Triathlon
Tri Finish zieht Damen-Team zurück und verzichtet auf Bundesliga-Rennen

Münster -

Zwei Meldungen aus der Triathlon-Branche lassen aufhorchen. Tri Finish Münster zieht seine Frauen-Mannschaft aus der 2. Bundesliga zurück. Und beim Sparda-Münster-City-Triathlon gibt es künftig kein Rennen der Eliteklasse mehr.

Montag, 07.01.2019, 17:08 Uhr aktualisiert: 07.01.2019, 17:58 Uhr
Fester Bestandteil des Frauen-Kaders in der Regionalliga: Linda Schücker
Fester Bestandteil des Frauen-Kaders in der Regionalliga: Linda Schücker Foto: Jürgen Peperhowe

„Der eine wartet, dass die Zeit sich wandelt, der andere packt sie an und handelt.“ Vielleicht stand dieses Zitat den Bundesliga-Mädels von Tri Finish Münster Pate, als sie unlängst in medias res gingen. Der Tenor: endlich wieder gute Ergebnisse liefern und nicht länger der letzte Rest vom Schützenfest sein. Das war im Triathlon-Unterhaus in den vergangenen beiden Jahren der Fall, als Münster ums sportliche Überleben kämpfte. Geschichte – in der kommenden Saison geht die erste Mannschaft in der Regionalliga an den Start. Rückzug, aus freiem Willen. Die Männer halten in Zukunft also in Liga eins und zwei die Fahnen im ganz großen Sport hoch.

„Klar ist da immer ein lachendes und weinendes Auge dabei“, sagt Tobias Heide. Er trainiert die Ausdauer-Crew zusammen mit Lisa Lins seit 2018. „Aber wir mussten erkennen, dass wir zu wenig leistungsorientierte Aktive hier aus Münster haben“, sagt Heide – und gibt zu bedenken: „Sich immer nur mit externen Kräften zu bestücken, kann zu einem Identifikationsproblem führen.“ Das scheint eines der Hauptargumente für den überraschenden Verzicht zu sein. Finanzielle Aspekte weniger – in den Planungen von Sponsor Weicon fand die 2. Liga Berücksichtigung. Gespart wird künftig dennoch, in Liga vier stehen dieses Jahr mit Hagen, Harsewinkel, Hennef, Sassenberg und Rheine fünf Rennen mit überschaubarem Anreiseaufwand im Kalender. „Sonst sind wir mitunter quer durch Deutschland gereist für eine Stunde harte Arbeit“, wirft Heide ein.

Ziel ist es, ein solides Damen-Team aufzubauen. „Es ist nicht ausgeschlossen, dass wir uns in zwei, drei Jahren wieder in Richtung Aufstieg orientieren“, wagt der Trainer einen Blick in die Glaskugel. Neben Rückkehrerin Linda Schücker gehören Insa Rechter, Annika Grahl und Kristin Hemmers erstmal zum Aufgebot. Lisa Ellmers hat es beruflich nach Leipzig verschlagen. Ab und an verstärkt werden dürfte die erste Crew durch die eigene zweite Garde, die in der Oberliga zu Hause ist. Ein vorzüglicher Unterbau. „Ich denke, das war die richtige Entscheidung. Wir bringen jetzt eine Menge Potenzial mit, um in der neuen Liga eine gute Rolle zu spielen“, glaubt Heide. Saisonauftakt ist am 26. Mai.

Begeisterung fehlt

Die Erfolgsgeschichte des Sparda-Münster-City-Triathlons könnte Bücher füllen. Die Premiere des Bundesliga-Rennens 2017 kam einem Ritterschlag gleich. Von der Deutschen Triathlon-Union wurden die Organisatoren mit Lob überschüttet. Vizepräsident und Supervisor Rainer Jung ließ sich sogar wie folgt zitieren: „Ein geiles Rennen mit Weltcup-Format.“

Nachdem sich auch 2018 die Top-Cracks am Hafenbecken die Ehre gegeben hatten, glaubten alle an einen Selbstläufer. Denkste! In diesem Jahr macht die Eliteklasse einen Bogen um Münster. Nicht, weil sie es will. Nein, Münster verzichtet von sich auf diesen Höhepunkt. „Wir sind gefragt worden, das stimmt. Mit Bedauern muss ich aber sagen, dass im Verein bei einigen aus dem Organisationsteam die Begeisterung fehlte, das Event noch mal auf die Beine zu stellen.“ Das sagt Kassierer Martin Epkenhans, der sich inzwischen aus dem Kreis der Mitwirkenden zurückgezogen hat. Genau wie Daniel Mehring, den es beruflich nach Wien verschlagen hat.

Epkenhans konzentriert sich künftig zusammen mit Geschäftsführer Wolfgang „Wolle“ Verhoeven und Athlet Yannic Stollenwerk vornehmlich auf die Betreuung der beiden Bundesliga-Mannschaften – und setzt so Prioritäten.

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