Fr., 09.11.2018

Volleyball: Frauen-Bundesliga Von Schwerin nach Berlin: Beim VCO schlüpft der USC in die Favoritenrolle

Stopp, hier geht es nicht weiter: Liza Kastrup und Kazmiere Brown (r.) stoppen hier Schwerins Greta Szakmary – und wollen nun in Berlin den ersten Sieg.

Stopp, hier geht es nicht weiter: Liza Kastrup und Kazmiere Brown (r.) stoppen hier Schwerins Greta Szakmary – und wollen nun in Berlin den ersten Sieg. Foto: Sportfoto Albrecht

Münster - 

Die Vorzeichen sind gänzlich unterschiedlich. Nachdem der USC Münster an den ersten beiden Spieltagen gegen Pokalsieger Dresden und beim Meister Schwerin in der Außenseiterrolle war, ist er nun beim VC Olympia Berlin der Favorit – das klare Ziel: Die ersten drei Punkte der Saison sollen her.

Von Henner Henning

Das erste Mal in diesem Jahrtausend war der USC Münster live im Free-TV zu sehen. Und die Unabhängigen nutzten die Gelegenheit, um Werbung in eigener Sache zu betreiben. 70 000 Zuschauer im Schnitt verfolgten das 100. Duell der beiden Traditionsclubs bei Sport 1, in der Spitze saßen 140 000 Menschen vor dem Bildschirm und sahen einen couragierten Auftritt Münsters beim SSC Palmberg Schwerin. Einziger Haken: Im Klassiker gegen den Deutschen Meister blieb ein Erfolgserlebnis aus, obwohl bei der 1:3-Niederlage ein Punkt sicher möglich war.

„Münster hat es uns nicht leicht gemacht, hat mutig und aggressiv gespielt“, lobte SSC-Coach Felix Koslowski die Unabhängigen, die das Kompliment zur Kenntnis nahmen. Viel lieber aber hätten sie einen Zähler aus der Palmberg-Arena entführt und sich so belohnt. Anders als am ersten Spieltag gegen Pokalsieger Dresdner SC (1:3) war Münster von Beginn an hellwach und spielte aus seiner Außenseiterrolle mutig los.

Starke Blockarbeit

Dabei stellte der USC den Meister mit seinem Block vor erhebliche Probleme, 6:1 Punkte in diesem Element im ersten Abschnitt (am Ende stand die Statistik bei 10:4) sprechen eine klare Sprache. „Der Block war sehr gut. Aber wir können es sicher noch besser“, sagte USC-Trainer Teun Buijs, der seine Mannschaft auf dem richtigen Weg sieht. „Wir sind unterwegs, solche Spiele sind für uns wichtig.“

Besonders für die Youngster in seinem Team, wie etwa Lina Alsmeier, Liza Kastrup oder Luisa Keller, die allesamt ein berechtigtes Lob von ihrem Coach einheimsten. Oder auch für die amerikanische Mittelblockerin Kazmiere Brown, die sich immer noch im Eingewöhnungsprozess befindet, sich aber in Schwerin steigerte und auf fünf Blockpunkte kam. „Ich bin zufrieden mit dem Auftritt. Schade, dass wir keinen Punkt gewonnen haben. Das muss sich nun ändern“, sagte Buijs nach der Partie in Schwerin.

Angeschlagenes Trio fehlt weiter

Die Chance auf erste Zähler in der noch jungen Saison bietet sich schon am Freitag (18 Uhr), beim VCO Berlin ist ein Sieg fest eingeplant. Der Talentschuppen (Jahrgänge 2000/01) aus der Hauptstadt ist ebenfalls mit zwei Niederlagen gestartet, traf mit dem VfB Suhl (0:3) und SW Erfurt (1:3) allerdings auf zwei ganz andere Kaliber als die Unabhängigen. Wie schon nach dem Dresden-Spiel, als Münster im Anschluss im Pokal-Achtelfinale zum Zweitligisten VV Grimma musste und dort beim 3:0 souverän seine Pflicht erledigte, steht der USC vor einem erneuten Rollentausch. „Wir sind der Favorit, ganz klar. Unser Ziel ist es, das Spiel zu gewinnen und besser Volleyball zu spielen. Wir wollen unseren Prozess fortsetzen“, so Buijs.

Wie schon in Schwerin fehlt ihm im Sportforum erneut ein Trio. Dass Lena Vedder mit ihrer Sprunggelenksverletzung und die erkrankte Juliet Lohuis nicht nachreisen würden, war frühzeitig klar. Nun steht fest, dass auch Teresa Mersmann (krank) weiter passen muss. Zehn Spielerinnen bleiben Buijs damit – und die haben beim SSC bewiesen, dass sie eine schlagkräftige Einheit bilden können.



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