Do., 06.09.2018

Triathlon: Bundesliga Finaler Akt an und in der Ostsee für W+F und Tri Finish

Alles gegeben: Nach dem Heimrennen in Münster gönnte sich W+F-Youngster Paul Völker eine Pause. Am Samstag in Binz gehört er zum festen Inventar des Aufsteigers.

Alles gegeben: Nach dem Heimrennen in Münster gönnte sich W+F-Youngster Paul Völker eine Pause. Am Samstag in Binz gehört er zum festen Inventar des Aufsteigers. Foto: Peter Leßmann

Münster - 

Den Klassenerhalt hat W+F Münster als Neuling in der Bundesliga sicher. Wie auch Stadtrivale Tri Finish geht es am Wochenende in Binz auf Rügen zum letzten Akt einer von beiden starken Saison. Ganz ohne Ziele treten die Teams nicht an.

Von André Fischer

Das könnte tückisch werden. Das Salzwasser der Ostsee, dazu Strömungen und Wellen, die einem Binnenländer schon mal zusetzen können. Otto-Normal-Triathleten wären freilich überfordert – und die Profis? Werden das Nass schon zum Schaukeln bringen, wenn am Samstag das Finale in der 1. Bundesliga in Binz auf Rügen über die Bühne geht. Samt legendärer Abschlussparty, in deren Genuss erstmals auch Aufsteiger GebioMized Wasser+ Freizeit Münster kommt. „Das wird die Krönung einer herausragenden Saison“, sagt Teamleiter Patrick Hoffmann. 750 Meter im Freiwasser, 20 Kilometer auf dem Rad, fünf Kilometer Laufen – einmal mehr muss diesmal eine Sprintentscheidung herhalten.

Fast schon etwas verschüchtert nahm W+F das Abenteuer Oberhaus als Nachrücker aus Liga zwei bei der Premiere am 2. Juni im Kraichgau an. Aus dem Schatten des befreundeten, aber auch rivalisierenden Mitbewerbers aus der eigenen Stadt, Tri Finish Münster, sind die jungen Wilden zwar (noch) nicht gekrabbelt, aber der erste Eindruck ist durchweg positiv und bestätigt sich mit Tabellenrang elf. Da ist sogar Luft nach oben. „Wenn wir es in die Top Ten schaffen, wäre das sensationell“, weiß Hoffmann – und hat den Kader wie immer jugendlich „aufgepimpt“. Die Brüder Cedric und Jonas Osterholt, Robin Willemsen, Eric Bennemann und Paul Völker sind an Bord und im Durchschnitt gerade mal 19 Jahre jung. Aber hungrig. Youngster Völker wird übrigens als Erster die Reise in den Osten antreten. Da er das Internat im Saarland besucht, reist er mit dem dort ansässigen Erstligisten an. „Da kann er ja schon mal in der Jugendherberge die Betten machen“, scherzt sein Teamchef Hoffmann.

Kampf um den Klassenerhalt

Während im Oberhaus die beiden Lokalrivalen relativ entspannt in ihren finalen Wettkampf in Binz auf Rügen gehen können, ist eine Klasse darunter noch richtig Spannung drin. In Liga zwei kämpf die zweite Garde der Tri Finisher als 15. um den Klassenerhalt auf der Sprintdistanz in Hannover. Kein Wunder, dass der Verein ernst macht und nochmals eine starke Abordnung in die niedersächsische Hauptstadt entsendet. Drin bleiben heißt das Motto. Daniel Mehring, Sebastian Czerny, Michael Günnigmann, Kolja Milobinski und Lennart Duske sind für den letzten Akt nominiert. Längst nicht im Hafen sind auch die Vereinskolleginnen um das Betrauerteam Tobias Heide und Lisa Lins. Platz zehn steht aktuell zu Buche. Zwölf Punkte beträgt der eigentlich komfortable Vorsprung vor dem TV Goch. Sollte reichen. „Das meint man“, sagt Heide. „Ich erwarte trotzdem eine Riesenleistung.“ Hannah Arlom, Kristin Hemmers, Insa Rechter und Debütantin Annika Grahl werden Gas geben. Wenn es richtig gut läuft, könnte Münster sogar noch bis auf Rang acht gespült werden. Gar nicht so schlechte Aussichten. 

Priorität beim Konkurrenten Weicon Tri Finish hat an diesem Wochenende, das Zweitliga-Team über die Ziellinie zu bringen, sprich den Klassenerhalt zu schaffen. Zumal der Vertrag mit dem Hauptsponsor eine Zugehörigkeit zur ersten und zweiten Liga vorsieht. Aus diesem Grund wird die erste Vertretung nur mit vier Startern gen Binz reisen. Luca Heerdt, jüngst in Köln über die Mitteldistanz ganz oben, Yannic Stollenwerk, Mads Mortensen und Maximilian Hils vom baden-württembergischen Triathlon-Verband stehen parat. „Sicherlich etwas dünne, aber das wird schon gehen“, sagt Heerdt, dessen Freundin Sara mit dem Tri-Team Hagen bei den Frauen am Start ist. „Ganz praktisch“, sagt der Tri Finisher – und gibt zu: „Wir sind beide froh, wenn die Saison vorbei ist.“ Drei Wochen wollen die beiden danach in Frankreich urlauben und neue Kraft tanken.



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