Basketball: 2. Liga Pro B
Spektakel im Tollhaus Berg Fidel – die Baskets ringen Iserlohn 77:76 nieder

Münster -

Was für ein Spektakel, was für eine Dramatik: Die WWU Baskets haben vor der Rekordkulisse von 2750 Zuschauern in einem wahren Krimi die Iserlohn Kangaroos mit 77:76 niedergerungen. Jojo Cooper behielt Sekunden vor dem Ende die Nerven und verwandelte die Halle Berg Fidel in ein Tollhaus.

Sonntag, 06.01.2019, 19:38 Uhr aktualisiert: 06.01.2019, 19:57 Uhr
Kommt ein Center geflogen: Malcolm Delpeche punktet bei Münster 77:76-Sieg per Dunking spektakulär, Iserlohns Joshua Dahmen (M.) schaut staunend zu.
Kommt ein Center geflogen: Malcolm Delpeche punktet bei Münster 77:76-Sieg per Dunking spektakulär, Iserlohns Joshua Dahmen (M.) schaut staunend zu. Foto: Peter Leßmann

Münsters immer größer werdende Korbjäger-Clique schraubt an neuen Maßstäben: Zur besten Kaffeezeit am Sonntagnachmittag gab es kein friedliches Kaffekränzchen, sondern ein bisweilen wildes Basketballspiel in der 2. Liga Pro B. Vor sage und schreibe 2750 Zuschauern! Und die Rekordkulisse feierte im Berg Fidel nach einem vollends furiosen Finish das hauchdünne 77:76 (42:39) der WWU Baskets Münster über die Iserlohn Kangaroos.

Siegtreffer in den Schlusssekunden

Das Treffen am Dreikönigstag schreibt den Baskets das nächste Kapitel ins ohnehin schon mit Dramen gefüllte Saisonbuch. 32 Sekunden vor Schluss führten die Sauerländer mit 76:75 und warfen alle Karten weg – nach Fehlpass ins Aus blieben Münster 10,7 Sekunden. Aufbau-Ass Jojo Cooper ließ die Zeit bis auf zwei Sekunden runterlaufen, suchte sich den Freiraum, sprang ab und traf zum siebten Heimsieg im achten Heimspiel. Das Tollhaus tobte. Mittendrin feierte der komplette Drittliga-Fußballerkader des SC Preußen Münster mit Sportchef Malte Metzelder an der Spitze. Die ausgelaugten Baskets-Spieler klatschen jeden ab, der eine nasse Hand haben wollte.

„Die Rivalität ist da und wurde absolut im Rahmen ausgelebt“, sagte Trainer Philipp Kappenstein zur wechselvollen Darbietung, die seine erste Fünf kontrollierte vor der Pause. „Wir hätten sicher höher führen müssen“, fand der Coach, der aber ins Schwitzen kam. „Am Ende ist es ein extrem wichtiger Sieg für uns, denn in dieser Liga wird einem rein gar nichts geschenkt. Und wir müssen also alles tun, um zu punkten.“

Hart und effektiv zur Pausenführung

Kappenstein beorderte Jan König als ersten „Malocher“ ins Duell mit Iserlohn-Center Jozo Brkic und stellte Malcom Delpeche gegen den wendigen Powerforward Lamar Mallory. Der Baskets-Kapitän Jan König ging defensiv beispielhaft voran, zehn Rebounds waren der Topwert. Überhaupt agierte Münster zunächst hart und effektiv gegen Ball und Mann. Milos Stankovic, der gerade zum Iserlohner Chefcoach berufene Serbe, kam kaum zur Ruhe am Rande. Ein 7:0-Lauf seiner Truppe, die einige wirkungsvollere „kleine“ Spieler aufbot, verhinderte ein Weglaufen der Baskets, die einen nur knappen Vorsprung in die Pause retteten.

Wilde zweite Hälfte

Danach ging es bisweilen wild ab. Die Angriffe wurden wenig wirkungsvoll durchgezogen, Einzelaktionen endeten im Nichts. Kai Hänig gab sein Comeback für sechs Minuten, aber er muss sich erst wieder akklimatisieren. Cooper, Delpeche, Jan und Andrej König trugen die Hauptlasten im immer umkämpfteren Duell. Ins letzte Viertel schleppte Münster einen Fünf-Punkte-Rückstand, traf dann aber in Serie und lebte offensiv nun von Coopers Aktionen.

Anfangs übertrieb es der US-Boy mit Zauberpässen und brachte seinen Coach auf die Palme, jetzt aber fand er unter Druck zur selbstbewussten Dominanz und Treffsicherheit. Auch sein scharfer Pass auf Delpeche zu dessen 68:66 war eine Augenweide.

Weil Iserlohn dran blieb und auch unterm Korb nun verwertete, gipfelte die Partie im Showdown. Der Dreier von Kangaroos-Aufbau Ruben Dahmen zum 76:75 aber sollte eben nicht das letzte Wort gewesen sein. Dies gehörte den Baskets. „Man merkte, dass uns Trainingseinheiten fehlen. Und daher der Rhythmus“, sagte Jan König. „Dank unseres großen Zusammenhalts haben wir es durchgezogen.“

Punkte:  Cooper (20 Punkte/1 Dreier), J. König (16/2), A. König (14/2), Delpeche (9), Porcher (8), Padberg (6), Hänig, Weß (je 2)

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