Basketball: Zweite Liga Pro B
Die schlechteste Quote vor der besten Kulisse

Münster -

Man trifft sich: Basketballfans versammeln sich dieser Tage regelmäßig und zahlreich am Berg Fidel. Wer hier nicht trifft, sind die Spieler. Die ungewohnte Optik in der Großsporthalle sorgt für Minusrekorde von der Freiwurflinie. Dem Spaß und der Spannung schadet es nicht.

Montag, 29.10.2018, 17:46 Uhr aktualisiert: 29.10.2018, 18:37 Uhr
Malcom Delpeche nimmt Maß: Noch tun sich alle Basketballer am Berg Fidel schwer, den Ball von der Freiwurflinie aus zu versenken.
Malcom Delpeche nimmt Maß: Noch tun sich alle Basketballer am Berg Fidel schwer, den Ball von der Freiwurflinie aus zu versenken. Foto: Wilfried Hiegemann

Seit dieser Spielzeit wird in der Sporthalle am Berg Fidel regelmäßig zur Korbjagd geblasen – sehr zur Freude der Zuschauer, die dieses neue Angebot in Münsters Vorzeigesporthalle nur zu gern annehmen. 4916 Fans sahen die ersten drei Saisonspiele der WWU Baskets in der zweiten Basketball-Bundesliga ProB – pro Spiel pilgerten im Schnitt gut 1600 Basketballbegeisterte in die Halle.

Fast doppelt so viel wie beispielsweise in die Margon Arena zu Dresden, wo die hier ansässigen Titans mit einem Schnitt von 987 Besuchern abgeschlagen Rang zwei in der Tabelle der Publikumsmagneten belegen. Doch ausgerechnet in der größten Halle und vor den meisten Fans der Liga finden die wenigsten Freiwürfe den Weg in den Korb.

Gewöhnungsbedürftige Optik

Kein Zufall, wie Baskets-Trainer Philipp Kappenstein befindet: „Da kommt sicher beides zusammen. Das ist zum einen eine sensationelle Stimmung in der Halle, die auch für die Spieler etwas ganz Neues ist. In der vergangenen Saison hatten wir in der ausverkauften Uni-Sporthalle gerade mal halb so viele Zuschauer. Daran muss man sich gewöhnen. Zudem ist es etwas komplett anderes, in so einer Rundsporthalle zu spielen. Die Optik ist sehr gewöhnungsbedürftig.“ Mit dem ungebremsten Blick weit über die Zuschauer hinweg, scheint derzeit noch ein wenig der Fokus auf das Naheliegende zu fehlen: den Korb.

Insgesamt wurden in den bisherigen drei Auftritten in Münster nur 59,65 Prozent aller Freiwürfe versenkt, absoluter Minuswert in der Liga. Zum Vergleich: In der Essener Sporthalle am Hallo finden durchschnittlich starke drei von vier Freiwürfen ihr Ziel. Tauschen wollen die Baskets mit den Kollegen aus Essen dennoch nicht, die nämlich sind derzeit Schlusslicht der Liga.

Schwächste Freiwurfquote 

Die Freiwurfquote allein entscheidet also nicht die Spiele, aber sie kann durchaus helfen, wie Kappenstein betont. „Wir sehen das Problem und wir müssen dringend daran arbeiten“, sagt der Chefcoach, der aber nur eine regelmäßige wöchentliche Trainingseinheit in der Großsporthalle zur Verfügung hat sowie vor Heimspielen eine Extra-Stunde am Freitag. „Das ist nicht viel und darum brauchen wir auch noch etwas Zeit. Aber ich bin zuversichtlich, dass wir uns da stabilisieren.“

Weil die WWU Baskets als Heimteam naturgemäß am häufigsten am Berg Fidel im Einsatz sind, haben sie auch ligaweit (noch) die schwächste Verwertungsquote von der Linie. Gerade mal 53,3 Prozent der Baskets-Freiwürfe sorgen derzeit für Bewegung auf dem Score­board, die Präzisionsschützen aus Wolfsburg versenken dagegen 83 Prozent ihrer Freiwürfe.

Das kann Spiele entscheiden, weiß der Trainer. „Und mit einer besseren Quote hätten wir uns auch schon einige Zitterminuten ersparen können. Aber am Samstag haben wir in den letzten Minuten sechs von sechs Freiwürfen verwandelt. Das ist für mich ein klares Zeichen, das wir langsam das Visier scharf stellen.“

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