Mo., 10.09.2018

American Football: Oberliga Unsanfte Landung für die Blackhawks gegen Vampire – Mammuts jubeln

Eine tolle Saison endet in Frust und Niedergeschlagenheit: Die Münster Blackhawks verspielten auf eigenem Platz die Chance auf den Aufstieg und können sich auf die nächste Oberliga-Serie vorbereiten.

Eine tolle Saison endet in Frust und Niedergeschlagenheit: Die Münster Blackhawks verspielten auf eigenem Platz die Chance auf den Aufstieg und können sich auf die nächste Oberliga-Serie vorbereiten. Foto: Wilfried Hiegemann

Münster - 

Der Traum vom Aufstieg ist geplatzt. Die Münster Blackhawks verloren ihr letztes Heimspiel der Saison gegen die Aachen Vampires mit 9:21. Also jubelten die Gäste über die Meisterschaft, während die Hausherren auf die neue Spielzeit hoffen.

Von Ansgar Griebel

Bilal Khalil ist „Head-Coach“ der Münster Blackhawks und bei Bedarf auch als Mental-Guru und Spontan-Psychologe gefordert. Bedarf an wohl gesetzten tröstenden Worten herrschte am späten Samstagnachmittag mehr, als den Blackhawks und den rund 600 erwartungsfrohen Fans auf der Sentruper Höhe lieb war. Mit 9:21 (9:14) ging das meisterschaftsentscheidende Gipfeltreffen mit den Aachen Vampires verloren – und mit einem Schlag auch die Hoffnung auf Titel und Aufstieg. Während sich auf der einen Seite die Vampire lautstark auf einen langen Feierabend einstellten, herrschte auf Blackhawks-Seite nach dem Schlusspfiff zunächst Totenstille – bis der Cheftrainer seine Mannen zum abschließenden Huddle versammelte und dem niedergeschlagenen Team wieder Leben einhauchte. „Ich bin stolz, auf das, was ihr geleistet habt, das war eine ganz starke Saison“, so die Ansage des Chefs mit der Kampfansage für die kommende Spielzeit gleich hintendran: „Diese Mannschaft ist noch in der Entwicklung und entwickelt sich auch noch weiter.“

Schon vor dem abschließenden Spiel in 14 Tagen bei den Dortmund Giants steht fest, dass die Blackhawks wie schon in der Vorsaison als Zweiter über die Ziellinie gehen. Einmal mehr „Best of the rest“ – nicht mehr, aber auch nicht weniger. Eine Platzierung, die perfekt als Untermalung der kommenden Saisonplanung dienen kann. „Wir wollen uns verbessern“, gibt Khalil vor – tabellarisch bleibt da wenig Raum für Rechenspiele. Auch, wenn der Trainer im Nachsatz wieder für Bodenhaftung sorgt: „Als erstes geht es aber darum, den Klassenerhalt zu schaffen.“ Das allerdings dürfe gerne schon nach drei Spieltagen erledigt sein.

Mammuts gewinnen in Recklinghausen

Einige Mammuts-Spieler waren am Samstag zu Gast bei den Blackhawks und hatten am Sonntag sicher einiges zu berichten, schrieben dann aber mit den eigenen Mannschaftskollegen eigene Schlagzeilen. Durch den ungefährdeten 26:7-Erfolg über die Recklinghausen Chargers festigten die Mammuts Tabellenplatz drei in der Oberliga und präsentieren mit 11:7 Zählern auch eine sehenswerte Ausbeute. Zum Saisonabschluss müssen die Mammuts nun in 14 Tagen beim neuen Meister in Aachen antreten.

Warum es zum zweiten Mal in Folge nicht zum ganz großen Wurf gereicht hat, ist schnell erzählt: Nach einem starken Auftakt der vom spielfreudigen Quarterback Alex Fuchs bestens gelenkten Hawks-Truppe und dem frühen ersten Touchdown durch Humann Pour-Heidari sowie dem erfolgreichen Fieldgoal-Versuch von Moritz Niederhofer waren die Platzherren im heimischen „Cage“ auf Kurs. Doch dann lief so ziemlich alles aus der Spur: Defense Back Amir Marouf wälzte sich unter Schmerzen am Boden und humpelte später mit einer Knieverletzung vom Feld. Anschließend musste sich auch Alex Fuchs eine verletzungsbedingte Auszeit nehmen. Die komplette Statik des Blackhawks-Spiels geriet damit in eine Schieflage, und mit dezenter Unterstützung der Schiedsrichter übernahmen fortan die Gäste aus Aachen das Kommando. Als zu Beginn des vierten Viertels Fuchs endgültig die Segel streichen musste, waren Spiel und auch Titelkampf entschieden.

Möglicherweise hätten Videobeweise diesen Meisterschaftsausgang noch einmal verändern können, als ein Gäste-Touchdown als unkorrekt hätte entlarvt werden müssen und ein Versuch der Münsteraner im Nachhinein als regelkonform gewertet werden können. Doch mit Konjunktiven beschäftigten sich die Blackhawks am Samstag nicht. Nach den aufmunternden Worten des Trainers ging der Blick bereits wieder optimistisch zum nächsten Spiel nach Dortmund – und auch auf die kommende Spielzeit mit den liebgewonnenen Stadtduellen mit den Münster Mammuts.



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