Basketball: 2. Liga Pro B
Nervenflattern bis zum Schluss für die WWU Baskets gegen die BSW Sixers

Münster -

Der Negativtrend ist gestoppt, der letzte Tabellenplatz erst mal abgegeben. Die WWU Baskets Münster freuten sich am Samstagabend über ein 76:71 gegen die BSW Sixers. Der zweite Saisonsieg nach zuletzt vier Niederlagen geriet im Schlussviertel aber noch in Gefahr.

Sonntag, 28.10.2018, 13:06 Uhr aktualisiert: 28.10.2018, 20:14 Uhr
Münsters Kapitän Jan König sieht sich hier beim Abschluss bedrängt von Terence Williams und Ferenc Gille (M.)
Münsters Kapitän Jan König sieht sich hier beim Abschluss bedrängt von Terence Williams und Ferenc Gille (M.) Foto: Wilfried Hiegemann

Ohne Drama geht es nicht in der Halle Berg Fidel, die sich immer mehr zur Pilgerstätte der Basketball-Anhänger mausert. Vor der nächsten Rekordkulisse von 1765 Zuschauern retteten sich die lange Zeit überzeugenden WWU Baskets Münster am Ende mit flatternden Nerven zu einem 76:71 (44:31)-Sieg gegen BSW Sixers aus dem Landkreis Anhalt-Bitterfeld.

Dass es niemanden mehr auf den Sitzen hält, wenn die Spielzeit langsam abläuft, ist schon Usus – die Wiederholung der sportlichen Problematik aber anscheinend auch. 16 Punkte betrug der Baskets-Vorsprung vor dem letzten Viertel, auf drei schrumpfte er Sekunden vor Schluss. Bloß gut, dass Point Guard JoJo Cooper die Lage erkannte. Er zog los, ließ sich foulen und setzte die entscheidenden Freiwürfe.

Sieg Nummer zwei beendete die vier Niederlagen währende Durststrecke. „Ich bin sicher, dass wir jetzt den Bock umgestoßen haben“, sagte der leidgeprüfte Coach Philipp Kappenstein, der „das große Zittern“ als ziemlich unnötig empfand. „Wir haben ja vieles besser gemacht, wir waren schön schnell und offensiv überzeugend. Am Ende haben wir den Erfolg erzwungen.“ Und damit den Nachweis erbracht, unter der Last eben nicht einknicken zu müssen.

Die Gäste reisten ersatzgeschwächt an. Könner wie Jonas Niedermanner und Luka Petkovic fehlten. Nur acht Spieler kamen an den Ball, von denen vier zweistellig trafen. Die jungen Asse Ferdinand Zylka und Benedikt Turudic erschreckten mit Treffsicherheit zunächst die Baskets, die mit 16:20 aus dem ersten Viertel gingen, danach in der Abwehr auch mal auf Manndeckung umstellten und mehr Zugriff bekamen. Leo Padberg sorgte für die 25:23-Führung, die hartnäckig ausgebaut wurde. Viele Fastbreaks liefen nun wie am Schnürchen. Die Sixers trafen jetzt nichts mehr, offensiv fehlten ihnen die Lösungen. „Tja, da hab‘ ich wohl meinen Rhythmus gefunden“, beschrieb der 27-jährige Padberg später knochentrocken, nachdem er im dritten Viertel seine eigene Show zelebriert hatte. Der nicht zu bremsende Zwei-Meter-Mann strotzte vor Selbstvertrauen und Wurfgeschick. 13 Punkte am Stück gelangen ihm, dazwischen traf kein einziger der Kollegen. Eingewechselt für Jan König war der Lehramtsstudent einfach überall.

Das 64:48 vor den letzten zehn Minuten sollte aber nicht als Ruhekissen dienen. Die Sixers gingen ins Risiko und schlossen schnell ab – Kappenstein schwante Böses, er nahm eine Auszeit, als es fahrig und fehlerhaft wurde. Einen rabenschwarzen Tag erwischte Marco Porcher, der übermotiviert wirkte. Als mit Jan König und Stefan Wess zwei lange Kerle foulbelastet rausmussten, wackelte das Gebilde. „Man erinnert sich und wird nervös“, wertete Padberg, dem noch ein wichtiger Block gelang. Führungsspieler Cooper, der auch die meisten Rebounds holte, zeigte dann, welche Qualitäten er in der Crunchtime umsetzten kann. Punkte: Padberg (21/2), Cooper (14), Wess (14/2), Delpeche (11), J. König (9/1), Porcher (3), Goolsby (2), Funk, A. König (je 1)

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