Do., 22.11.2018

Reiten: Westfälischer Reiterverein Brillante Bilanz: Turnier der Sieger besticht nicht nur durch Wespen

Hendrik Snoek (l.) und Michael Klimke (r.) ehrten die verdienten Jubilare im Reiterverein: Werner Hövelbernd (2.v.l.), Heinz Dieckhoff-Holsen, Leo Berendsen und Ferdinand Schwarze

Hendrik Snoek (l.) und Michael Klimke (r.) ehrten die verdienten Jubilare im Reiterverein: Werner Hövelbernd (2.v.l.), Heinz Dieckhoff-Holsen, Leo Berendsen und Ferdinand Schwarze Foto: Jürgen Peperhowe

Münster - 

Hendrik Snoek hat im Sattel und am Schreibtisch schon so manche Schlacht geschlagen. Der Mann könnte mit Kritik leben und umgehen, wenn es denn welche gäbe: Fehlanzeige jedoch bei der Jahreshauptversammlung der Westfälischen Reitervereins – alles tiptop im Sattel ...

Von Michael Schulte

60 Wespenstiche mussten verarztet werden, eine Zehn-Personen-Demo gegen den Reitsport wurde registriert, dazu galt es einen aufgebrachten Vater zu beruhigen, dessen Sohn auf der voll besetzten Tribüne nicht den nötigen Freiraum vorfand, um ungestört fotografieren zu können. Letztlich eine Bilanz, mit der die Verantwortlichen beim Turnier der Sieger (TdS) 2018 gut leben konnten. „Es war eines der besten Turniere überhaupt“, konstatierte Hendrik Snoek, als er am Mittwochabend bei der Jahreshauptversammlung des Westfälischen Reitervereins im Gräftenhof Bericht erstattete. „Wir haben tollen Sport gesehen, einen Besucherrekord verzeichnet und im FEI-Report eine hervorragende Bewertung erfahren.“

Dass sich der Weltreiterverband (FEI) die großen Turniere näher ansieht, ist neu. Rund 300 Fragen umfasst der Katalog, der von Reitern, Pflegern und Richtern, aber nicht vom Veranstalter ausgefüllt werden muss. Das Ergebnis für Münster: 85,5 Prozent bedeuten „exzellent“, als Schwachpunkte wurden die engen Plätze für Pferdetransporter und fehlende Wiesen, auf denen die Tiere grasen können, genannt. Für Snoek und sein Team die Bestätigung, dass sie beim Turnier der Sieger das meiste richtig machen. „Wir können ja schlecht den Prinzipalmarkt zum Abstellen der Pferdetransporter anbieten“, sieht Snoek in diesem Punkt wenig Verbesserungspotenzial.

Mit einem Etat von 1,3 Millionen Euro, davon 320 000 Euro Preisgeld, sei man am Ende der Fahnenstange angekommen. „Wir setzen Gastfreundschaft über Gewinngelder“, sagt Snoek und glaubt, mit der Devise, alle Kosten für die Reiter zu übernehmen, besser zu fahren. Das Turnier in Münster besitzt damit ein Alleinstellungsmerkmal, das bei den Aktiven bestens ankomme. Trotz aller Anstrengungen, den Etat durch großzügige Sponsoren zu decken, blieb dieses Mal ein Minus von 57 000 Euro, das der Präsident höchstpersönlich auf null stellte. Daher steht es um die Finanzen des Westfälischen Reitervereins gut, was von den Kassenprüfern bestätigt wurde.

Was die Mitgliederzahlen betrifft, so tritt der Verein auf der Stelle. Am 31. Dezember 2017 wurden 500 gezählt, am Mittwochabend exakt 501. Immerhin galt es 16 Neue zu begrüßen, was mit einem „herzlich willkommen“ und langem Beifall vorgenommen wurde. Einmal mehr galt es sechs Jubilare zu ehren, die dem Verein seit mehr als 25 (silberne Nadel) oder 50 Jahren (Gold) die Treue halten.

Mit der Ankündigung, dass die nächste Auflage des Turniers der Sieger 2019 vom 1. bis 4. August stattfinden wird, ging der Blick nach vorn. Mit einem Video, das die reitsportlichen Höhepunkte des abgelaufenen Jahres zusammenfasste, ging der Blick noch einmal zurück. Und mit dem Backschinken plus Sauerkraut ging schließlich der Blick auf die Teller, die es abschließend zu leeren galt.



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