Leichtathletik in Münster
LG Brillux und SC Preußen Münster im Spurt gegeneinander

Münster -

Der Disput zwischen LG Brillux Münster und der Fachabteilung im SC Preußen Münster währt, seitdem aus der ehemaligen LG Ratio zwei „Vereine“ hervorgingen. 2012 war das, 2014 ging die LG unter dem neuen Namenssponsor hervor. Beim SCP verzichtet man ab 2019 auf die Leistungssport-Sparte Leichtathletik, nun meldete sich der Großteil seiner Top-Athleten bei Bayer Leverkusen an. Und nun? Die Diskussionen sind voll entbrannt.

Montag, 03.12.2018, 19:36 Uhr aktualisiert: 04.12.2018, 16:26 Uhr
Achtung! und fertig, aber nicht los: Die münsterische Leichtathletik-Szene steht zurzeit vor großen Problemen.
Achtung! und fertig, aber nicht los: Die münsterische Leichtathletik-Szene steht zurzeit vor großen Problemen. Foto: Imago

Die Situation ist und bleibt vertrackt – und wird sich mittelfristig auch wohl nicht ändern: Nachdem sich ein Großteil der Top-Athleten des SC Preußen gegen einen Beitritt zum „Nachbarn“ LG Brillux Münster entschlossen hat (wir berichteten), und sich stattdessen vornehmlich dem TSV Bayer Leverkusen, dem Hamburger SV und der LG Olympia Dortmund anschließen wird, bleiben viele Fragen offen. Beispielsweise, wie und ob es mit dem Landesleistungsstützpunkt Münster weitergeht, wo besagte Athleten künftig trainieren werden (dürfen), und wie der durchaus geschätzte Leichtathletik-Standort Münster(land) gesichert werden kann. Die Meinungen und Erwartungen, das zeigt die Recherche unserer Zeitung, gehen immer noch weit auseinander.

►  Das Problem: Die „handelnden Personen“ in der Leichtathletik-Führungsebene des SC Preußen Münster und der LG Brillux Münster sind unfähig, aufeinander zuzugehen. Oder doch nicht? „Wir haben im Juli noch einem Gesprächsangebot des Verbandes zugestimmt, die Dinge auf sportlicher Ebene zu besprechen. Das Gespräch wurde vonseiten der LG Brillux abgelehnt. Warum, wissen wir bis heute nicht“, sagt Frank Bartschat, dass ein Kompromiss durchaus hätte gefunden werden können. „Diese Behauptung ist eine Frechheit“, sagte LG-Sportwart Jörg Riethues. Es sei ausschließlich um die Verabredung eines Sechs-Augen-Gesprächs zwischen Thomas Brack (SCP-Abteilungsleiter), Frank Bartschat und ihm gegangen. Als „reinen Egoismus, der zu Lasten der Athleten geht“, bezeichnete Riethues das Verhalten der Gegenseite, nachdem der Komplett-Wechsel feststand. Auch am Montag stand er zu dieser Aussage, für die ihm vom SCP mit rechtlichen Schritten gedroht worden sei. „Die Fronten waren und sind verhärtet, aber uns geht es in erster Linie um die Sache, das heißt, den Standort Münster mit seinen exzellenten Bedingungen zu erhalten“, bestätigt Funke.

►  Der Standort: Die künftigen Bayer-Leichtathleten werden zum Großteil, sagt Trainer Frank Bartschat, dem SC Preußen als Vereinsmitglieder erhalten bleiben und nehmen „nur“ das Startrecht des Werksclubs wahr. Erst einmal ist damit ein Schul- bzw. Studienplatzwechsel in der Wintersaison nicht nötig. „Klug ausgedacht“, sagt dazu der Leichtathletik-Sportwart des Westfälischen Leichtathletik-Verbandes, Hubert Funke. Und: „Zunächst einmal ist es schön, dass die Athleten weitgehend in NRW bleiben. Wir werden zumindest die Kader-Athleten unterstützen, sofern eine Nutzungsgebühr (wie beispielsweise in Dortmund) erhoben werden sollte“, sagt Funke, denn möglicherweise problematisch ist die Nutzung der ...

►  ... Trainingsstätten: Ob und inwiefern die Athleten die (Uni-eigenen) Sportanlagen am Horstmarer Landweg weiter nutzen dürfen, obwohl sie nicht mehr für einen münsterischen Verein starten, wird in Gesprächen zwischen Uni, der Stützpunktleitung und dem Verband in weiteren Gesprächen demnächst geklärt.

►  Die Stützpunktleitung bzw. der Stützpunkt: In dieser und der nächsten Woche wird der Leichtathletik-Ausschuss im FLVW beraten. Elke Bartschat bleibt Stützpunktleiterin, Frank Bartschat Stützpunkttrainer und es bleibe auch bei der Talentsichtung, -schulung und -förderung, betonte Funke. Er dementierte Anmerkungen des SCP, er habe der LG Brillux die Kompetenz eines stützpunkttragenden Vereins abgesprochen, verhehlte aber Nachholbedarf insbesondere in den Bereichen Sprung und Wurf nicht. „Es ist schwer, den SC Preußen Münster als stützpunkttragenden Verein zu halten, wenn er Leichtathletik erklärtermaßen nicht mehr als Leistungssport anbietet“. Riethues hingegen betonte, es ginge der LG Brillux Münster immer nur um die Trägerschaft des Stützpunktes, „und nie um dessen Leitung. Das haben wir in allen Gesprächen gesagt.“ In puncto Verbesserung der Disziplintrainings sagte er: „Das ist ja ein Prozess, der verfolgt werden muss. Das Konzept dazu steht.“ Es seien alle Vereine (insgesamt 104) im Bereich der Stützpunkt-Zuständigkeit involviert.

►  Die Lösung: Nicht in Sicht: „Der Wechsel der Athleten nach Leverkusen schadet der LG Brillux definitiv nicht, wir werden uns weiterentwickeln“, sagt Riethues. „Wir hatten ja eine Lösung präsentiert: Die Gründung einer neuen LG mit neuem Konzept und unter neuer Leitung. Das wurde abgelehnt“, betonte Bartschat. Aussage steht gegen Aussage. Schwer, zu verifizieren

https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/6233490?categorypath=%2F2%2F2669082%2F2670173%2F2686137%2F2686209%2F2686789%2F
Nachrichten-Ticker