So., 26.08.2018

Reiten: Turnier der Sieger Ahlmann gewinnt Großen Preis vor Ehning und Weishaupt

Was für ein Gefühl: Christian Ahlmann genießt den Sieg im Großen Preis von Münster mit Clintrexo.

Was für ein Gefühl: Christian Ahlmann genießt den Sieg im Großen Preis von Münster mit Clintrexo. Foto: Peter Leßmann

Münster - 

Das Fazit von Gastgeber Hendrik Snoek zum Turnier der Sieger fiel einmal mehr positiv aus. Das lag auch am Großen Preis, der am Sonntagnachmittag über die Bühne ging. Christian Ahlmann triumphierte hier mit Clintrexo dank einer Spitzenleistung.

Von Henner Henning

Christian Ahlmann und Marcus Ehning haben sich in ihrer gemeinsamen Vergangenheit schon viele heiße Duelle im Sattel geliefert. Und an diese Tradition knüpften sie beim Turnier der Sieger an. Im Großen Preis von Münster, in dem die beiden deutschen Spitzenreiter ohne Zweifel die Höhepunkte lieferten. Mit dem besseren Ende für Ahlmann, der mit Clintrexo eine halbe Sekunde schneller war als Ehning, der zuvor mit Funky Fred schon eine scheinbar unschlagbare Zeit vorgelegt hatte.

Ein wahnsinnig guter Ritt

„Ich hätte nicht gedacht, dass ich Marcus noch packen kann“, sagte Ahlmann. Doch er konnte. Vom ersten Meter an war das Paar auf Zug, erwischte auf dem Weg zum dritten Sprung die engste Linie und war wenig später auch in Richtung zweifacher Kombination auf einem äußerst kleinen Radius unterwegs. Der Rest war Sprungvermögen kombiniert mit Schnelligkeit und reiterlicher Klasse – schlicht ein wahnsinnig guter Ritt. „Irgendwo zwischen Start und Ziel“ antwortete Ahlmann auf die Frage, wo er den Vorteil im Vergleich zu Ehning herausgeholt hatte. „Ganz genau weiß ich es nicht. Wir hätten diese Runde beim zweiten Mal nicht schneller reiten können. Wir hatten das Messer zwischen den Zähnen.“

Fotostrecke: Tag 3 beim Turnier der Sieger 2018

Ahlmanns Attacke auf dem Abreiteplatz

Dies bekam Ehning zu spüren, der Ahlmanns Attacke auf dem Abreiteplatz neben Ludger Beerbaum – das Geburtstagskind wurde am Sonntag 55 Jahre alt – am Monitor verfolgte. Neidlos erkannte er Ahlmanns Show an, von denen er schon zuvor einige hautnah miterlebt hatte. „Ich kenne Christian ja schon seit Jahren. Und er hat mich schon öfter abgefegt“, meinte Ehning, der mit Funky Fred in zwei Wochen beim millionenschweren Turnier in Calgary starten wird. „Ich bin sehr zufrieden mit meiner Runde. Jeder konnte erkennen, dass wir gewinnen wollten. Aber mehr war einfach nicht drin“, sagte der 44-Jährige, der bei den Weltreiterspielen in Tryon (USA) die deutsche Equipe anführt.

Das galt so auch für Philipp Weishaupt. Der gebürtige Augsburger scheute kein Risiko und kam mit Asathir ganz nah an die bis dahin noch geltende Bestzeit von Ehning heran, war aber dennoch eine gute Sekunde langsamer. „Vor der zweifachen Kombination hatte es mich ein bisschen aus dem Sattel geschmissen“, erklärte der 33-Jährige.

Couragierte Ritte vor ausverkauften Rängen

In der hochklassigen Siegerrunde mischte auch ein Lokalmatador mit. Lars Nieberg, Bereiter im Stall von Turnierchef Hendrik Snoek, hatte sich mit einer sauberen Nullrunde für den finalen Durchgang qualifiziert und blieb auch in diesem mit Foster ohne Abwurf. Seine 41,53 Sekunden bedeuteten letztlich einen beachtlichen vierten Platz in dem mit 120.000 Euro dotierten Großen Preis, den auch die amerikanischen Porter-Brüder Wilton und Lucas bereicherten. Mit couragierten Ritten begeisterten die Texaner, die seit einigen Jahren im Stall von Weltmeister Jeroen Dubbeldam (Niederlande) sind, das Publikum auf den ausverkauften Rängen.

An den vier Tagen kamen etwa 25.000 Zuschauer zum Turnier der Sieger – nicht nur deswegen war Turnierchef Hendrik Snoek zufrieden. „Wir haben sehr guten Sport gesehen. Mit einem tollen Abschluss im Großen Preis.“ Keine Widerrede.



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