So., 09.09.2018

Fußball: Landesliga Zuversicht trotz des Stotterstarts beim SC Münster 08

Jonas Grütering (r.) und der SC Münster 08 haben bisher trotz ordentlicher Auftritte noch keinen Landesliga-Sieg eingefahren.

Jonas Grütering (r.) und der SC Münster 08 haben bisher trotz ordentlicher Auftritte noch keinen Landesliga-Sieg eingefahren. Foto: Johannes Oetz

Münster - 

Die Bilanz in der Liga sieht alles andere als schön aus für den SC Münster 08. Noch kein Sieg, erst ein Tor, dazu Platz 13 – setzen die Kanalkicker nahtlos die schwache Rückserie fort? Trainer Mirsad Celebic verneint entschieden.

Von Thomas Rellmann

Die Frage klingt schon ein wenig provokativ. Ist der SC Münster 08 zu einer Pokalmannschaft geworden? In der Meisterschaft lief es in der vergangenen Saison schon nicht besonders rund, Platz acht in der Endabrechnung und nur Rang 13 in der Rückrunde waren weit entfernt vom Anspruch des damaligen Landesliga-Vizemeisters. Aber: Der Titel im Kreispokal wertete die Spielzeit am Ende doch wieder auf. Und jetzt sieht es ganz ähnlich aus. Nach vier Partien rangieren die Kanalkicker mit nur einem Treffer sieglos wieder auf Rang 13. Dafür feierten sie ein echtes Highlight, als sie Westfalenligist YEG Hassel aus dem Westfalenpokal warfen. Ist das alles Zufall?

Klare Antwort von Trainer Mirsad Celebic: „Ja!“ Von einem Schema möchte er nichts wissen. „Wir können alle Wettbewerbe, nicht nur einen oder zwei“, sagt er. „Der Erfolg gegen Hassel bestätigt nur, dass die Liga-Leistungen bisher auch nicht so schlecht waren. Wir hatten nur im Abschluss etwas mehr Glück.“ Diesen Faktor führt der 39-Jährige auch ins Feld, wenn es um die magere Trefferausbeute in den Punktspielen geht. „Da war oft Pech dabei“, sagt er. „Wenn ich an die Begegnungen gegen Senden oder Dorsten-Hardt denke – da waren etliche Szenen, in denen der Ball fast drin war, aber von der Linie gekratzt wurde. Irgendwann fangen unsere jungen Leute automatisch an, zu überlegen, und dann fehlt genau diese halbe Sekunde zu einem vernünftigen Abschluss.“

Die Rückkehr des erfahrenen Gunnar Weber könnte hier Abhilfe schaffen. Doch von seinem Steckenpferd, der Nachwuchsförderung, will Celebic keinen Millimeter abweichen. „Unser Anspruch ist es, guten Fußball zu spielen und uns weiterzuentwickeln“, sagt er. „Und da sind wir auf einem guten Weg, auch wenn die Tabelle das noch nicht wiedergibt. Mit unserem Stil, unserem Auftreten war ich bisher immer gut zufrieden. Sogar deutlich besser als vor einem Jahr, als wir nach vier Partien neun Punkte hatten, mir aber klar war, dass wir nicht zum Favoritenkreis zählen.“

Aus der vergangenen Serie wollten die Nullachter ihre Lehren ziehen, der voluminöse Kader wurde etwas ausgedünnt, noch mehr Eigengewächse bekamen ihre Chance, dazu kam etwa mit Leon Schwarzer, Christoph Hunnewinkel, Dennis Wüpping oder Henning Dirks Qualität von außen.

Der Vorteil für Celebic, darauf legt er Wert, ist die Ruhe im Verein. Vom Fehlstart lasse sich hier keiner blenden. „Druck übt niemand aus. Wir bekommen viel Zusprich und Anerkennung“, erzählt der Montenegriner. „Als ich vor zweieinhalb Jahren anfing, hatten wir vielleicht eine sehr gute Kreis­liga-A-Mannschaft. Heute haben wir ein gutes Landesliga-Team, obwohl der Etat nicht um einen Euro vergrößert wurde. Mit dieser Entwicklung sind alle froh und glücklich – vom Platzwart bis zum 1. Vorsitzenden.“ Trotz allem bleibt Fußball ein Ergebnissport, das merkt auch Celebic an. „Ich bin mir aber sicher, dass wir unsere Punkte holen werden. Ich spüre ja, dass wir in vielen Bereichen Fortschritte machen.“ Und Mut gibt ihm auch diese Rechnung: „In drei von vier Spielen hätten wir nur ein Tor mehr gebraucht, um zu gewinnen. Dann hätten wir sechs Punkte zusätzlich, wären Dritter oder Vierter, und alle würden von einem super Start reden.“ Ab sofort soll aus dem Konjunktiv aber ein Indikativ werden.



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