Do., 23.08.2018

Reiten: Turnier der Sieger Langehanenberg gibt eine letzte Empfehlung für Tryon ab

Mit über 77 Prozent gewann Helen Langehanenberg mit Damsey den Grand Prix – und lieferte dabei weitere Argumente für einen möglichen WM-Start.

Mit über 77 Prozent gewann Helen Langehanenberg mit Damsey den Grand Prix – und lieferte dabei weitere Argumente für einen möglichen WM-Start. Foto: Peter Leßmann

Münster - 

Das Warten geht für Helen Langehanenberg weiter. Noch immer hat Bundestrainerin Monica Theodorescu nicht das Geheimnis gelüftet, wer Deutschland bei der WM in Tryon vertritt. Ein Argument, sie mitzunehmen, lieferte Langehanenberg beim Turnier der Sieger im Grand Prix – mit Damsey.

Von Henner Henning

Ein anerkennendes Kopfnicken gab es von Bundestrainerin Monica Theodorescu, als Helen Langehanenberg nach ihrem Ritt im Grand Prix das Stadion vor dem Schloss verließ. 77,100 Prozent waren ein sehr ordentliches Ergebnis für die 36-Jährige und ihren Damsey, die damit am ersten Tag beim Turnier der Sieger die wichtigste Dressurprüfung gewannen – und es so der Bundestrainerin bei der Suche nach der endgültigen Dressur-Equipe für die Weltreiterspiele in Tryon (USA) noch schwerer machte.

Gelungene Leistung mit Damsey

„Ich quäle mich seit Wochen damit herum und weiß, wie schwierig die Situation auch für die Reiter ist“, sagte Theodorescu. Eine Antwort aber gab es zunächst noch nicht für Langehanenberg, die wohl mit Dorothee Schneider und Jessica von Bredow-Werndl um die zwei Plätze neben Sönke Rothenberger und Isabell Werth wetteifert. Dabei zeigte die Dressurreiterin des RV St. Georg Münster bei ihrem Heimspiel eine durchaus gelungene, wenn auch nicht fehlerfreie Leistung mit Damsey.

Fotostrecke: Tag 1 beim Turnier der Sieger 2018

77,100 Prozent vergaben die Richter an die Team-Weltmeisterin von 2012, die insgesamt mit ihrem Auftritt einverstanden war. „Über ganz, ganz große Teile bin ich sehr zufrieden. Auch wenn einige Mini-Ecken dabei waren und bei Damsey ein bisschen mehr Pep schön gewesen wäre“, sagte sie – und lag damit in ihrer Beurteilung auf einer Linie mit Theodorescu. „In Aachen ging Damsey insgesamt leichter und fließender. In der ersten Piaffe hat er sich ein bisschen sehr bitten lassen, die zweite war schon besser und überzeugender. Aber es war ein Ritt mit Höhepunkten, etwa bei der Galopptour und den Pirouetten“, so die Bundestrainerin.

Comeback beim CHIO

In Aachen beim CHIO hatte Langehanenberg nur vier Wochen nach der Geburt ihrer zweiten Tochter ihr Comeback gefeiert und gleich mit der deutschen Equipe den Nationenpreis gewonnen. Nun legte sie also beim zweiten Auftritt nach, „auch wenn Aachen schwer zu toppen war“ (Langehanenberg), reichte es für den Bestwert des Tages.

Zweite wurde Dorothee Schneider, die wie Langehanenberg gerne zu den Auserwählten Theodorescus zählen würde. Sie kam im Sattel von Faustus auf 76,160 Prozent – was sie sichtlich glücklich stimmte. Einen „Daumen hoch“ spendierte sie dem fachkundigen Publikum auf der sehr gut besetzten Haupttribüne. Das Lob aber galt auch ihrem zehn Jahre alten Wallach Faustus.

Nilshagen auf Rang drei

Direkt hinter Schneider folgte mit Therese Nilshagen und Dante Weltino ein Paar, das bei der WM starten darf. Die von Klaus Balkenhol trainierte Schwedin erlaubte sich im Viereck wenige kleine Fehler, etwa bei der zweiten Piaffe, reihte sich aber mit 74,500 wie auch Ingrid Klimke (RV St. Georg Münster) mit Franziskus (74,120) in die Riege der feinen Ritte ein. „Acht Pferde über 70 Prozent sprechen für das Niveau. Und das ist angemessen für das Turnier der Sieger“, sagte Theodorescu, ehe sie sich wieder der kribbeligen Aufgabe der WM-Nominierung widmete.



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