So., 26.08.2018

Reiten: Turnier der Sieger Simone Blum hat mit Alice das Stechen so „dahingezaubert“

Nicht zu schlagen war Simone Blum mit Alice – dafür gab es ein Küsschen für die Stute.

Nicht zu schlagen war Simone Blum mit Alice – dafür gab es ein Küsschen für die Stute. Foto: Peter Leßmann

Münster - 

Es war ein kleines, aber feines Stechen in der Qualifikation zum Großen Preis. Fünf Paare, darunter Christian Ahlmann und Markus Beerbaum, blieben im Umlauf ohne Fehler, im Stechen nur noch zwei. Der Schweizer Paul Estermann und Simone Blum, die mit ihrem Sieg Turnierchef Hendrik Snoek begeisterte.

Von Henner Henning

Turnierchef Hen­drik Snoek ließ es sich nicht nehmen, das Stechen in der Qualifikation zum Großen Preis aus nächster Nähe zu verfolgen. Und schon da zeigte er sich direkt nach dem Ritt von Simone Blum begeistert, rief dem Mitglied der deutschen WM-Equipe seine Glückwünsche zu. Zwar stand Blums Sieg nach ihren 37,92 Sekunden noch nicht fest, drei Starter folgten ja noch im finalen Durchgang – aber Snoek als ehemaliger Weltklassereiter hatte sofort gesehen, dass die 29-jährige Bayerin mit Alice eine vorzügliche Runde erwischt hatte. „Das Stechen hat sie mit ihrer Stute so dahingezaubert“, sagte Snoek.

Recht hatte er, Blums finale Show gehörte in die Güteklasse A. „Alice hat sich super angefühlt, sie hatte sehr viel Energie“, sagte die Deutsche Meisterin von 2017, die im Umlauf mit eine heftigen Regenschauer zu kämpfen hatte. „Ich hatte es da etwas schwerer, da war ein bisschen Unruhe drin“, meinte Blum. Doch vielleicht half ihr bei ihrem Erfolg auch ihr „Glücksjacket“, das sie auch durchnässt nicht wechselt. Ein bisschen Aberglaube gehört halt dazu.

Nur fünf Paare im Stechen

Wie auch die reiterliche Qualität, die das 40-köpfige Starterfeld aufbringen musste. Denn die Parcoursbauer Olaf Petersen jun. und Martin Otto hatten den Reitern eine knifflige Aufgabe in der mit 40 000 Euro dotierten Prüfung gestellt, die dann auch nur fünf Paare fehlerfrei meisterten. „Das war ein schweres Springen mit genügend Klippen, dazu war die Zeit knapp. Aber es war fair gebaut“, erklärte Blum.

Der Siegerin stimmte Paul Estermann zu. „Bei der Besichtigung gab es ein paar Linien, bei denen ich nicht wusste, wie ich es machen sollte. Zum Glück bin ich dann nach vorne geritten, das liegt Curtis“, sagte der zweitplatzierte Schweizer, für den die Uhr vor dem Schloss nach 38,30 Sekunden gestoppt hatte.

Wulschner auf Rang drei

Blum und Estermann waren die Einzigen, die im Stechen fehlerfrei blieben. Holger Wulschner als Dritter hatte mit Zuckersuesss D’Argilla einen Abwurf. „Und über den ärgere ich mich, bin aber mit dem Ergebnis zufrieden. Es wäre vermessen gewesen, Simone vom Thron zu schubsen. Das war nicht machbar“, meinte Wulschner, der direkt nach Blum in den Parcours musste – und das fiel seiner Stute nicht leicht. „Als Simone mit so viel Applaus herausgeritten ist, wollte sie gar nicht in den Parcours. Da wäre ich am liebsten wieder auf den Abreiteplatz geritten.“ Wulschner aber tat es nicht und ließ so Markus Beerbaum mit Cool Hand Luke und Christian Ahlmann mit Take a chance on me hinter sich.



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