Motorsport: Autoslalom
Das Traumziel ist für Fabio Santillo vom MSC der Nürburgring

Münster -

Die jüngsten Erfolge von Fabio Santillo lesen sich schon beeindruckend. Doch die Titel des Jahres 2018 reichen dem aktuell hoffnungsvollsten Talent des MSC Münster noch nicht. Er will hoch hinaus, Ziel seiner Träume ist die VLN-Langstreckenmeisterschaft.

Dienstag, 20.11.2018, 14:28 Uhr aktualisiert: 21.11.2018, 11:00 Uhr
Fabio Santillo an seinem Lieblingsplatz: hinter dem Steuer. Der 17-Jährige will den Motorsport zu seinem Beruf machen.
Fabio Santillo an seinem Lieblingsplatz: hinter dem Steuer. Der 17-Jährige will den Motorsport zu seinem Beruf machen. Foto: Sehr

Auf der Kartbahn fuhr er schon, als er noch ganz klein war, erinnert sich Fabio Santillo. Dann kam ihm der Fußball in die Quere, und der Motor stand einige Jahre lang still. Doch mittlerweile hat er seine Liebe zum Rennsport wiederentdeckt. Der 17-Jährige fährt für den Motorsportclub Münster (MSC) regelmäßig große Erfolge ein – und das soll erst der Anfang sein.

Alles begann 2012, als ihn ein guter Freund überredete, es noch mal beim MSC zu versuchen, erzählt Santillo. Damals, mit gerade einmal elf Jahren, hatte er lange Zeit nicht mehr im Kart gesessen und verbrachte seine Zeit lieber beim Kicken. Doch schnell entdeckte er seine Begeisterung wieder. Seitdem trainiert er, so oft es geht – denn er will inzwischen einer der Besten hinter dem Lenkrad werden.

Dass Santillo ein Ausnahmetalent ist, beweisen seine jüngsten Saisonerfolge. Er wurde Erster Platz im Bundesendlauf und holte den Meistertitel bei den Deutschen Slalom-Junioren-Meisterschaften. Jeden Samstag trainiert er mit seinen Vereinskameraden und Jugendleiter Markus Dec, beinahe über den ganzen Tag erstrecken sich die Übungen. Dabei komme es nicht nur auf die Tipps des Trainers an, sagt der 17-Jährige, sondern auch darauf, sich auf das eigene Gefühl zu verlassen. „Man muss einiges einfach ausprobieren“, betont er. „Wie spät kann ich bremsen? Wie sehr kann ich beschleunigen? Vieles findet man selbst heraus.“

Mal sitzt Santillo im Auto, mal im Kart – aber künftig will er vor allem auf das größere Gefährt setzen, um weiter aufzusteigen und neue Rennserien zu bestreiten. Sich mit anderen Fahrern zu messen, ist für ihn das Höchste, sein Ehrgeiz ist immens: Santillo ist Wettkämpfer durch und durch. Kurz vor einem Rennen ist er ganz fokussiert, blickt nur auf den Boden. Dann verändert sich die Farbe auf der Ampel, Santillo hält die Drehzahl seines Wagens hoch. Schon zuvor, beim Probelauf, geht er über das Limit hinaus und testet die Grenzen des Kurses. „Ich kann konstant und im richtigen Moment meine Leistung abrufen. Ich liebe es, die Zeiten anderer zu unterbieten, alles zu geben“, sagt er. Angst vor einem Unfall hat er nicht, nur „Respekt vor dem, was natürlich theoretisch immer passieren“ kann.

Die Regeln

Beim Automobil-Slalom treten die Fahrer in einem Einzelzeitfahren gegeneinander an. Sie lenken ihren Wagen in möglichst schneller Zeit über eine festgelegte Strecke. Dabei gilt es, Pylonen zu umfahren, Pylonengassen zu durchqueren oder Wendepunkte einzuhalten. Stößt ein Fahrer eine der Pylonen um, werden Strafsekunden fällig. Die Slalomrennen finden beim Dachverband Deutscher Motor-Sport Bund (DMSB) statt.

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Gerade erst wurde er zum Deutschen Juniorenmeister gekürt, doch Santillo hat schon die nächsten Ziele im Blick. Für ihn steht fest: Er will den Motorsport zu seinem Beruf machen. Doch das ist nicht einfach. Die finanziellen Mittel fehlen. Sein größter Wunsch ist es, am BMW-Cup im kommenden Jahr teilzunehmen, einer prestigeträchtigen Serie auf Rennstrecken in ganz Deutschland. Schon 2017 bestritt er einen Sichtungslehrgang für den Cup und wurde prompt für eine Jugendförderung ausgewählt. Dennoch reichten die Mittel nicht: 13 000 Euro Startgebühr hätte er aufbringen missen. Zu viel für seine Familie. „Der Motorsport ist eng mit Geld verknüpft“, sagt er. „Nicht immer fahren die Besten vorn, sondern oft die, die den passenden finanziellen Hintergrund haben. Manche Fahrer kommen zu jedem Rennen mit einem neuen Kart. Das ist ein entscheidender Vorteil.“

Sein größter Wunsch: Irgendwann will er vom Autoslalom zur Rundstrecke wechseln und dann an der berühmten VLN-Langstreckenmeisterschaft, einer Breitensport-Serie auf dem Nürburgring, teilnehmen. Der nächste Schritt dorthin ist der BMW-Cup, zu dem es Santillo trotz der hohen Kosten unbedingt schaffen will. Dafür hat er bereits gemeinsam mit dem MSC-Vorsitzenden Rolf Krimpmann eine Bewerbungsmappe erstellt, um Sponsoren auf sich aufmerksam zu machen. Seinen Traum gibt Santillo nicht auf. Auch, wenn der Weg noch lang ist.

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