Sa., 25.08.2018

Fußball: Westfalenliga Mitte, hinten, vorne – Manuel Beyer ist beim TuS Hiltrup überall

Manuel Beyer kam als Mittelfeldspieler, wurde zum Innenverteidiger – und ist mittlerweile Stürmer.

Manuel Beyer kam als Mittelfeldspieler, wurde zum Innenverteidiger – und ist mittlerweile Stürmer. Foto: fotoideen.com

Münster - 

Lange war Manuel Beyer ein klassischer zentraler Mittelfeldspieler. Dann wurde er in der Vorsaison kurzerhand in die Innenverteidigung „verfrachtet“. Mittlerweile firmiert der Allrounder des TuS Hiltrup offiziell als Stürmer.

Von Thomas Rellmann

Als Manuel Beyer seinem Trainer Carsten Winkler den Termin für den „Tag der Tage“ mitteilte, dürfte der kurz blass geworden sein. Heiraten? 48 Stunden vor einem Meisterschaftsspiel? Ab besten danach direkt in die Flitterwochen? Das konnte dem Coach des TuS Hiltrup natürlich nicht gefallen. Ohne seinen Allrounder, den er 2016 vom BSV Roxel mit ans Osttor brachte und der seit dem lediglich zwei (bedeutungslose) Partien am Ende der vergangenen Saison verpasste, kann er sich eine Aufstellung schließlich kaum vorstellen. Muss er auch nicht.

Das Auswärtsspiel am Sonntag nimmt Beyer selbstverständlich mit. „Wir haben alles schön um den Fußball drum herum geplant. Meine Frau trägt das zum Glück alles mit“, sagt er. Das standesamtliche Jawort hat er am Freitag gegeben, ein bisschen gefeiert natürlich auch. „Ab Samstagnachmittag gilt der Fokus Delbrück“, sagt der 27-Jährige augenzwinkernd.

Wie wichtig er für den Westfalenligisten ist, steht sowieso außer Frage. Neuerdings ist die Vielseitigkeit das Steckenpferd des Rechtsfußes. Als zentraler Mittelfeldspieler wechselte er einst von der Tilbecker Straße nach Hiltrup. Auf diesem Posten machte er auch zu Beginn die überwiegende Zahl seiner Partien. Doch am Anfang der vergangenen Serie wurde er vermehrt im Abwehrzentrum eingesetzt. „Das hatte verschiedene Gründe“, sagt Beyer. „Zum einen kann ich glücklicherweise mehrere Positionen spielen.“ Zum anderen begann er ein berufsbegleitendes Studium und konnte nicht mehr drei Mal pro Woche trainieren. „Da fehlte die Fitness, um auf der Sechs zu spielen“, räumt Beyer ein. Hinzu kam, dass der TuS in der Innenverteidigung einige Verletzungsprobleme hatte. „Es war aus der Not geboren, da kam eins zum anderen“, erzählt der Ex-Roxeler, der bei den Kleeblättern bis auf das erste Seniorenjahr, als er defensiv wie offensiv auf dem Flügel zur Geltung kam, ebenso wie in der einen Saison beim 1. FC Gievenbeck immer als Sechser, Achter oder Zehner spielte. Die erste Umschulung brachte Beyer also recht schnell hinter sich. Die zweite überraschte dann umso mehr. Im Frühjahr setzte Winkler ihn plötzlich als Stürmer ein. Zwar nur für ein paar Begegnungen, aber offenbar mit so durchschlagendem Erfolg, dass dieses Kapitel im Sommer erneut aktuell wurde. „Ich konnte nun wieder 90 Prozent der Einheiten mitmachen. Also haben wir uns überlegt, dass ich mich wieder anders orientiere, da meine Qualitäten ja schon weiter vorne liegen. Tiefe Laufwege, mit Tempo vorne rein, Durchschlagskraft, Gefahr auch von den hinteren Positionen – das will Carsten sehen.“

Weil die Auswahl an Abwehrspielern wieder deutlich größer ist, führte Winkler seine Führungskraft vor Saisonbeginn auch offiziell im Angriff. „Das war eine komplett neue Situation“, so Beyer. „Es ist schon eine Umstellung, jetzt immer einen Gegner im Rücken zu haben, den Ball zu bunkern, Räume zu besetzen. Aber die Ergänzung zu unseren offensiven Typen passt.“ Guglielmo Maddente, Michael Fromme oder Janik Bohnen kommen ja vergleichsweise schmächtig daher. „Sie sind schon wesentlich versierter als ich. Aber es geht auch nicht nur darum, mit zwei Kontakten den Ball weiterzuleiten und die anderen zu bedienen, sondern auch darum, mit Geschwindigkeit nachzugehen.“ So wie er die Aufgabe beschreibt, lässt sich erahnen, dass die Identifikation stimmt. Und selbst wenn mit Robin Wellermann oder Diogo Castro andere zentrale Stürmer gefragt sind, dürfte Beyer immer einen Platz in der Stammelf finden.

Er sagt aber auch: „Ich hoffe, dass ich auf einer Position in den Rhythmus komme.“ Das gilt natürlich auch für die gesamte Mannschaft. „Unter die ersten drei möchte ich schon“, sagt der frischgebackene Ehemann. „Wir dürfen nur nicht wieder so viele Punkt gegen die Vereine von unten liegen lassen.“ Dazu will Beyer selbst beitragen. Egal, ob als Abwehrchef, Abräumer, Spielmacher oder Stoßstürmer.



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