Reiten: Vielseitigkeit
Klimke und Hale Bob gut vorbereitet für das Highlight WM

Münster -

Die WM kann kommen. Nach ihrem Pferd Hale Bob ist auch Ingrid Klimke in den USA gelandet. Die Vielseitigkeitsreiterin des RV St. Georg Münster sieht sich bestens gerüstet für die Wettbewerbe an der Ostküste. Das gilt für das Einzel wie fürs Team.

Freitag, 07.09.2018, 12:12 Uhr aktualisiert: 07.09.2018, 15:12 Uhr
Reiten: Vielseitigkeit: Klimke und Hale Bob gut vorbereitet für das Highlight WM
Ingrid Klimke und Hale Bob sind bereits in Tryon, wo ab Dienstag die Weltreiterspiele an der amerikanischen Ostküste stattfinden. Foto: dpa

Erfahrung bei Championaten hat Ingrid Klimke beileibe genug gesammelt. Seit 2000 gehört die Vielseitigkeitsreiterin stets zu den deutschen Olympia-Aufgeboten, Welt- und Europameisterschaften hat sie regelmäßig wie reichlich bestritten. Und doch war die 50-Jährige im Vorfeld der Weltreiterspiele in Tryon (USA) ein wenig kribbelig. „Ich bin schon etwas aufgeregt“, räumte Klimke vor dem Abflug am Donnerstag in Richtung amerikanische Ostküste ein.

Über Münster und München ging es nach Charlotte, von dort weitere 90 Meilen nach Tryon – dem kleinen Nest in North Carolina, wo die Reitsportwelt ab Dienstag in allen acht Disziplinen ihre Weltmeister sucht. „Ich freue mich total darauf. Die WM findet ja nur alle vier Jahre statt und hat nach den Olympischen Spielen den höchsten Stellenwert. Ich bin voller Vorfreude, die Akkus sind aufgeladen“, erklärte die Münsteranerin, auf die bei ihrer Ankunft bereits ihr vierbeiniger Partner Hale Bob wartete.

Ein gutes Gefühl

Der Wallach war bereits an Bord einer speziell umgebauten Transport-Maschine von Lüttich aus über den Atlantik transportiert worden – mit seiner Pflegerin Carmen Tiemann an der Seite, die für die deutschen Vielseitigkeitspferde zuständig war.

„Der Flug nach Rio war damals kein Problem. Aber es beruhigt mich schon, dass Carmen dabei war und ihn vor Ort auch gleich versorgt hat“, sagte Klimke, die mit einem „top-fitten Bobby“ in den Wettbewerb geht. „Von der Vorbereitung her habe ich ein gutes Gefühl.“

14 Dinge, die Sie über Ingrid Klimke wissen müssen

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  • Kein Aprilscherz: Ingrid Klimke wurde am 1. April 1968 in Münster geboren.

    Foto: Jim Hollander
  • Nach 2000 (Sydney), 2004 (Athen), 2008 (Peking/Hongkong) und 2012 (London) sind die Spiele in Rio ihre fünften.

    Foto: Fazry Ismail
  • Die 48-Jährige ist die Tochter des 1999 verstorbenen Dr. Reiner Klimke, der bis heute der siegreichste Dressurreiter der Welt und einer der erfolgreichsten Sommer-Olympioniken ist.

    Foto: Friso Gentsch
  • 2014/15 gewann sie als erste Deutsche die Gesamtwertung der FEI Classics.

    Foto: Jim Hollander
  • 2012 wurde Klimke das Silberne Lorbeerblatt verliehen, die höchste sportliche Auszeichnung in Deutschland.

    Foto: Michael Kappeler
  • Im Anschluss an ihre Schulzeit machte sie eine Lehre zur Bankkauffrau und begann dann noch ein Lehramtsstudium - um sich dann aber ganz der professionellen Reiterei zu widmen. Mit Erfolg, wie unzählige nationale und internationale Triumphe beweisen.

    Foto: Fazry Ismail
  • Beim K+K-Cup 2012 erhielt Ingrid Klimke den Titel des Reitmeisters - als zweite Frau überhaupt. Die Auszeichnung ist eine der höchsten in der deutschen Reiterei.

    Foto: Friso Gentsch
  • Die Münsteranerin hat mit Stallmanagerin Carmen Thiemann ein der besten ihres Faches in ihrer Crew. 2013 erhielt Thiemann vom Weltreiterverband den „Best Groom Award“.

    Foto: Friso Gentsch
  • Naturgemäß kletterte Ingrid Klimke schon als kleines Mädchen in den Sattel. „Ich konnte eher reiten als laufen“, sagt sie daher oft scherzhaft.

    Foto: Friso Gentsch
  • Ingrid Klimke ist im wahrsten Sinne des Wortes eine Vielseitigkeitsreiterin. Nicht nur in dem hippologischen Dreikampf ist sie Weltklasse, auch in der Dressur siegte sie schon in Prüfungen auf Grand-Prix-Niveau. Dazu gewann sie ebenso im Springparcours Goldene Schleifen.

    Foto: Friso Gentsch
  • Als waschechte Münsteranerin versucht sie, sich jeden Mittwochvormittag freizuschaufeln, um auf den Markt zu gehen.

    Foto: Friso Gentsch
  • Ingrid Klimke ist die Mutter zwei Töchter, die Greta und Philippa heißen. Mit Greta saß eine der beiden bereits in der Pony-Vielseitigkeit erfolgreich im Sattel.

