Fr., 24.08.2018

Reiten: Turnier der Sieger Friedensreiterpreis an Dressur-Bundestrainerin Monica Theodorescu

Monica Theodorescu, seit sechs Jahren Bundestrainerin der deutschen Dressurreiter, erhielt den Friedensreiterpreis 2018 aus den Händen von Hendrik Snoek.

Monica Theodorescu, seit sechs Jahren Bundestrainerin der deutschen Dressurreiter, erhielt den Friedensreiterpreis 2018 aus den Händen von Hendrik Snoek. Foto: Peter Leßmann

Münster - 

Der Friedensreiterpreis, der regelmäßig beim Turnier der Sieger vergeben wird, geht 2018 an Monica Theodorescu. Die einstige Ausnahme-Dressurreiterin ist mittlerweile nahtlos in eine zweite Karriere als Bundestrainerin gestartet.

Von Michael Schulte

Dass die Aspiranten für den Friedensreiterpreis „nicht auf dem Baum wachsen“, das hat Turnierchef Hendrik Snoek schon im Vorfeld erklärt. Dabei klang ein wenig Bedauern mit und natürlich die Verpflichtung, wieder ganz intensiv nachzudenken. Pflaumenkuchen half dabei, später ein Glas Wein.

Beides muss den Damen und Herren des Auswahlgremiums gut bekommen sein, denn sie haben eine vorzügliche Wahl getroffen. Mit Monica Theodorescu hat eine Frau die nun 32. Ausfertigung des silbernen Friedensreiters bekommen, die sämtliche der hohen Anforderungskriterien perfekt erfüllt. Sie war eine überaus erfolgreiche Dressurreiterin und ist direkt nach ihrer aktiven Karriere im Jahre 2012 völlig geräuschlos in die Rolle der Bundestrainerin gewechselt. Weil sie eine Frau ist, die Verantwortung übernimmt, die sich einbringt, die vorneweg marschiert. So ganz nebenbei hat sie damit ihre zweite anerkannte Karriere gestartet.

In seiner Laudatio während des Friedensreiterfestes fügte Turnierchef Snoek weitere positive Eigenschaften der neuen Preisträgerin an, die ihm und vielen anderen Pferdefreunden größten Respekt abverlangen. Als da sind: Integrität, Fairness, Verlässlichkeit, Durchhaltevermögen und Bodenhaftung. Über all das verfügt die Frau, weil sie eine entsprechende Erziehung genossen hat und auch einen Mann an ihrer Seite weiß, der ihr den Rücken freihält und dem sie vertrauen kann.

Weil sich Theodorescu ihr ganzes sportliches Leben im und am Dressurviereck bewegt hat und das heute noch tut, kann sie auch mit all den Problemchen und Querelchen dieser Sportlerinnen und Sportler gut umgehen. Snoek formulierte das ein wenig pseudowissenschaftlich und verkniff sich dabei auch nicht ein Augenzwinkern: „Die Fähigkeit, mit unterschiedlichsten Menschen mit unterschiedlichsten heterogenen Zielsetzungen und unberechenbaren, sich aber permanent ändernden Vernetzungen und Verbindungen untereinander zusammenzuarbeiten und sie dauerhaft zu individuellem und gemeinsamen Erfolg zu führen, das ist nicht die Stellenbeschreibung für den Direktor eines Flohzirkusses, sondern die Stellenbeschreibung für die Position eines Bundestrainers der deutschen Dressurreiterinnen und -reiter.“ Damit hatte er die Lacher auf seiner Seite – und nahm die Preisträgerin in den Arm.



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