Di., 11.12.2018

Außerordentliche Versammlung des 1. FC Gievenbeck Kredit soll das Defizit ausgleichen

Beim 1. FC Gievenbeck hat sich ein Defizit aufgetan, das der Vorstand durch einen Kredit ausgleichen möchte.

Beim 1. FC Gievenbeck hat sich ein Defizit aufgetan, das der Vorstand durch einen Kredit ausgleichen möchte. Foto: Kay Böckling

Münster-Gievenbeck - 

Ein unerwartetes Defizit von 109 000 Euro aus den letzten Jahren macht aus Sicht der Vereinsführung einen einmaligen Schritt notwendig: ein Kreditangebot der Sparkasse Münsterland-Ost anzunehmen

Von Thomas Austermann

Der Vorstand des 1. FC Gievenbeck ist per Votum einer außerordentlichen Mitgliederversammlung dazu autorisiert worden, „zur Umschuldung kurzfristiger Verbindlichkeiten und zur Ablösung von Darlehnsverbindlichkeiten“ ein Kreditangebot der Sparkasse Münsterland-Ost anzunehmen. Ein unerwartetes Defizit von 109 000 Euro aus den letzten Jahren macht aus Sicht der Vereinsführung diesen Schritt notwendig – die Umfinanzierung reduziere die Jahresbelastung und sichere die Liquidität.

51 Stimmberechtigte diskutierten phasenweise leidenschaftlich wie in großer Sorge den Vorstandsantrag, den der kaufmännische Leiter Jens Mecklenborg im Beisein des Sportlichen Leiters Alexander Tehler erläuterte. Zur Verwunderung und Missbilligung der Versammlung waren weder der erste Vorsitzende Jörg Rüsing noch der zweite Vorsitzende Stefan Becker anwesend. Beide sollen beruflich verhindert gewesen sein. Das Vorstandsquartett amtiert seit März 2016 in dieser Konstellation.

Bei vier Gegenstimmen und sechs Enthaltungen wurde der Umschuldungsplan angenommen. Er besagt laut Mecklenborg die Aufnahme eine Darlehns in Höhe von 240 000 Euro. Bis Ende 2028 soll der Posten bei festem Zinssatz – ohne Sondertilgung – auf den Betrag von 127 000 Euro abgetragen werden, die abzuzahlen in den Jahren danach angestrebt werde. Pro Jahr reduziere sich dank der jetzt zu fixierenden Vereinbarung für den Verein die Finanzierungslast von 65 000 Euro auf 25 000 Euro. „Wir glauben, dass der FCG damit auf sicheren Füßen steht“, so Mecklenborg.

Die Versammlung diskutierte ausführlich die Fragen, wie es zu dieser Umschuldungsnotwendigkeit kommen könne. Zumal im Antrag auch von einem bisher augenscheinlich unbekannten Privatkredit in Höhe von 70 000 Euro die Rede war, der gleichfalls zu bedienen sei.

Der Vorschlag des bis 2016 amtierenden kaufmännischen Leiters Uwe Peppenhorst, FCG-Ehrenmitglied seit dem Wechsel im Vorstand, dem Antrag erst „nach Vorlage exakter Zahlen“ abzustimmen, fand keine Mehrheit. Peppenhorst verwies auf den unter ihm und Ex-Vorstand Alois Lutz noch gültigen Plan, nach dem der FCG die Kredite bis Ende 2020 komplett abgelöst hätte. Und er fragte auch: „Gibt uns die neue Vereinbarung die Sicherheit, dass wir nicht in zwei Jahren wieder diskutieren müssen?“

Erhebliche Mindereinnahmen im Bereich der so genannten Gastronomie, worunter auch die Vermietung der vereinseigenen Halle für diverse Veranstaltungen erfasst wird, belasteten laut Mecklenborg den Club. Peppenhorst gab an, der FCG habe hieraus bis zum Jahr 2015 noch „einen Gewinn zwischen 80 000 und 120 000 Euro jährlich“ gezogen. Nun seien, so Mecklenborg, dem Club einige Veranstaltungen weggebrochen. Für 2019 sehe es wieder besser aus.

Die Stadt Münster stellte, so Mecklenborg, dem FCG eine Rückforderung in Höhe von 36 000 Euro zu – sie teilte mit, in 2016 und 2017 eine „Überzahlung“ im Bereich Betriebs- und Personalkostenzuschuss geleistet zu haben. Auf unsere Anfrage sagte Sportamtsleiter Michael Willnath: „Es gibt den Bescheid, aber ebenso die Aufforderung an den FCG, sich dazu zu äußern. Wir wollen eine Aufklärung.“



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