Boxen
Boxzentrum Münster plant Oberliga-Team für 2019

Münster -

Das Boxzentrum Münster verpasste bei den Deutschen Meisterschaften der Elite in Mühlhausen ein Medaille. Im kommenden Jahr soll die Titel und Medaillenbilanz aufgefrischt werden, zudem ein Team in der Oberliga erstmals gemeldet werden. Einer kehrt dabei in den Trainerstab federführend zurück-

Dienstag, 11.12.2018, 16:48 Uhr aktualisiert: 12.12.2018, 16:14 Uhr
Nach der DM ist vor dem Wettkampfjahr 2019: Naziri Piraki (rotes Dress) könnte zu den Profis wechseln.
Nach der DM ist vor dem Wettkampfjahr 2019: Naziri Piraki (rotes Dress) könnte zu den Profis wechseln. Foto: Peter Leßmann

Eigentlich hatte man beim Boxzentrum Münster zum Jahresabschluss bei den Deutschen Meisterschaften mit Edelmetall gerechnet. Doch der Vizemeister im Schwergewicht (bis 91 kg) von 2017, Patrick Walfort, wie auch auch Mittelgewichtler Naziri Piraki (bis 75 kg) blieben medaillenlos. „Die Leistungen der Athleten stimmten, die Ergebnisse nicht“, sagte Cheftrainer Prof. Forid Vatanparast in seiner Analyse.

Die von Hamdi Yilderim in Mühlhausen betreuten Athleten hatten dabei mit unterschiedlichen Problemen zu kämpfen. Walfort, der schwere Junge aus Ahaus, machte die im Vorjahr bei der DM gebrochene Hand mehr zu schaffen, als er sich eingestehen wollte. Das behinderte ihn die gesamte Saison. Piraki verlor dagegen im Viertelfinale gegen den 20 Jahre alten Kevin Boayke-Schumann (Hamburg Giants) mit 0:5-Richterstimmen. Das Trainerteam vom Boxzentrum sah den Ausgang sowohl vor Ort wie auch nach dem Videostudium anders. „Dem Urteil kann man nicht zustimmen“, sagte Vatanparast. Boayke-Schumann gilt als großes Talent und ist bereits im deutschen Nationalkader, er wurde später Dritter. Piraki war raus. Als einziger Münsteraner holte sich am Ende Tarik Ibrahim im Fliegengewicht (bis 52 kg) für den BC Münster 23 den Titel.

Die Vorbereitung der beiden Athleten vom Boxzentrum sei sehr gut gewesen, Walfort dürfte trotz des Achtelfinal-Aus ein gewichtiges Wörtchen in der Klasse bis 91 kg mitreden. Vatanparast, der im kommenden Jahr wieder mehr als Trainer tätig sein will, sagt: „Patrick ist auf einem guten Weg.“

Für der 24-Jährigen sollen 2019 eine Reihe von internationalen Kämpfen folgen, er gehört zum Kandidatenkreis für die Teilnahme an Olympischen Spielen 2020 in Tokio. Polen, Russland und Schweden bieten sich nun mit Turnieren an, nach Irland pflegt das Boxzentrum zudem einen besonders guten Draht, Walfort soll im Ausland die nächsten Schritte machen. Außerdem ist ein Lehrgang der Münsteraner Topathleten in Portugal geplant. „Wir verändern unsere Struktur und wollen im kommenden Jahr wieder mehr Titel holen, so wie 2016 oder 2017“, sagt Vatanparast. Dass das Boxzentrum den Status als Bundesstützpunkt Nachwuchs abgibt und „nur“ noch Landesleistungsstützpunkt mit besonderem Interesse ist, trifft die Verantwortlichen aktuell nicht. Man fördere weiter Hochleistungssport, Trainerstellen müssten nicht eingespart werden, alles okay, erklärt Vatanparast.

Naziri Piraki dürfte dabei mit einem Wechsel zu den Profis liebäugeln, das ist eine Perspektive für die nächsten Jahre für ihn. Nach Abbas Baraou, der für den Sauerland-Boxstall kämpft und unlängst Deutscher Meister wurde, sowie Sahan Aybay (Moers), der drei Jahre im hiesigen Stützpunkt trainierte, haben zwei ehemalige Athleten aus der Trainingsgruppe in Münster den Sprung zu den Profis gewagt und geschafft. Für Piraki, einen unterhaltsamen und aggressiven Mittelgewichtler, interessieren sich zwei Profi-Boxställe.

Während am 17. März die Vorrunde zur Westfalenmeisterschaft der Elite im Boxzentrum ausgetragen wird sowie ein internationaler Kampftag oder Länderkampf folgen soll, laufen im Hintergrund die Planungen zur Teilnahme am Oberliga-Betrieb. „Damit beschäftigen wir uns schon seit längerer Zeit“, sagt Boxzentrum-Vorsitzender Dr. Ulrich Thelen. Und, so Thelen weiter: „Jetzt könnten wir alle Gewichtsklassen mit eigenen Kämpfern besetzen. Wir wollen Münster mit Veranstaltungen etwas zurückgeben und zeigen, wie sich unser Leistungszentrum entwickelt.“ Beim Oberliga-Team soll für eine Zusammenarbeit mit dem Lokalrivalen BC 23 alle Türen geöffnet sein.

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