Basketball: 2. Liga Pro B
63:61 gegen die Dresden Titans – erfolgreiche Premiere der WWU Baskets

Münster -

Das war ein echter Krimi zur besten Sendezeit am Samstagabend. Ihre Premiere in der 2. Liga Pro B bestanden die WWU Baskets erfolgreich, der Aufsteiger rang in einem bis zum letzten Angriff die Dresden Titans nieder – und das trotz einer bescheidenen Wurfquote gerade in Halbzeit eins.

Sonntag, 23.09.2018, 13:22 Uhr aktualisiert: 23.09.2018, 14:20 Uhr
Mit Zug zum Korb: Münsters Alex Goolsby nimmt es gleich mit zwei Dresdnern, Janek Schmidkunz (l.) und Arne Wendler, auf. Redebedarf herrscht besonders in punktearmen ersten Halbzeit bei den Baskets um (v.l.) Stefan Wess, Andrej König, Leo Padberg, Jojo Cooper und Marco Porcher.
Mit Zug zum Korb: Münsters Alex Goolsby nimmt es gleich mit zwei Dresdnern, Janek Schmidkunz (l.) und Arne Wendler, auf. Foto: Wilfried Hiegemann

81 Sekunden vor Schluss landete Jan Königs Drei-Punkte-Wurf im Ziel zum 62:61 der WWU Baskets Münster. Die letzten Sekunden der stark umkämpften Punktspiel-Premiere in der 2. Liga Pro B wurden zur finalen Nagelprobe auch für die Nerven der 1511 stehend mitfiebernden Zuschauer in Berg Fidel.

Stefan Wess setzte noch einen Freiwurf rein – die Dresden Titans blieben die Antwort schuldig und wurden mit 63:61 (23:31) bezwungen. Münster feierte den Einstand und das Ankommen auf der neuen Ebene enthusiastisch. Das war die Botschaft des Abends: Das allen sichtbaren Problemen trotzende Team „kann Pro B“ – und die Fans erst recht, die für eine bemerkenswerte Resonanz und eine überragende Stimmung sorgten. Es schien, als hätte die Stadt nur darauf gewartet und freue sich auf die nächsten zehn Heimspiele der Normalrunde auf dem neuen Parkett.

Klatschnass geschwitzt sank Trainer Philipp Kappenstein auf einen Stuhl und pendelte zwischen den Gefühlswelten. „Wir lagen mit zehn Punkten zurück. Angesichts der Quoten fühlte sich das wie minus 20 an“, sagte er und erzählte vom neuen Einschwören in der Halbzeit. „Es konnten ja nicht weiterhin alle Würfe so daneben gehen.“ Emotional sollte es bleiben, und „dann wollten wir da sein und zupacken“. Neuzugang Anton Geretzki („Wir alle waren mega-nervös“) dankte der Kulisse: „Die Leute haben uns gepusht – so eine Stimmung habe ich noch nie erlebt.“ Und der Powerforward weiß aus drei Jahren Pro B mit Rhöndorf, wovon er spricht.

Cooper und Delpeche starten

Der 19-Jährige stand zusammen mit den ebenfalls neuen Akteuren Jojo Cooper und Malcolm Delpeche sowie Jan König und Alex Goolsby in der ersten Fünf, die sich mit einer neu formierten Dresdner Auswahl (sieben Zugänge) zwei Viertel (8:7 und 15:24) lang ein wahres Fehlwurf-Festival lieferte – fahrig in den Abschlüssen und oft zu hektisch gen Ziel preschend forderten die Teams eine Menge Toleranz von den Rängen ein. Gerade einmal acht von 37 Baskets-Würfen aus dem Spiel heraus saßen.

Die Minimalisten waren allenfalls mit ihrem Defensivverhalten zufrieden. Auch Baskets-Big-Man Delpeche, der offensiv kaum in Erscheinung trat, aber mit zwölf Rebounds eine Bestmarke setzte. Mit mehr Zug zum Korb agierte Aufbau Cooper und riss im dritten Viertel beispielhaft alle mit. Mit insgesamt drei Dreiern von außen bewiesen die Baskets jetzt auch, dass sie das Gen des „Schützen-Vereins“ noch immer in sich tragen dürften. Imponierend, dass niemand wirklich lange haderte mit den Schwierigkeiten, sondern dass alle zum Schub ausholten.

Etwas Glück nötig

Die Landeshauptstädter um Coach Nenad Josipovic agierten phasenweise schneller und athletischer. Center Helge Baues war wertvoller als US-Neuzugang Brandon Watkins und der 1997 geborene Daniel Kirchner blieb durchgehend widerspenstig. „Auch mit ein bisschen Glück“, so Kappenstein, bewies aber der mental starke Aufsteiger den längeren Atem und drückte sich über die Ziellinie.

Baskets-Punkte: Padberg (13/1), Cooper (12/2), Geretzki (10/2), Wess (9/1), Porcher (9), J. König (6/2), Delpeche, Goolsby (je 2)

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