Fußball: 3. Liga
Menig-Knaller bringt Preußen erstes Remis in Unterhaching

Unterhaching -

Im elften Saisonspiel ist es passiert. Preußen Münster hat zum ersten Mal die Punkte geteilt. Das 1:1 (0:1) bei der SpVgg Unterhaching - dort spielte der Club auch zuvor in sieben Aufeinandertreffen nie remis - war über 90 Minuten betrachtet auch glücklich. Am Ende aber war der willensstarke Gast sogar näher dran am Sieg.

Samstag, 06.10.2018, 16:45 Uhr aktualisiert: 07.10.2018, 09:56 Uhr
Fußball: 3. Liga: Menig-Knaller bringt Preußen erstes Remis in Unterhaching
Fabian Menig traf in der Schlussphase zum Ausgleich für die Preußen. Foto: Wolfgang Fehrmann

Ob es allein an der nicht optimalen Anreise lag, sei mal dahingestellt. Das 1:1 (0:1) bei der SpVgg. Unterhaching offenbarte allerdings durchaus fehlende Frische. „Die lange Busfahrt, einige kranke oder angeschlagene Spieler, das warme Wetter - da kam eine Menge zusammen“, sagte Keeper Max Schulze Niehues. Nach einem hellwachen Start sahen die Westfalen in Bayern teilweise wenig Land. War hinterher alles egal.

Dass nach drei Siegen am Stück diesmal immerhin ein Zähler heraussprang, war vor allem einer guten und cleveren Schlussphase geschuldet. Und einer äußerst intakten Moral. „Das hat mir gefallen“, sagte Trainer Marco Antwerpen. „Wir haben dran geglaubt, haben in der Pause nachjustiert und viel Druck gemacht. Es war eine hochinteressante Partie mit hohem Pressing auf beiden Seiten.“

Starker Start nicht belohnt

Der Coach nahm am Tag nach seinem Geburtstag zwei Änderungen vor. Wie erwartet spielte Niklas Heidemann nach überstandener Erkältung für Moritz Heinrich wieder auf dem linken Flügel. Außerdem erhielt Lucas Cueto als zweite Spitze  den Zuschlag für Tobias Rühle (Infekt). Rechtzeitig fit wurde Rufat Dadashov, der aus der Drehung auch den ersten gefährlichen Schuss abgab (5.). Noch viel heißer war aber seine zweite Szene. Lion Schweers zog aus der Distanz ab, der abgefälschte Ball fiel dem Angreifer vor die Füße. Mit den Fingerspitzen lenkte Torwart Lukas Königshofer das Leder an den Innenpfosten (7.). Keine halbe Minute später flankte Kevin Rodrigues Pires aus dem Halbfeld, René Klingenburg kam völlig frei zum Kopfball, setzte diesen aber deutlich vorbei. Zwei richtige Hammer zum Auftakt mal wieder von den Preußen - nur diesmal waren sie nicht drin.

Die Hausherren aber antworteten. Aus 25 Metern zwang Finn Porath Schlussmann Schulze Niehues zu einer Glanzparade (9.). Bei der folgenden Ecke war es dann zu spät. Porath brachte sie selbst an den Fünfer, wo Stephan Hain viel schneller als alle Verteidiger, vor allem als Ole Kittner, schaltete und die Kugel ins Netz spitzelte (10.).

Unterhaching vs Preußen Münster

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  • Intensives Spiel in Unterhaching: Hier bringt Innenverteidiger Marc Endres Preußens René Klingenburg zu Fall.

    Foto: Wolfgang Fehrmann
  • Hinten präsentierten sich die Münsteraner zu offen und vorne gelang lange auch nicht viel.

    Foto: Wolfgang Fehrmann
  • Doch dann schlug Fabian Menig zu. Mit einem satten Schuss erzielte er in der 79. Minute das 1:1.

    Foto: Wolfgang Fehrmann
  • Das Tor wird bejubelt. Es führte zu Münsters erstem Unentschieden in dieser Saison.

    Foto: Wolfgang Fehrmann
  • Sehen Sie im Folgenden weitere Impressionen von der Partie Unterhaching - Preußen Münster.

