So., 02.09.2018

American Football: Oberliga Mammuts-Sieg im Abbruch-Spiel

Manchmal kracht´s beim Football: Mammut Dennis Behlert (oben) hier im Infight mit Tim Göckus aus Siegen.

Manchmal kracht´s beim Football: Mammut Dennis Behlert (oben) hier im Infight mit Tim Göckus aus Siegen. Foto: Peter Leßmann

Münster - 

Doppelsieg für die münsterischen Vertreter in der NRW-Oberliga: Die Mammuts bezwingen Siegen und verlieren ihren Spielmacher, die Blackhawks gewinnen in Dortmund und wahren ihre Titelambitionen.

Von Michael Schulte

Es mag für Sören Baumeister ein schwacher Trost sein, dass sich seine Münster Mammuts mit einem klaren 28:10-Erfolg gegen die Siegen Sentinels vorzeitig den Klassenerhalt in der Oberliga gesichert haben. Denn auch seine Verletzung führte dazu, dass verfrüht Feierabend war. „Knie verdreht, sieht ziemlich übel aus“, kam die Kurzdiagnose von Mammut-Coach Sascha Krotil. In diesem Moment war ihm nicht zum Feiern zumute, da überwog doch eher das Mitgefühl für seinen „Backup-Quarterback“, der den Mammuts für den Rest der nur noch kurzen Saison wohl fehlen wird. „Ganz bitter für uns, da Sören heute ein sehr starkes Spiel gemacht hat.“

Als Baumeister in den Krankenwagen verfrachtet wurde, war auch auf der Gegenseite Betrieb. Ein zweites Einsatzfahrzeug nahm gleich zwei Spieler aus Siegen mit. „Gehirnerschütterung und Rippenbruch“ lautete da das Statement von Krotil, verbunden mit dem Wunsch: „Gute Besserung, allen Dreien.“

Symbolisch drückten das auch die Spieler beider Teams aus, die bei allem Einsatz den Fairplay-Gedanken immer lebten. So brachte eine Abordnung aus Siegen den schattenspendenden Pavillon auf den Rasen, um den dort in der Sonne liegenden Sören Baumeister zu schützen. So applaudierten Spieler beider Teams lautstark, als es für die Verletzten in Richtung Krankenhaus ging. Und so knien sie ohnehin immer mit einem Bein am Boden, wenn im Spiel ein Akteur verletzt behandelt wird. „American Football ist ein Gentleman-Sport, auch wenn man das angesichts dieser Bilder kaum glauben mag. Aber bei allem Einsatz spielt der Respekt vor dem Gegenspieler immer mit.“ Für Sascha Krotil der sichere Beleg dafür, dass sich beide Teams vorbildlich verhalten haben.

Blackhawks auf Titelkurs

In der Golfsprache stehen die Münster Blackhawks zum Abschluss der Football-Oberliga-Saison vor einem „par-3-Loch“: Am Samstag starteten die Münsteraner bei den Recklinghausen Chargers mit einem perfekten Abschlag auf die letzte Bahn. Nach dem ungefährdeten 30:0-Erfolg liegt der Ball jetzt zentral auf dem Fairway mit freiem Blick zur Fahne. Der entscheidende Annäherungsschlag muss jetzt am kommenden Samstag beim Gipfeltreffen des Zweiten gegen Tabellenführer Aachen auf der Sentruper Höhe erfolgen. Gelingt auch dieser Schlag, dann muss am letzten Spieltag (15. September) bei den Dortmund Giants „nur“ noch eingelocht werden, damit die Saison mit einer standesgemäßen Aufstiegsparty endet.

Gar nicht so vorbildlich war das, was die Mammuts in den ersten zwei Vierteln abgeliefert hatten. In der Offensive harmlos, in der Defensive sorglos – so kam der 7:10-Rückstand zur Pause wenig überraschend. Nach dem Wechsel waren die Mammuts wie ausgewechselt. Hinten wurde aufmerksam agiert, vorne lief das Spiel wie am Schnürchen. Pass- und Laufwege stimmten, Spielzüge saßen, schnell wurde aus einem knappen Rückstand ein klarer Vorsprung. „Das war ja wie in der NFL“, jubelte ein Mammut-Fan nach einem beeindruckenden Touchdown und blickte, auf Zustimmung hoffend, in die Runde. „Na sagen wir GFL“, erwiderte eine junge Dame. „Wollen wir mal nicht gleich übertreiben.“ Aber schön war‘s. Trotz allem.



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