Fr., 24.08.2018

Reiten: Turnier der Sieger Michael Jung: In jedem Sattel ein Ass

Michael Jung ist erstmals beim Turnier der Sieger vor dem Schloss dabei.

Michael Jung ist erstmals beim Turnier der Sieger vor dem Schloss dabei. Foto: Peter Leßmann

Münster - 

Michael Jung kann sich über Langeweile nicht beklagen. Rund 20 Pferde hat der Olympiasieger zu betreuen, sein Kerngeschäft ist und bleibt die Vielseitigkeit. Doch wenn es die knappe Zeit zulässt, steigt er auch und immer gerne in den Springsattel – so erstmals beim Turnier der Sieger

Von Michael Schulte

Schuld war bislang immer der Terminkalender, der einen Start von Michael Jung beim Turnier der Sieger verhinderte. „Ich bin schon öfter eingeladen worden, es hat aber nie so richtig gepasst. Umso froher bin ich, dass ich endlich dabeisein kann.“ Und dabei richtet der 36-Jährige aus Horb-Altheim seinen Blick vom Abreiteplatz hin zum Parcours und stellt fest: „Ich finde es schon sehr schön hier. Wir Reiter bekommen erstklassige Bedingungen, was aber für ein Turnier dieser Qualität normal ist. Schließlich wollen alle von uns auch erstklassigen Sport sehen.“

Drei Pferde hat er aus Horb mit nach Münster gebracht, mit dem ersten, Daily Impressed, direkt in der ersten Prüfung Platz zwei belegt. „Läuft gut an“, lacht Jung, „hoffentlich geht es ähnlich erfolgreich für uns hier weiter.“ Und es ging so weiter, die erste Qualifikation der Mittleren Tour war eine Sache für Jung und seine Stute Chelsea.

Titel über Titel

Mit Michael Jung verbindet der gemeine Reitsportfan in erster Linie die Vielseitigkeit. In dieser Disziplin hat Jung alles gewonnen, was es zu gewinnen gibt. Dreifacher Olympiasieger, zweifacher Weltmeister, sechsfacher Europameister und zudem auch mit Silber und Bronze dekoriert. Das bedeutet für ihn aber nicht, dass es für ihn nur den Dreikampf Dressur, Gelände und Springen gibt. „Ich habe als Springreiter angefangen und mache das immer wieder gern.“

Wann und wo er startet, das macht er auch immer von seinem Beritt abhängig. „Im Moment habe ich ein paar richtig gute Springpferde im Stall, daher kann ich auch mal solche Veranstaltungen ansteuern wie das Turnier der Sieger in Münster.“ Rund 20 Pferde stehen ihm zur Verfügung, die er fit und bei Laune halten muss. Das bedeutet für Jung, dass er praktisch jedes Wochenende auf Achse ist. Mal Springen, mal Vielseitigkeit, Hauptsache erfolgreich.

„Konkurrenz hat aufgeholt“

Wenn im nächsten Monat die Weltreiterspiele in ­Tryon/USA stattfinden, wird man Jung wieder als Vielseitigkeitsreiter sehen. In einer deutschen Mannschaft, die traditionell von Medaillen träumen darf. „Unsere Zielsetzung dort ist ganz klar nach oben gerichtet. Aber man muss mal abwarten, wie unsere Reiter und Pferde vorbereitet und in Schuss sind. Prognosen sind da ganz schwer, zumal auch die Konkurrenz unheimlich aufgeholt hat.“

Er freut sich auf den Trip in die Staaten und geht ambitioniert an den Start. „Man will immer erfolgreich sein. Dieses Mal natürlich auch deshalb, weil wir uns für die nächsten Olympischen Spiele anbieten wollen. Das ist auf jeden Fall mein hohes Ziel.“

Deutsche Equipe vorbereitet

Was ihn und die deutsche Equipe in Tryon erwartet, darüber hat er einige Informationen. „Wir wissen schon, ob das Gelände bergig oder flach ist, wie das Wetter werden soll und wie der Boden beschaffen ist. Aber mehr weiß ich auch nicht von Tryon. Das ist ein ganz neues Turniergelände.“

Was mag Michael Jung denn am liebsten an der Vielseitigkeit? „Auf jeden Fall den Geländeritt. Das macht richtig Spaß.“ Angesprochen auf die Gefahren, die dort lauern können, reagiert er ganz entspannt. „Da muss man reinwachsen, als Reiter und als Pferd. Man fängt ganz klein an, und jetzt sind die großen Hindernisse das Normalste der Welt.“



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