Do., 06.09.2018

Video: Münsters Breitensport-Hotspot Sportler-Paradies am Aasee: Das bietet die Sentruper Höhe

Video: Münsters Breitensport-Hotspot: Sportler-Paradies am Aasee: Das bietet die Sentruper Höhe

Ein Wegweiser durch den "Sport-Dschungel". Foto: Wilfried Hiegemann

Münster - 

Mittwoch, 18 Uhr, Feierabendzeit, 28 Grad. Strahlender Sonnenschein. Beim Betreten der weitläufigen Sportanlage an der Sentruper Höhe fallen schnell die Tennisplätze ins Auge, die nicht nur zum individuellen Spiel gegen Gebühr, sondern auch von Vereinen und vom Hochschulsport genutzt werden. 

Von Lina Schmissas

Dieser Gruppe gehören Lukas Rohloff und Jonathan Meier an, die „mal ein paar Bälle schlagen“. Sie freuen sich sehr über das Angebot, das auch für den kleinen Studenten-Geldbeutel erschwinglich ist. „Wenn man denn überhaupt einen Platz findet“, bemerkt Rohloff mit Blick auf die allesamt besetzten Plätze.

Auch Randsportarten finden auf dem Areal ihren Platz und genießen dabei hohen Beliebtheitsgrad: Was von Weitem aussieht wie weitere vollbelegte Tennisplätze, entpuppt sich – zumindest für das Auge eines Münsteraners – natürlich schnell als Spielstätte der ­lokal bekannten Rückschlagsportart: Speckbrett. Yannick und Philipp haben das Spiel über Freunde kennengelernt und sich direkt einen der Holzschläger angeschafft. Dabei hat Yannick auf Ebay, wie er erzählt, tat­sächlich keinen einzigen Treffer angezeigt bekommen. Die Rackets sind nur in Münster und Umgebung zu bekommen.

Neue Leidenschaft entdeckt

Erstmals sind die beiden hier und begeistert von der lockeren Atmosphäre auf den Spielfeldern, die umsonst zugänglich sind. Davon profitieren auch Jan und David auf dem Nachbarfeld. „Im April haben wir uns beim Joggen gefragt, was das überhaupt ist, was hier gespielt wird. Daraufhin haben wir unsere neue Leidenschaft entdeckt“, berichtet David. Beide kommen inzwischen oft hierher.

Trotz der großen Nachfrage gebe es nie Streitigkeiten um die insgesamt acht Asphalt-Plätze (daneben belegt der SV Sentruper Höhe noch drei Sand-Felder). „Alle sind immer ganz entspannt, man muss nie lange warten.“ Wenn doch einmal alles besetzt ist, wird eben ein Doppel ausgetragen.

Fotostrecke: Die Sentruper Höhe – Tummelplatz für Sportbegeisterte

Entspannt genießen lässt sich dieser Spätsommerabend auch auf den Beachvolleyballplätzen. Diese hat eine Gruppe von Freunden für sich entdeckt und steht damit keineswegs alleine da. „Man kommt schnell rein“, freut sich Dennis, der zwei bis drei Mal die Woche hier spielt. „Zwar lag der Ball am Anfang öfters im Sand, als dass er in der Luft war. Aber man spürt schnell Fortschritte, das ist ja gerade das Coole daran.“

Kurs-Angebote im Freien

Auf den Rasenplätzen trainieren an diesem Mittwoch und auch freitags nicht nur die Football-Mannschaften und Cheerleading-Gruppen der Münster Blackhawks, die die Fläche von der Stadt mieten und zu Trainings­zwecken gerne die weiteren Angebote der Anlage wahrnehmen. Direkt nebenan wird auch eine Partie Fußball ausgetragen. Darius Pleckaitis steht an diesem Tag im Tor und ist stolz auf die Hobby-Mannschaft, in der neben allen Altersklassen auch viele Nationalitäten vertreten sind. Das ganze Jahr über, ­sogar bei Schnee, treffen sich die Kicker in wechselnder Besetzung, „um nach ­Feierabend Stress abzubauen“, wie er sagt.

Dem Schreibtischstuhl nach Dienstschluss entkommen, das will auch Nina Wewers, die mit Daniela Faßbach am Abend regelmäßig Kurse des Anbieters „Strong Partners“ besucht, die gegen Bezahlung ebenfalls auf den Grünflächen der Sentruper Höhe stattfinden. „Dass man draußen ist und mit anderen gemeinsam Sport macht, ist das Coole“, schwärmt Faßbach und gibt zu: „Sonst hätte ich mich heute gar nicht mehr aufraffen können.“

Matthias Baum geht es genauso. „Hier gehe ich viel mehr an meine Grenzen, während ich im Fitness­studio schon längst auf­geben würde“, lobt er das Konzept des Anbieters, dessen vielseitige und ganzjährig draußen stattfindende Kursangebote er drei bis vier Mal die Woche besucht.

Kostenfreie Alternative

Als „nicht unbedingt so die Studiogänger“ bezeichnen sich auch Ida Billstein und Daniel Freese, die mit dem Trimm-dich-Pfad eine kostenfreie Alternative entdeckt haben. Hier trainieren sie gemeinsam alle zwei Tage, die Atmosphäre sei nett und somit „ein schöner Ausklang des Tages“. Diesmal ist auch Nelly Lojewsky mit von der Partie, die zum ersten Mal die Outdoor-Geräte austestet. Sie ist positiv überrascht und findet, diese seien „wirklich eine gute Alternative“ und „wenn man mit mehreren Freunden hier ist, pusht man sich gegenseitig“.

Erst wenn die Temperaturen gegen Abend etwas fallen, füllt sich die Laufbahn im Herzen der Anlage. Kurz- und Langstreckenathleten trainieren hier individuell oder in kleinen Grüppchen. Zahlreich vertreten sind die Mitglieder der Laufsportfreunde. Auf dem Kunstrasenplatz kann jeder ohne Voranmeldung das Sportabzeichen ablegen. Menschen von sechs bis 91 Jahren sind auch in diesem Jahr wieder zahlreich erschienen, wenn allwöchentlich am Mittwochabend ab 17 Uhr ein Team von ehrenamt­lichen Helfern am Platz war, um die geforderten Leistungen aus vier Kategorien abzunehmen, so der Hauptverantwortliche der Stadt, Bruno Münster.

Sporteln in der Gemeinschaft

Die Schlachtrufe der Footballer werden noch in die hinteren Ecken der Sport­anlage getragen, wo es jedoch etwas ruhiger zugeht. Hier haben sich die Mitglieder des Klubs für Kugelsport Münster wie jeden Abend versammelt und tragen mehrere Partien Pétanque aus. Barbara ist schon lange dabei und genießt die gemeinschaftliche Atmosphäre bei dem so konzentrationsfordernden und doch, so findet sie, „gleichzeitig entspannenden“ Spiel, dessen Regelwerk sicher umfangreicher sei, als manch einer denken möge.

„Hier sind auch ­Nicht-Vereinsmitglieder immer herzlich willkommen, mitzuspielen und sich auszuprobieren“, lädt sie ein und Vereins-Champion Magjid warnt zwinkernd: „Am Anfang findet man das sicher langweilig, aber wenn man es erst mal kann, wird man süchtig.“ Da spricht er aus Erfahrung: Jeden Abend zieht es ihn hierher – und das, obwohl er wegen eines Bandscheibenvorfalls derzeit selber nicht spielt. Gemeinsam lassen sie einen schönen Sommerabend mit einem Bierchen ausklingen. Bis sich die gesamte Anlage geleert hat, wird es wohl noch etwas dauern.



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