Fr., 02.11.2018

Fußball: Nord-Süd-Schlager in der 3. Liga Preußen Münster - 1860 München: 54 Jahre später der nächste Anlauf

Manfred Pohlschmidt traf für die Preußen beim 1:3 im Jahr 1964. Für den Hamburger SV spielte er häufiger gegen 1860 München. „Löwen“-Keeper Petar „Radi“ Radenkovic klärt hier gegen Pohlschmidt beim Erstliga-Aufeinandertreffen im Jahr 1966.

Manfred Pohlschmidt traf für die Preußen beim 1:3 im Jahr 1964. Für den Hamburger SV spielte er häufiger gegen 1860 München. „Löwen“-Keeper Petar „Radi“ Radenkovic klärt hier gegen Pohlschmidt beim Erstliga-Aufeinandertreffen im Jahr 1966. Foto: imago sportfotodienst

Münster - 

Die in die Jahre gekommenen Preußen-Fans werden sich vielleicht noch erinnern. Denn oft traf der SCP nicht auf die „Löwen“, den TSV 1860 München. Nur in der Premierensaison der Bundesliga 1963/64 kreuzten sich die Wege der Clubs. Fast genau auf den Tag vor 55 Jahren standen sich Münster und München im Preußenstadion gegenüber. 9. Spieltag, 25.000 Menschen kamen – und sahen ein dürftiges 0:0.

Von Alexander Heflik

Ein „schüchterner Knabenchor“ hatte Münchens Trainer Max Merkel noch vor der Partie gemosert, das sei seine Mannschaft. 0:5 hatten die „Löwen“ in Hamburg verloren. Im Duell der Tabellennachbarn aber hielten die Gäste dann zumindest die Null.

Das Rückspiel im März in München gewannen die Gastgeber. Der SCP war auf den vorletzten Rang abgerutscht. Manfred Pohlschmidt brachte die Preußen vor 34.000 Zuschauer im Stadion an der Grünwalder Straße im Stadtteil Giesing in Führung. Doch in einer hitzigen Partie wurde auf beiden Seiten keine Rücksicht genommen. Die Münchener Anhänger titulierten die Preußen als „Holzhacker“, wie der damalige Korrespondent Werner Lutz zu berichten wusste. Dagmar Drewes wurde von Hennes Küpper am Hals getroffen, doch der Münchener fiel um und wurde im „Ehrenmarsch“ rund um den Platz getragen.

Unschöne Erinnerungen

Als die Preußen dann später mit 1:3 verloren, weil Otto Luttrop, Rudolf Brunnenmeier und Berti Kraus trafen, war wieder eine Hoffnung im Abstiegskampf verpufft. Mehr noch, wie unserer Zeitung damals berichtete: „Bei den Holzhacker-Rufen blieb es nicht. Beim Einsteigen in den Omnibus wurden die Preußen beschimpft, bespuckt und geschlagen.“ Der Verein aus Münster verzichtete aber auf einen Anzeige beim Deutschen Fußball-Bund. Das waren Zeiten. Das wird dieses Mal nicht passieren.

Am Samstag kommt es nun zum dritten Aufeinandertreffen zwischen dem SC Preußen Münster und dem TSV 1860 München, Beginn ist um 14 Uhr. 8000 Karten sind bereits verkauft, aus München werden 1500 Fans erwartet, die Haupttribüne ist ausverkauft. Endlich mal wieder könnte der SCP die 10.000er Marke bei den Besuchern überschreiten.

Denn Münster ist als Tabellenzweiter seit sechs Partien ungeschlagen. Der Aufsteiger aus München dagegen könnte mit einem Sieg wieder enger an die Aufstiegsränge heranrücken. 54 Jahre später ist die Brisanz bei diesem Drittliga-Schlager auch nicht ohne. Max Merkel gegen Richard Schneider hieß damals das Trainerduell, nun trifft Daniel Bierofka auf Marco Antwerpen.

Historie: Zwei Partien in der Bundesliga

►  26. Oktober 1963:

SC Preußen Münster - 1860 München 0:0

SCP: Eiteljörge - Tybussek, Lungwitz, Bockisch, Voß, Drewes, Bente, Rummel, Pohlschmidt, Lulka, Kiß. - 1860: Radenkovic - Zeiser, Wagner, Steiner, Reich, Luttrop, Küppers, Grosser, Kohlers, Heiß, Brunnenmeier. - Zuschauer: 25 000. - Schiedsrichter: Fritz.

► 14. März 1964

1860 München – SC Preußen Münster 3:1

1860: Radenkovic - Steiner, Luttrop, Humpa, Zeiser, Wagner, Küppers, Kraus, Kohlers, Heiß, Brunnenmeier. - SCP: Eiteljörge - Menzel, Lungwitz, Kania, Bockisch, Drewes, Bente, Voß, Pohlschmidt, Lulka, Rummel. - Tore: 0:1 Pohlschmidt (35.), 1:1 Luttrop (51.), 2:1 Brunnenmeier (60.), 3:1 Kraus (80.). - Zuschauer: 34 000. - Schiedsrichter: Deutschel.| aus: weltfussball.de



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