Basketball: 2. Liga Pro B
Die Umstellungen fruchten – die WWU Baskets bezwingen Schwelm

Münster -

Die Serie hat gehalten: Zum fünften Mal nacheinander durften sich die WWU Baskets Münster nach den 40 Minuten als Sieger feiern lassen. Diesmal hatten die EN Baskets Schwelm das Nachsehen, auch weil eine taktische Änderung von Trainer Philipp Kappenstein nach der Pause Wirkung zeigte.

Sonntag, 09.12.2018, 14:10 Uhr aktualisiert: 09.12.2018, 20:32 Uhr
Drei gegen einen ist feige, Marco Porcher aber ist es egal. Der Münsteraner zieht gegen Schwelmer (v.l.) Felix Meyer-Tonndorf, Dario Fiorentino und Elias Desport erfolgreich zum Korb – und feiert mit seinem Team den fünften Sieg in Serie.
Drei gegen einen ist feige, Marco Porcher aber ist es egal. Der Münsteraner zieht gegen Schwelmer (v.l.) Felix Meyer-Tonndorf, Dario Fiorentino und Elias Desport erfolgreich zum Korb – und feiert mit seinem Team den fünften Sieg in Serie. Foto: fotoideen.com

Wie gut, wenn Trainer einen Plan haben und ihre Mannschaft in der Lage ist, den perfekt umzusetzen: Dass den WWU Baskets Münster zum Rückrundenstart in der 2. Liga Pro B mit dem 77:67 (35:44) gegen EN Baskets Schwelm der fünfte Sieg am Stück gelang, war zum Großteil dem gelungenen Coaching zu verdanken. Philipp Kappenstein und sein Assistent Atilla Göknil stellten zum dritten Viertel vieles um und die Truppe neu ein – dem nimmersatten Aufsteiger gelang eine erstaunliche Wende, die nicht nur Pessimisten kaum für möglich gehalten hatten.

Vor offiziell 1350 Zuschauern – gefühlt waren es mehr – tappte der Fünfte dem Sechsten aus dem Ennepe-Ruhr-Kreis zunächst in die Falle. Schwelm musste umstellen, weil der US-amerikanische Werfer Erik Durham verletzt fehlte. Und ging, angeführt vom Top-Spieler Niklas Geske im Aufbau, mit eher kleinen Akteuren aus der Zonenverteidigung heraus nach Ballgewinn sehr schnell ins Tempo.

Münsters Defensive fand nur schwer den Zugriff und ließ Fastbreakpunkte zu. Vorne sorgte Jan König mit zwei Dreiern immerhin dafür, dass Schwelm nicht enteilte. Aber Geske und Thomas Reuter dominierten auch im Zusammenspiel. Schwelm blockte sich wiederholt geschickt den Weg frei. Und auch der Ex-Münsteraner Marley Jean-Louis durfte frei stehend treffen.

Zu Pause sprach die Tendenz für die nur neunköpfig angerückten Gäste um Coach Falk Möller. Zumal aus dem ohnehin ersatzgeschwächten WWU-Kader auch Leo Padberg ausschied, den Rückenschmerzen plagten. Kappensteins Rotationsmöglichkeiten schrumpften. „Wir mussten was ändern und haben auf eher kleine Spieler gesetzt, die besser verteidigen und den Gegner müde machen sollten“, beschrieb der Coach.

Mit der Maßnahme, den ohnehin agilen Routinier Andrej König von außen abzuziehen und gegen Reuter zu stellen, fand Münster mehr als nur einen Ansatz. Der älteste WWU-Akteur avancierte in seinen 32 Spielminuten zum Faktor, auch wenn er richtig ackern musste und physisch an die Grenzen kam. „Was war ich froh, wenn ich mal kurz durchschnaufen durfte“, sagte der 31-Jährige, der auch zum Korb zog, zweitbester Werfer wurde und alle sechs Freiwürfe souverän setzte. Mit 20:7 ging das dritte Viertel an die Aufgeweckten, die viertelübergreifend mit drei Dreiern von Jan König (2) und Alex Goolsby zum 61:51 für Schwelmer Frust sorgten. Jan König ragte auch defensiv heraus, während Schwelms permanent geforderter Geske der Dauerbelastung Tribut zollte und auch verwarf. „Wir wussten, dass wir mit der Kulisse im Rücken das Ding drehen können“, spielte Kappenstein auf den emotionalen Doppelpass an. Den Akteuren kostet es viel Kraft, immer wieder Feuer zu entfachen. „Ja, wir müssen zwischen den Jahren unbedingt ein paar freie Tage einlegen. Wir sind mental am Limit, denn wir investieren ungemein viel.“ Punkte: J. König (18/4), A. König (16/2), Delpeche (13), Cooper (9), Goolsby (9/1), Porcher (6), Weß (4), Padberg (2)

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