Mo., 03.09.2018

Fußball: Landesliga Erst spät kommt beim Landesliga-Derby Leben in die Bude

Jonas Kreuzer (l./Kinderhaus) und Nicolas Haverkamp (r./Roxel) steckten die Köpfe zusammen und kamen zu keinem eindeutigen Ergebnis. So blieb dieses Derby am Ende ohne Sieger.

Jonas Kreuzer (l./Kinderhaus) und Nicolas Haverkamp (r./Roxel) steckten die Köpfe zusammen und kamen zu keinem eindeutigen Ergebnis. So blieb dieses Derby am Ende ohne Sieger. Foto: Peter Leßmann

Münster - 

Der BSV Roxel kam von oben, Westfalia Kinderhaus von unten – und auch beim Treffen von Auf- und Absteiger in der jetzt gemeinsamen Landesliga blieb man eng beieinander und trennte sich beim 1:1 ohne Sieger.

Von Thomas Austermann

Ein allenfalls taktisch interessantes Landesligaderby langweilte ansonsten rund 100 Zuseher in Roxel, wo der BSV dem hoch gewetteten Aufsteiger Westfalia Kinderhaus ein 1:1 (0:0) keineswegs abtrotzte, sondern gütig erlaubte. Und wenn eine Elf in diesen 90 Minuten einen Entwicklungsschritt machte, dann war es die aus Roxel.

Denn alleine vor der Pause besaßen die Gastgeber klare Torchancen und hätten eine 2:0-Führung allemal verdient gehabt. Thomas Kroker trugen die gelben Schuhe nach langen Zuspielen wiederholt mit Tempo in die Spitze, aber weder er (10. und 13. Minute) noch sein Sturmpartner Maurice Seikowski, der an Rene Steinke scheiterte (16.), besaßen die erwünschte Coolness vor dem Kasten. Roxel agierte durchgehend diszipliniert, abgesichert von Lukas Kintrup in der Zentrale der Fünferkette, und legte Westfalias Geschwindigkeitsdefizite in der letzte Reihe offen.

Auch Behrens verletzt

Dass Kinderhaus auf Moritz Knemeyer nach Kahnbeinbruch verzichten muss und nach 43 Minuten mit Corvin Behrens (Rückenschmerzen) einen zweiten Unterschied-Spieler ersetzten musste, thematisierte Trainer Marcel Pielage später gar nicht groß. Fakt aber war, dass spielerische Ideen und Tempo ohne dieses Duo fehlten. Luca Jungfermann, der wie alle offensiven Kinderhauser ständig rochierte, scheiterte in der besten Szene der Gäste vor dem Wechsel am seinen Schuss blockierenden Kintrup, der sich auch nicht zu schade ist, nötigenfalls mal den Abräumer zu geben.

Jonas Kreutzer war bei Kinderhaus für Behrens gekommen, nach dem Wechsel stellte sich eine Fünferabwehr besser auf die Attacken der Roxeler ein. Wassmann gab nun den dritten Innenverteidiger und Jungfermann sicherte die rechte Seite ab. Die Umstellung war wirkungsvoll, denn Roxel kam erst nach 60 Minuten wieder zu einem Abschluss durch Abfänger Hendrik Flaßhar, der jedoch von der Chance zu überrascht war, um genauer zu zielen. Kroker jagte noch einmal davon ohne Abschlussglück, dann wurde er ausgewechselt.

Niemand ging mehr ins Risiko, vielmehr stand die Fehlerreduzierung oder -vermeidung ganz oben an. Standards verpufften hüben wie drüben. Und ganz plötzlich kam Leben in die Bude: Endrit Sojeva traf (79.) mit einer Art Bogenlampe aus 17 Metern und zog – wie Spielleiter Oliver Brotzki – Kritik auf sich, weil er zuvor regelwidrig die Arme eingesetzt haben soll, um sich Platz zu verschaffen.

Später Ausgleich

Zehn Minuten später war die Führung kein Thema mehr, denn nachdem Maik Liska einmal fulminant an den Pfosten geschossen hatte, war es Jungfermann, der technisches Vermögen bewies beim direkten Freistoß aus 18 Metern zum unhaltbaren 1:1. Vorher musste BSV-Routinier Nico Haverkamp gegen schnell reagierende Kinderhauser einen Konter gelbwürdig unterbinden, was der auf dem Platz herrschenden großen Fairness keinen Abbruch tat. Das Remis ist für beide Konkurrenten das erste der Serie.

Roxel: Neuhaus – Pietsch, Sojeva, Kintrup, Haverkamp, Willich (78. Yarokha) – Wesberg, Flaßhar – M. Leifeld (65. Niesing) – Seikowski, Kroker (67. B. Leifeld)

Kinderhaus: Steinke – Wassmann, Göcking (79. Schwinn), Rensing, Hölscher (86. Alic) – Niehues – Behrens (43, Kreutzer), Hollenhorst – Winter, Liszka, Jungfermann



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