    Foto: Wolfgang Fehrmann
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  • Foto: Wolfgang Fehrmann
  • Foto: Wolfgang Fehrmann
  • Foto: Wolfgang Fehrmann

Unterhachings Spielfreude geweckt

Die Spielfreude der Vorstädter war nun geweckt, der Mix aus frühem Stören und frischen Kombination bereitete Münster Probleme, zudem waren die defensiven Außenbahnen gegen zwei angreifende Hachinger ab und an unterbesetzt. Der Gast war nun das schwächere Team, der furiose Start schnell verflogen. Aus dem Spiel heraus gelang wenig, das Nachrückverhalten war nicht ideal, die Stürmer sahen allein nicht viel Land. Die Hausherren lösten in dieser Phase sich aus den dosierten Pressingvorstößen des SCP besser. Orestis Kiomourtzoglou verpasste per Kopf einen weiteren Treffer (29.), Porath traf sogar den Außenpfosten, als er nach einer Schweers-Rettungstat unbehelligt abschließen durfte (40.).

Neben sich stand die Preußen-Abwehr bei einem Hain-Schuss aus 16 Metern, den Schulze Niehues parierte (42.), Luca Marseiler hat zuvor unbeirrt aufgelegt. Schließlich musste Schweers auch noch einen Kiomourtzoglou-Schuss von der Linie kratzen (45.+1). Die Gäste hätten deutlicher hinten liegen können. Hinten wie vorne war das nach der Megadoppelchance zu Beginn schlichtweg nicht so gut wie zuletzt.

Anfällig für Konter

Simon Scherder kam dann zur Pause für Kittner und erhielt von Martin Kobylanski auch gleich die Kapitänsbinde. Immerhin setzten die Preußen nun mit einer Reihe ruhender Bälle am Strafraum der Spielvereinigung fest, wurden so aber auch anfällig für Konter. Schulze Niehues musste einen weiteren Porath-Schuss wegboxen (54.). Auch Sascha Bigalke hatte die Vorentscheidung auf dem Schlappen (62.), ebenso Kiomourtzoglou (68.).

Für Münster reichte es selten dafür, sich in Tornähe zu spielen, im Mittelfeld wurde das Tempo zu oft verschleppt. „Aber wir hatten auch eine gewisse Ruhe am Ball“, so Antwerpen. Als Dadashov zwei Mal frei vor dem Kasten auftauchte, ging die Fahne des Assistenten hoch (69., 71.) - beim ersten Mal war das strittig.

Mit Wucht unter die Latte

Wenig deutete auf den Ausgleich hin trotz ständiger Standards. Bis sich Fabian Menig ein Herz fasste. Nach einem weiteren langen Freistoß von Kevin Rodrigues Pires und einer nicht perfekten Faustabwehr von Königshofer donnerte der Außenverteidiger den Ball von der Sechzehnerkante mit wahnsinniger Wucht unter die Latte! Das 1:1 nach 79 Minuten. „Der Ball kam perfekt“, sagte der Schütze. „Verrücktes Ding.“

Jetzt wollte Münster plötzlich sogar mehr. Standards blieben das Mittel, mit dem es klappen sollte. Haching setzte auf Gegenstöße. Es knisterte in der Schlussphase, beide drängten noch mal auf einen Treffer. Klingenburg wäre der nach einer Ecke fast gelungen, doch Königshofer parierte den Scherenschlag (90.).

Scherder befand nachher: „Mit dem Punkt können wir diesmal gut leben.“ Und die lange, lange Busfahrt zurück wurde so auch mehr als erträglich. Der Trainer wollte ja auch noch einen springen lassen.

