Fr., 24.08.2018

Reiten: Turnier der Sieger Mittlere Tour: Michael Jung enteilt Marco Kutscher und der Konkurrenz

Fehlerfrei blieb Marco Kutscher mit Charco in der ersten Qualifikation der Mittleren Tour – einzig eine gute Sekunde fehlte dem 43-Jährigen zum Sieg.

Fehlerfrei blieb Marco Kutscher mit Charco in der ersten Qualifikation der Mittleren Tour – einzig eine gute Sekunde fehlte dem 43-Jährigen zum Sieg. Foto: Peter Leßmann

Münster - 

Der Konkurrenz ließ Michael Jung in der ersten Qualifikation der Mittleren keine Chance, der Vorsprung des 38-Jährigen war groß. „Best of the rest“ war Marco Kutscher, der mit Charco einen „sehr selbstbewussten Hengst“ vor Münsters Schloss vorstellte.

Von Henner Henning

Es waren satte 1,31 Sekunden, die Michael Jung am Ende Vorsprung hatte. Wohlgemerkt nicht nach einem seiner unwiderstehlichen Geländeritte, die der Vielseitigkeitskönner so oft bei Olympischen Spielen oder Welt- und Europameisterschaften gezeigt hat. Nein, diesen respektablen Abstand zum zweitplatzierten Marco Kutscher hatte Jung sich im Sattel von Chelsea in der ersten Qualifikation der Mittleren Tour erarbeitet – eine kleine Welt im Springreiten.

Doch auch der erste Geschlagene war zufrieden mit seiner Runde vor dem münsterischen Schloss, mit Charco blieb er ebenfalls fehlerfrei – aber anders als Jung nicht unter der 60-Sekunden-Marke, die der Sieger in 59,86 Sekunden unterbot. „Jeder hat in so einer Qualifikation für ein Finale einen anderen Plan, einen anderen Ansatz. Ich habe schon versucht, so gut wie möglich und zügig zu reiten, ohne dabei aber ein zu großes Risiko zu gehen“, sagte Kutscher, der mit Charco in Münster die Mittlere sowie mit Lord Poldy die Große Tour bestreiten wird.

Charco, der selbstbewusste Hengst

Seinen neun Jahre alten Charco beschreibt der Olympia-Dritte von Athen 2004 als einen sehr selbstbewussten Hengst. „Er hat einen eigenen Kopf und weiß schon, wie stark er ist. Aber wenn man ihn im Parcours auffordert, zieht er gut mit und macht sehr viele Dinge richtig“, sagt Kutscher, der mit Charco 2017 auf der Youngster-Tour einige Erfolge feierte und sich dann zu Beginn des Jahres mit ihm in so manchem Großen Preis im Vorderfeld platzierte. „Momentan aber ist er auf der Mittleren Tour besser aufgehoben. Zu Jahresbeginn lief es einfach und gut. Aber vielleicht habe ich da ein wenig zu viel von ihm gefordert“, sagte der 43-Jährige, der mit seiner Lebensgefährtin Eva Bitter in Bad Essen beheimatet ist.

„Macht einfach Spaß“

Nicht nur wegen der geografischen Nähe (Kutscher: „Wir brauchen nur eine Stunde hierhin“) kommt der 2005er Europameister immer gern nach Münster. „Das Turnier macht einfach Spaß. Man kennt viele Leute, die Ausschreibung passt und die Bedingungen, die wir hier vorfinden, sind einfach sehr gut“, sagte Kutscher.



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