Fußball: Oberliga
Nach 0:2 gegen Herne regiert in Gievenbeck der November-Blues

Münster -

Der 1. FC Gievenbeck schlittert immer tiefer in den Abstiegskampf der Oberliga. Gegen das Schlusslicht Westfalia Herne, das fußballerisch alles andere als furchteinflößend agierte, kassierte der Aufsteiger eine empfindliche 0:2-Heimschlappe.

Sonntag, 18.11.2018, 18:46 Uhr aktualisiert: 18.11.2018, 19:25 Uhr
Gievenbecks Julian Canisius (r.) im Zweikampf mit Hernes Bilal Abdullah.
Gievenbecks Julian Canisius (r.) im Zweikampf mit Hernes Bilal Abdullah. Foto: Wilfried Hiegemann

Der November-Blues hat den Aufsteiger im Griff. Auch das Duell gegen den Letzten Westfalia Herne verlor der 1. FC Gievenbeck, dessen dritte Niederlage nacheinander mit 0:2 (0:2) ausfiel und nach einem gänzlich unschönen Abtausch zustande kam. So fällt die Vorfreude aufs Freitag-Pokalspiel in Verl eher schwer – dabei sind zwei Busse gechartert und voll besetzt für die Partie beim Regionalligisten.

Mag sein, dass der Ausflug in den Köpfen schon eine Rolle spielte. Im achten Heimspiel war wenig wie zuvor. Das lag an den Gästen, das durfte so erwartet werden. Herne, erst einmal siegreich am 21. September, brachte sich leidenschaftlich, bissig, auch verbal aggressiv und mit spielerisch arg beschränkten Möglichkeiten ein. Trainer Christian Knappmann schrie pausenlos seine Marschroute auf den Platz und wurde von zwei Dutzend Gästefans unter den nur 162 Zuschauern angefeuert.

Der FCG erschrak unter dem Druck. Das frühe Attackieren der robusten Gäste behagte niemandem. Gerne schlug Westfalia-Innenverteidiger Felix Fuchs, der die Sechser nie ins Spiel einbezog, den Ball lang auf die rechte Bahn – in der Hoffnung, den zweiten Ball würde schon jemand erobern oder nur unsauber klären. Das passierte auch, und nach zwei Einwürfen fielen die Tore. Nach 13 Minuten bekam Nazzareno Ciccarelli Freiraum in der Zentrale zum 1:0, nach 31 Minuten dribbelte der enorm wuselige Tempomacher Kai Hatano in aller Ruhe, bis er die Lücke erspähte zum Treffer aus 16 Metern. Niemand störte ihn dabei.

Das war bezeichnend für die Verfassung der verunsicherten, ja ängstlichen Münsteraner, denen auch die bekannte Passspielqualität abhanden gekommen war. Dass es hitzig wurde, lag auch an der Spielleitung durch Lukas Sauer, der unsicher wirkte in der Beurteilung von Zweikämpfen.

Christian Keil vergab mit Pech direkt nach Wiederanpfiff. Bei Gievenbeck wuchs der Ballbesitz jetzt zwar zur Tugend gegen verteidigende Gäste, aber Wirkung erzeugte es nicht. Tristan Niemann spielte inzwischen ganz vorne und Theo Töller eine Position tiefer, auch kam Techniker Janes Niehoff. Dessen feines Anspiel soll Keil nach 66 Minuten im Abseits stehend angenommen haben – umstritten. Westfalias Roland Kapinga Muambay sah nach rüder Attacke von hinten in Nils Heubrocks Beine nur Gelb – die Auseinandersetzungen an der Linie schwappten fast über.

„Eigentlich hat uns hier nichts überrascht“, sagte FCG-Trainer Benjamin Heeke zur Gangart und zum Benehmen der Gäste. „Dass die keinen Fußball spielen, war klar. Mit ihrem Auftreten haben sie für pure Angst bei uns gesorgt. Es war keiner in der Lage, Paroli zu bieten.“ In keiner Phase habe der Ballführende „die Stabilität gefunden, die es braucht, um unser Spiel aufzuziehen“. FCG: Eschhaus – Heubrock, Teupen, Franke, Scherr – Niemann, Geisler (62. Niehoff), Altun, Canisius – Töller (83. Balz), Keil (71. Brüwer)

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