Volleyball: Frauen-Bundesliga
Der märchenhafte Sommer für USC-Spielerin Vanjak

Münster -

Diesen Volleyball-Sommer erlebte Ivana Vanjak im Flug. Am Anfang das erste Länderspiel, am Ende die Teilnahme an der Weltmeisterschaft. „Es war total aufregend“, sagt die 23-Jährige. Nun freut sie sich auf die neue Bundesliga-Saison beim USC.

Freitag, 19.10.2018, 16:06 Uhr aktualisiert: 19.10.2018, 17:16 Uhr
Passt: Starker Block von Ivana Vanjak im WM-Spiel gegen Argentinien. Beim USC Münster kehrt die 23-Jährige auf die Außenposition zurück.
Passt: Starker Block von Ivana Vanjak im WM-Spiel gegen Argentinien. Beim USC Münster kehrt die 23-Jährige auf die Außenposition zurück. Foto: FIVB

Es war ein langer und aufregender Sommer für Ivana Vanjak. Erst das Debüt im Nationalteam. Dann die Nominierung für die WM in Japan. Zu guter letzt das Turnier in Fernost mit Einsätzen in allen neun Spielen. „Wahnsinn“, sagt die Volleyballerin, „es ist ein bisschen wie im Märchen.“

Dabei ist die 23-Jährige erst seit gut einem Jahr Profi. Mit dem Wechsel vom Zweitligisten Bad Soden zum USC Münster schlug sie den Pflock für eine womöglich große Karriere ein. Zuvor hatte Vanjak in Kalifornien Volleyball in einem Hochschulteam gespielt. Ihr Fokus galt jedoch dem Studium. Nach dem Bachelor-Abschluss im Chemie-Ingenieurswesen kehrte sie nach Deutschland zurück.

USC Münster testet in Oststeinbek

Der USC Münster trägt an diesem Sonntag ein Freundschaftsspiel bei den Drittliga-Männern der Ostbek Pirates in Oststeinbek aus. Im vergangenen Jahr waren die Schleswig-Holsteiner Gast bei der offiziellen Saisoneröffnung des Bundesligisten. Nun machen sich die Unabhängigen auf zum Gegenbesuch. Für Teresa Mersmann, die derzeit ein mehrwöchiges Praktikum an einem Krankenhaus in Hamburg absolviert, ist die Partie eine Art Heimspiel. Keine 20 Kilometer sind es von der Hansestadt bis in die kleine Gemeinde im Kreis Stormann. Das Training am Ball absolviert die 28-Jährige als Gast beim ETV Hamburg (3. Liga Nord). Übungen und Umfänge für ihr Krafttraining hat ihr Trainer Teun Buijs an die Hand gegeben. „Ganz unvorbereitet komme ich also nicht zum Bundesliga-Auftakt zum USC“, erklärt sie schmunzelnd. Eine Woche weilt Mersmann noch in Hamburg. Ab dem 26. Oktober trainiert sie dann am Berg Fidel.

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Viele Stunden im Labor und am Schreibtisch bei der beruflichen Weichenstellung, da ist der Leistungssport offenbar der richtige Ausgleich. Vanjak ist eine Athletin, wie sie sich jeder Trainer wünscht. Physisch stark, psychisch stabil, immer hellwach. Und dazu in der Lage, pfeilschnell auf veränderte Anforderungen zu reagieren. Nach dem kurzfristigen Ausfall von Marie Schölzel setzte Bundestrainer Felix Koslowski die Außenangreiferin beim WM-Turnier im Mittelblock ein. Vanjak nahm die Herausforderung an, stellte sich in den Dienst des Teams und erntete nachher großes Lob von vielen Seiten. „Für den Kopf war das gar nicht so einfach, wenn du auf deiner Position keine Erfahrung hast und dann direkt in der Weltspitze mithalten musst“, sagt die Spielerin. Nun, Ivana Vanjak hat es geschafft und war Teil des Teams beim legendären Erfolg über Brasilien. „Das war wirklich der absolute Hammer ... “

Seit Freitag ist die Jung-Nationalspielerin wieder im USC-Training. Müde? „Vielleicht ein bisschen“, meint sie. Aber das vergehe rasch. „Ich spüre, dass ich Lust auf noch mehr Volleyball habe. Die Vorfreude auf die neue Saison ist wirklich groß.“ Möglich, dass Vanjak bald auch in der Sporthalle Berg Fidel Autogrammwünsche erfüllen muss. In Japan war ihr Schriftzug jedenfalls begehrt. Nach dem Spiel gegen den Gastgeber wählte die Spielerin den Fußweg zurück ins Hotel. Er wurde ziemlich lang: „Ich bin von ganz vielen Leuten angehalten worden, die ein Autogramm oder ein Selfie mit mir wollten. Das war schon irre und noch eine ganz neue Erfahrung für mich.“

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