Einzelkritik: Unterhaching vs Preußen Münster

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  • Max Schulze Niehues: Musste vor der Pause zwei Mal sein Können aufbieten. Beim 0:1 sah er den Ball spät. Auch nach der Pause immer auf dem Posten. Note: 2

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Lion Schweers: Der Verteidiger kam immer wieder für seine langen Einwürfe nach vorne, das brachte Gefahr. An der Mittellinie zwei sehr harte Kopfballduelle mit Luca Marseiler. Konzentriert im Zweikampf, verhinderte mal wieder ein Gegentor auf der Linie. Im Verbund manchmal zu passiv. Note: 3

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Ole Kittner: Beim Rückstand nicht auf der Höhe, auch danach mit mehreren Fehlern im Aufbau wie bei Klärungsversuchen. Wegen seiner frühen Verwarnung etwas zurückhaltend. Zur Pause war daher Schluss. Note: 4,5

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Jannik Borgmann: Hätte er manchmal nach links rücken müssen, um Niklas Heidemann gegen Markus Schwabl zu unterstützen? Taktische Frage … Gegen den Mann immerhin recht wehrhaft. Zeigte eine gute Einstellung, nur kleinere Fehler. Note: 3

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Niklas Heidemann: Rückte nach überstandenem Infekt wieder in die Startelf. Hatte gegen Markus Schwabl und die variierenden Flügelspieler viel zu tun. Erledigte seinen Job solide. In der zweiten Halbzeit machte er über links immer wieder Druck. Note: 3

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Fabian Menig: Früh für einen Einwurf, den er zu weit vorn ausführte, zurückgepfiffen. Danach sehr bemüht, aber ohne Glück in den Zweikämpfen. Doch mit seinem Hammerschuss war er letztlich der Matchwinner. Schon die fünfte Torbeteiligung. Note: 3

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Kevin Rodrigues Pires: Versuchte noch am ehesten Struktur ins Mittelfeld zu bringen. Gute Ballbehandlung, aber auch ohne zündende Idee. Ab und an verschleppte er das Tempo, dafür brachten seine Standards immer wieder heiße Strafraummomente. Note: 3

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Martin Kobylanski: Vor der Halbzeit kaum in Erscheinung getreten. Nach dem Wechsel bei einigen Standards am Ball, aber diesmal ohne Durchschlagskraft. Note: 4,5

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Lucas Cueto: Kam für den erkrankten Tobias Rühle mal wieder zu einem Startelf-Einsatz. Viele Sprints, aber keine Wirkung. Hinten auch nicht immer aufmerksam. Mit seiner Statur gegen die Hachinger Defensivakteure heillos unterlegen. Note: 4,5

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • René Klingenburg: Ungewohnt fehlerhaft. Pässe kamen nicht an, Zweikämpfe gingen verloren, dazu die vergebene Großchance. Stemmte sich aber gerade in der Schlussphase gegen die Niederlage, vergab jedoch am Ende sogar das Siegtor. Note: 4

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Rufat Dadashov: Rechtzeitig fit nach leichter Erkältung. Früh zwei sehr gefährliche Abschlüsse, danach wie von Kettenhunden bewacht. Zwei Abseitsstellungen hinderten ihn an Treffern. Nach dem Abpfiff ging es direkt auf Länderspielreise. Note: 4

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Simon Scherder: Zur Halbzeit für Kittner auf dem Feld. Nicht fehlerfrei, aber etwas abgeklärter im Abwehrzentrum und durchaus auch vorne eine Gefahrenherd. Note: 3

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Philipp Müller: Eingewechselt für Cueto, allerdings rannte er sich meist fest in der verbleibenden halben Stunde. Note: 4

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Cyrill Akono: Letzte Patrone von der Bank. Ein paar weite Wege, aber keine klaren Aktionen mehr. Keine Note

    Foto: Jürgen Peperhowe

SpVgg: Königshofer - Schwabl, Endres, Greger, Winkler - Marseiler (69. Krauß), Kiomourtzoglou (88. Schimmer), Stahl, Porath (77. Hagn) - Bigalke, Hain

SCP: Schulze Niehues - Schweers, Kittner (46. Scherder), Borgmann - Menig, Rodrigues Pires, Klingenburg, Heidemann - Kobylanski (77. Akono) - Cueto (59. Müller), Dadashov

Schiedsrichter: Justus Zorn (Opfingen)

Tore: 1:0 Hain (10.), 1:1 Menig (79.)

Zuschauer: 3000

Gelb: Kittner, Schweers

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