Umschaltspiel des Außenseiters auf den Leim gingen. 09-Trainer Farat Toku verpasste grippekrank den Abend, für ihn coachte das Wattenscheider Urgestein Werner Scholz, der 73 Jahre alte Torwarttrainer, der über 250 Bundesligaspiele in der Vita stehen hat.

Aus der zuletzt in Aachen siegreichen SG-Startelf standen nur drei Mann auf Gievenbecker Rasen. Die Dominanz der ernsthaft wie konzentriert agierenden Gäste war groß. Alleine Emre Yesilova drehte über rechts mächtig auf. Der FCG – wieder mit Maximilian Franke in der Abwehr – agierte passiv und wirkte gar ängstlich, er kam kaum zur Entlastung. Dass nur Fabio Dias traf (40.), gut bedient von Nicolas Abdat über links, war pures Glück. Zwar leistete sich 09 ein paar flapsige Aktionen vor dem eigenen 16-Meterraum, aber auch hier griff niemand zu.

Mit dem neuen Linksverteidiger Maximilian Natrup ging es in Halbzeit zwei, nachdem Trainer Benjamin Heeke in der Kabine unmissverständliche Appelle losgeworden war. „Ich war so sauer wie lange nicht – so ein Spiel muss doch ein Traum für jeden sein. Davon habe ich nichts gemerkt.“ Dann aber: Mehr und mehr bissen sich Yasin Altun, Daniel Geisler und Kilometermacher Julian Canisius in die Duelle und trauten sich am Ball was zu. Canisius traf an die Latte, Tristan Niemann fulminant nach Christian Keils Anspiel hoch ins kurze Eck zum 1:1 (59.). Und die Münsteraner blieben forsch und gescheit. Niemann war nach Canisius-Anspiel halblinks frei und traf mit verunglückter Flanke über den völlig verdutzten Keeper Steffen Scharbaum hinweg genau in den Knick (65.). Wattenscheid wechselte zwei Stammspieler ein, wirkte aber perplex und schaffte weder den Tempowechsel noch bot es die Kampfkraft, ins Spiel zurück zu kommen. Allein Frederik Lach war per Kopf einem Treffer nahe (80.). In einem nächsten und letzten Konter legte Canisius den Ball für Keil auf, bekam ihn zurück und machte das 3:1 (89.). Dieses Mal spielten die Führenden auch die Nachspielzeit bedenkenlos sicher herunter.

Heeke war stolz und lobte die Truppe, denn „sie hat ja gezeigt, zu was sie fähig ist gegen einen richtig guten Gegner, wenn man im Kopf etwas ändert. Und nur daran lag es heute.“

FCG: Eschhaus – Scherr (81. Stegt), Teupen, Franke, Krasenbrink (46. Natrup) – Heubrock, Altun, Geisler, Canisius – Keil, Niemann (87. Brüwer)



https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/5993302?categorypath=%2F2%2F2669082%2F2670173%2F2686137%2F2686209%2F2686789%2F