    Foto: Jim Hollander
  • Ingrid Klimke ist zweifache Olympiasiegerin mit der deutschen Equipe (2008/2012). Eine olympische Einzelmedaille aber fehlt ihr noch.

    Foto: Uwe Anspach
  • Ingrid Klimke stand vor den Olympischen Spielen als eine von fünf Athleten zur Wahl, bei der Eröffnungsfeier die deutsche Fahne ins Stadion zu tragen. Am Ende machte Tischtennis-Star Timo Boll das Rennen. Klimke wäre die erste Frau gewesen, die die Disziplin Reiten als Fahnenträgerin vertreten hätte.

    Foto: Michael Kappeler

Probe beim Turnier der Sieger

Dieses hat sie sich mit Hale Bob in den vergangenen Tagen noch einmal verstärkt erarbeitet. Beim Turnier der Sieger probte das Duo vor dem Schloss vor Publikum und unter Wettkampfbedingungen die Dressur, mit Kurt Gravemeier übte es im Parcours – und zu guter Letzt hinterließ das Reiterpaar unter den Augen von Bundestrainer Hans Melzer beim Galopp am Berg einen starken Eindruck.

„Bobby ist konditionell super fit“, sagte Klimke. Ein Faktor, der sich auf dem fordernden Geländekurs positiv bemerkbar machen könnte. „In den letzten beiden Minuten geht es dort noch einmal richtig berghoch, da wird die Fitness eine Rolle spielen. Aber Bobby hat Stehvermögen, ich hoffe auf einen anspruchsvollen Kurs.“

Der Kampf um die Medaillen

Das wird auch nötig sein, will Einzel-Europameisterin Klimke wieder um die Medaillen mitreiten. Die deutsche Equipe gilt seit jeher als Mitfavorit und nimmt diese Rolle auch ohne Michael Jung ein, der wegen der Verletzung seines WM-Pferdes Rocana passen muss.

„Sportlich ist Michi immer für ein Top-Ergebnis gut. Es ist schade, dass er nicht mit dabei sein kann. Aber wir haben eine eingeschworene und sehr gute Truppe“, sagte Klimke, die mit Melzers Mannschaft den Titel verteidigen und damit ihr drittes Team-Gold bei einer WM feiern will. „Dafür aber muss alles zusammenpassen, die Konkurrenz ist richtig stark.“

Die Tage in Amerika versprechen spannend zu werden, zumal Tryon als Austragungsort für die Reiter und Pferde aus 70 Nationen Neuland ist. „Wir sind alle gespannt, was uns erwartet.“ Sagt Klimke, die eigentlich schon fast alle Plätze auf der großen Reitsportwelt gesehen hat.

Klimkes Medaillen bei Championaten

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  • Die erste Medaille von Ingrid Klimke bei Championaten gibt es 2005 im britischen Blenheim. Im Sattel von Sleep Late feiert sie mit Bronze ihren bis dahin größten Erfolg.

    Foto: dpa
  • Ein Jahr später glänzt es golden. Bei den Weltreiterspielen in Aachen siegt Klimke mit der deutschen Mannschaft, zu der noch Bettina Hoy (2.v.r.), Hinrich Romeike (r.) und Frank Ostholt gehören. Damals sattelte die Münsteranerin Abraxxas.

    Foto: dpa
  • Aber es kam noch besser für die Reitmeisterin. 2008 war Klimke, die erneut Abraxxas gesattelt hatte, mit dem deutschen Team nicht zu schlagen - Olympia-Gold in Hongkong als vorläufige Krönung.

    Foto: dpa
  • Auf dem Sprung zum nächsten Triumph: Mit Abraxxas steuert Klimke ihren Teil zum EM-Sieg der deutschen Equipe 2011 in Luhmühlen bei.

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  • Olympische Spiele in London: An der Mannschaft von Bundestrainer Hans Melzer führt auch in der britischen Hauptstadt kein Weg vorbei. Mit dabei ist auch Ingrid Klimke wieder, die mit Abraxxas ihr zweites Gold bei der wichtigsten Sportveranstaltung der Welt gewinnt.

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  • Ein Gruß der doppelten Medaillengewinnerin: 2013 bei der EM in Malmö komplettiert Klimke ihre Edelmetall-Sammlung. Im Sattel von Escada gibt es Silber in der Einzelwertung, dazu wanderte ein weiteres Team-Gold in ihren Stall.

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  • Hoch die Hufe: Bei der WM 2014 in der Normandie gehört Ingrid Klimke mit Escada zur deutschen Auswahl - und die gewinnt einmal mehr Gold. 

    Foto: dpa
  • Bitte recht freundlich, es winkt der Team-Europameister: Mit Dirk Schrade (l.), Michael Jung (M.), Sandra Auffarth und Bundestrainer Hans Melzer (r.) jubelt Klimke (im Sattel von Hale Bob) 2015 über den Sieg im britischen Blair Castle.

    Foto: dpa
  • Silber-Blick: Ingrid Klimke studiert in Rio de Janeiro den abschließenden Parcours. Am Ende gibt es für die Reiterin des RV St. Georg Münster Team-Silber, erneut hatte sie ihr Pferd Hale Bob gesattelt.

    Foto: dpa
  • Endlich am Ziel: Im polnischen Strzegom gewinnt Klimke mit Hale Bob die EM-Einzelwertung. Emotionale Momente, bei denen auch Tränen fließen. "Meine erste Goldmedaille als Einzelreiterin ist etwas ganz Spezielles und war ein Traum von mir", sagte Klimke damals.

    Foto: dpa
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