Basketball: 2. Liga Pro B
WWU Baskets liefern beste Sonntagsunterhaltung

Münster -

Die Frage ist langsam: Was ist bemerkenswerter? Die stetig wachsende Fangemeinde, die die WWU Baskets zum Berg Fidel locken? Oder die 18 Punkte, die den Aufsteiger in einer engen 2. Liga Pro B auf Platz drei befördert haben? Der Sonntag stand jedenfalls im Zeichen eines Rekords.

Montag, 07.01.2019, 17:58 Uhr aktualisiert: 08.01.2019, 16:50 Uhr
Vor der Rekordkulisse von 2750 Zuschauern sorgten die WWU Baskets mit dem 77:76-Erfolg gegen Iserlohn für beste Sonntagsunterhaltung.
Vor der Rekordkulisse von 2750 Zuschauern sorgten die WWU Baskets mit dem 77:76-Erfolg gegen Iserlohn für beste Sonntagsunterhaltung. Foto: Peter Leßmann

Eine Punktlandung hatte Helge Stuckenholz am Sonntag hingelegt. Trotz des starken Schneefalls in den südlichen Gefilden und der somit länger dauernden Rückfahrt kehrte der Manager der WWU Baskets Münster pünktlich aus dem Skiurlaub zurück. Einmal kurz umziehen und ab zur Halle. Was ihn dort erwartete, verschlug ihm schon vor dem Hochball die Sprache. 2750 (!) Zuschauer hatten sich auf den Weg gemacht, um das Spitzenspiel zwischen den Baskets und den Iserlohn Kangaroos zu verfolgen – und sie sollten ihr Kommen nicht bereuen.

Denn auch die Mannschaft von Trainer Philipp Kappenstein sorgte für eine Punktlandung. Jojo Cooper versenkte wenige Augenblicke vor der Schlusssirene den letzten Wurf zum 77:76 und rundete damit die kurzweilige Sonntagsunterhaltung ab. „Wenn man vorher ein Drehbuch hätte schreiben wollen, wäre dieses Ende sicher zu kitschig gewesen“, sagt Stuckenholz, der in der Auszeit vor Coopers Siegtreffer in die Augen des Schützen geblickt und dessen Überzeugung erkannt hatte. „Man konnte sehen, dass Jojo den Ball reinmachen würde.“

Der amerikanische Aufbau bestätigte damit eindrucksvoll das Ergebnis der Wahl zum Pro-B-Spieler des Monats Dezember, die Münsters Spielgestalter für sich entschied. Seine Statistiken mit 12,9 Punkten, 7,2 Assists, 6,8 Rebounds und 2,7 Steals im Schnitt sind beeindruckend, der 23-Jährige überzeugt auf Anhieb bei seiner ersten Station in Europa. Der finale Korb gegen Iserlohn war ein weiterer Beweis. „Wir hatten in den vergangenen Jahren keinen Buzzer-Beater-Sieg. Da war es mal an der Zeit, zumal wir es in Wedel zweimal auf der Kelle hatten“, sagt Kappenstein mit dem Rückblick auf die letzte Partie vor Weihnachten, die der Aufsteiger beim Tabellenführer SC Rist Wedel nach Verlängerung verloren hatte.

Mit dem Erfolg gegen die Sauerländer schraubte der Tabellendritte aus Münster seine Heimbilanz auf 7:1 hoch – der zweitbeste Wert nach dem Spitzenreiter (7:0). Ein Faktor für die Stärke am Berg Fidel ist die Unterstützung des Publikums. 1649 Zuschauern (Platz eins im Ranking der kompletten Pro B) kommen im Schnitt zu den Begegnungen der Baskets, die gelernt haben, diesen Support auch anzunehmen. Im Pokal-Finale gegen Ibbenbüren zum Ende der Vorsaison vor 2200 Besuchern war der Gastgeber „ein wenig gehemmt und nervös“, so Kappenstein. „Doch mittlerweile hilft es uns sehr. Die Kulisse und die Lautstärke sind beeindruckend. Wir haben uns akklimatisiert und versuchen immer, die Halle auf die Füße zu bringen. Es ist eine gute Verbindung zwischen Team und Zuschauern, das gibt uns ein paar Extraprozente. Es ist bestimmt nicht angenehm, momentan hier gegen uns zu spielen“, sagt der Coach.

Das Selbstvertrauen wächst weiter, abheben aber wird keiner in dieser engen Liga, in der nur drei Siege den Ersten vom Zehnten trennen. „Die Tabelle lässt jeden von uns mit wachen Augen durch die Gegend gehen“, weiß auch Stuckenholz die Situation realistisch einzuschätzen. Die Ausgangslage aber ist sieben Spiele vor dem Ende der Hauptrunde richtig gut, der Sieg gegen Iserlohn verschafft den Baskets im Kampf um die Playoff-Plätze Luft. Auch dank der jüngsten Punktlandung.

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