Fr., 09.11.2018

Federfußball: DM in Münster Die TG schickt acht Spieler in die Titelkämpfe in heimischer Halle

Hendrik Niederholz von der TG Münster qualifizierte sich im Einzel für die DM in eigener Halle.

Hendrik Niederholz von der TG Münster qualifizierte sich im Einzel für die DM in eigener Halle. Foto: Karsten-Thilo Raab

Münster - 

Es sieht spektakulär aus, erfordert eine hohe technische Klasse und eine Menge Physis: Federfußball ist ein komplexer Sport, den Deutschlands Beste am Wochenende in Münster vorführen und bei den Deutschen Meisterschaften um die Titel spielen. Auch Gastgeber TG hat dabei einige Eisen im Feuer.

Von Uwe Niemeyer

Federball – oder qualitativ gesteigert Badminton – kennt und kann wohl jeder. Fußball ebenfalls. Aber beides in Kombination? Wer neugierig geworden ist, kann sich am Samstag und Sonntag (10. und 11. November) jeweils ab 10 Uhr ein Bild davon machen. Und das gleich, wenn Könner am Werk sind – besser: Fuß an den Federball legen. Denn die TG Münster richtet im eigenen Sport- und Verwaltungszentrum an der Lotharingerstraße erstmals die Deutschen Meisterschaften im Doppel sowie im Einzel bei den Damen und Herren aus.

„Die Sportart ist körperlich sehr aufwendig, ist komplex von den Anforderungen her und sieht letztlich schon spektakulär aus. Man muss sich hochwuchten, Spannung aufbauen und schmettern. Das sieht einfach aus. Aber auch ich musste zu Beginn meiner Laufbahn umdenken“, gesteht Thomas Müntefering. „Im Vergleich zum Badminton, wo nur ein Rückschlag möglich ist, ist unser Sport variabler. Während im Einzel ein Akteur zwei Ballberührungen hat, sind im Doppel, hier spielen drei gegen drei, vier Kontakte erlaubt.“ Der Spartenvorsitzende – die Federballfußballer sind der TG-Badmintonabteilung angegliedert – weiß, wovon er spricht.

2005 holte Müntefering, damals noch Spieler des FC Hagen, bei der EM in Ungarn mit seiner Mannschaft die Bronzemedaille. 2007 erkämpfte er ebenfalls mit dem Team – damals als Spieler des FFC Hagen – Rang sieben bei der WM. Aber auch aktuell haben Müntefering und die TG zuletzt kräftig die Werbetrommel für die Titelkämpfe und für den Sport gerührt. „Mit dem Aufstieg hoffen wir, die Sportart in Münster ein wenig bekannter machen zu können“, so der Abteilungschef.

Kleine Regelkunde

Gespielt wird mit Fußballtechniken auf einem Badmintonfeld. Um mehr Druck auf den Ball zu bekommen, nutzen die Spieler flache Schuhe mit einer breiten Sohle. Da das Badmintonnetz eine Höhe von 1,65 Metern besitzt, müssen die Spieler den Fuß deutlich über die Netzkante bekommen, um den Ball mit Wucht ins gegnerische Feld kicken zu können. Um zu punkten, ist in der Regel ein Schmetterball notwendig. Wenn das Spielgerät den Boden berührt oder ins Aus geht, bekommt der Gegner einen Punkt. Um ein Spiel zu gewinnen, sind zwei Satzsiege notwendig. Ein Abschnitt geht über 21 Punkte, wobei der Sieger zwei Zähler Vorsprung haben muss. Bei engeren Abständen wird der Satz verlängert, bis eine Seite zwei Punkte mehr hat.

Denn vor wenigen Wochen und am Ende seiner ersten Saison in der 2. Federfußball-Bundesliga hatte Neuling TG Münster allen Grund zu jubeln. Das Team um den sechsfachen Nationalspieler Müntefering, Raphael Gardemann und Matthis Brandwitte sicherte sich beim Saisonfinale in Hagen als Meister den direkten Aufstieg in die Bundesliga. Darüber hinaus beendete die zweite Mannschaft der TG Münster die Spielzeit in der 2. Bundesliga auf dem siebten Tabellenplatz.

Qualifiziert für die Deutschen Meisterschaften sind jeweils die besten 16 der deutschen Einzelrangliste. Dazu gehört bei den Herren natürlich das Aufstiegs-Trio Müntefering, Brandwitte und Gardemann. Hinzu kommen Manuel Messing und Hendrik Niederholz sowie bei den Damen Birgit Woermann, Jana Hanschmann und Lea Ebeling – und somit gleich acht Spieler und Spielerinnen vom Gastgeber.

Titelkämpfe seit 1990

Seit 1990 werden die nationalen Titelkämpfe bereits ausgetragen. Zunächst nur im Mannschaftswettbewerb, seit 1994 auch im Einzel bei den Herren, vier Jahre später im Einzel bei den Damen sowie ab 2003 im Doppel. Entdeckt worden war das Rückschlagspiel in China und mit einem gerade einmal 15 Gramm schweren Sportgerät mit Gummifuß und vier halben Gänsefedern zunächst weiterentwickelt und schließlich beim Deutschen Turnfest vorgestellt worden. Am Samstag und Sonntag macht der spektakuläre Sport nun Station bei der TG in Münster.



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