Fr., 24.08.2018

Reiten: Turnier der Sieger Dubbeldam siegt im Großen Preis und lässt Haßmann hinter sich

Ein schneller Niederländer: Jeroen Dubbeldam gewann mit Gioia beim Turnier der Sieger die erste Qualifikation zum Großen Preis.

Ein schneller Niederländer: Jeroen Dubbeldam gewann mit Gioia beim Turnier der Sieger die erste Qualifikation zum Großen Preis. Foto: Peter Leßmann

Münster - 

Das Highlight am Freitag ging an einen Niederländer. Jeroen Dubbeldam siegte mit Gioia im Großen Preis vor dem Schluss. Er musste dabei eine hochwertige Zeit knacken, die Felix Haßmann und Balzaci mit einer sehr guten Runde vorgegeben hatten.

Von Henner Henning

Die Vorgabe hatte es in sich und war auch nur schwer zu knacken. Einmal mehr hatte Felix Haßmann eine Top-Zeit vorgelegt und das Gaspedal kräftig durchgedrückt. Als vierter der 31 Starter war er in der ersten Qualifikation zum Großen Preis mit Balzaci durch den Parcours gedüst. So wie man es von dem Paar kennt, das seit Jahren gemeinsam unterwegs ist – und dies meistens schnell, wie etwa beim Fünf-Sterne-Turnier in Monaco vor einigen Wochen. Damals reichte es für den 32-Jährigen mit Balzaci zum Sieg. Doch anders als im Fürstentum war vor Münsters Schloss noch ein Konkurrent schneller: Je­roen Dubbeldam unterbot, als kaum noch jemand damit gerechnet hatte, mit Gioia die vorgelegte Zeit. In 65,20 Sekunden überquerte der Niederländer als fünftletzter Starter tatsächlich noch mal 1,25 Sekunden eher als Haßmann die Lichtschranke und strich die 6250 Euro Siegprämie ein.

Scheinbar mühelos fegte Dubbeldams Stute durch den Parcours und knüpfte nahtlos an ihre gute Form vom vergangenen Wochenende in Donaueschingen an, als sie im Finale der Mittlere Tour im Stechen nur von Steve Guerdats Thalie d’Anjou getoppt wurde. „Gioia ist ein sehr grundschnelles Pferd. Mit ihr muss man einfach angreifen“, sagte Dubbeldam, der mit seiner Stute auch die zweite Qualifikation am Samstag bestreiten will – ehe er dann am Sonntag zum Abschluss des Turniers der Sieger ein kleines Wagnis eingehen möchte. Eldorado, sein neunjähriger Wallach, soll erstmals einen Großen Preis gehen. „Warum denn nicht?“, fragt der 45-Jährige. „Die Bedingungen hier in Münster sind dafür doch gut.“

Fotostrecke: Tag 2 beim Turnier der Sieger 2018

Mit seinem Siegesritt verdrängte Dubbeldam nicht nur Haßmann von der Spitze, auch Wilton Porter rutschte mit Deliquent einen Rang zurück auf Platz drei. Der 23 Jahre alte Amerikaner trainiert seit einigen Jahren bei Dubbeldam – wie sein Bruder Lucas, der mit C Hunter am Ende Sechster wurde. Dazwischen reihten sich Michael Jung mit Solution als Vierter und Denis Nielsen mit Cashmoaker als Fünfter ein.

Nielsen führt nach drei von sechs Etappen mit Christian Ahlmann und dem Briten Matthew Simpson die DKB-Riders Tour an, in Münster beim Großen Preis ist er daher gesetzt. So kann der Deutsche Meister von 2015 am Samstag in der zweiten Qualifikation getrost ein wenig experimentieren und ein unerfahrenes Pferd einsetzen. „Ich habe mir gedacht, dass es eine gute Gelegenheit ist, Carlo mal in einer größeren Prüfung zu zeigen“, sagte der 29-Jährige, der also den Schimmel am Samstag vor dem Schloss satteln wird.

Bester Münsteraner der Prüfung war Philipp Schulze Topphoff auf Rang 19. Mit Cooper leistete er sich einen Abwurf, war in 71,56 Sekunden aber immer noch Drittschnellster der Vier-Strafpunkt-Riege, zu der auch Ludger Beerbaum mit Chiara gehörte.



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