Fr., 11.01.2019

Reiten: K+K-Cup Nienberge-Schonebeck rockt die Kür und führt bei der Bauernolympiade

Wie an der Schnur gezogen: Der RV St. Georg Saerbeck überzeugte in der voll besetzten Halle Münsterland in der Kür und ist vorerst Zweiter.

Wie an der Schnur gezogen: Der RV St. Georg Saerbeck überzeugte in der voll besetzten Halle Münsterland in der Kür und ist vorerst Zweiter. Foto: Jürgen Peperhowe

Münster - 

Was war das bitte für ein Abend: Die Mannschaftskür im Wettkampf um die Wanderstandarte hielt wieder das, was sie im Vorfeld versprochen hat. Tolle Auftritte im Viereck, begeisternde Stimmung und mit dem RFV Nienberge-Schonebeck eine Equipe, die das Publikum von den Sitzen riss.

Von Michael Schulte und Henner Henning

Es gibt diese Momente, da ist selbst der gestandene Westfale nicht mehr zu halten. Da kann die Reitlehrerin abwinken, da kann der Kommentator um Ruhe bitten, es hilft alles nichts. Die Zuschauer haben sich nun mal in den Kopf gesetzt, der laufenden Kür mit rhythmischem Klatschen ihre Aufwartung zu machen. Zu früh, weil die drei Damen und der junge Mann noch nicht auf der Zielgeraden sind.

Aber egal, die Besucher lassen sich in ihrer Begeisterung nicht mehr bremsen und klatschen unentwegt weiter. Und weil das letztlich auch noch nicht reicht, erheben sich die Fans von den Plätzen und zollen damit der Mannschaft des RV Nienberge-Schonebeck ihren allergrößten Respekt. Und weil nun mal eine ausverkaufte Halle Münsterland nicht irren kann, ziehen die Sechs aus der Richtertruppe mit.

3000 Besucher in der Halle

Gleich fünfmal leuchtet die Traumnote „10,0“ auf. Mehr geht nicht. Und es bedeutet für das Team von Angelika Geßmann: Sieg in der Mannschaftskür und nach der zweiten Teildisziplin Führung im Kampf um die Wanderstandarte der Stadt Münster. Glücklich strahlen Melanie Geßmann, Maya Wilhelmer, Tim Scheunemann und Marie Krimpmann; sie reiten auf der Siegerstraße.

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Wenn man euch so sieht, dann bekommt man feuchte Hände.

Moderator Martin Plewa zu den Reitern des RV Nienberge-Schonebeck, die für ihre Kür fünfmal die 10,0 erhalten haben

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Fotostrecke: K+K-Cup 2019: Wettkampf um die Wanderstandarte

 

Früher war es Spaß, danach Spektakel, aber längst ist es Sport. Richtig guter Sport, auch wenn es „nur“ eine A-Dressur ist. Liebevoll und keinesfalls despektierlich wird die Prüfung Bauernolympiade genannt, die seit Jahren verlässlich mehr als 3000 Besucher in die große Halle lockt. Für die Aktiven aus der ländlichen Reiterei ist ein Start bei diesem Event der Höhepunkt der Karriere, den jeder einmal erleben möchte. Also wird zuvor fleißig trainiert, gepflegt ausgebildet und alles gegeben. Was im Übrigen für alle zwölf Teams gilt, die am Donnerstagabend die Massen begeistern. Denn gut sind sie wirklich alle, nur ein Team überragt.

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Es lief in der Vorbereitung leider nicht optimal für uns. Dafür hat der Kür-Abend entschädigt.

Carmen Ohmen, Mannschaftsführerin des RV Albachten

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Abrechnung am Samstag

Angelika Geßmann kommentiert den Auftritt ihres Quartetts voller Zufriedenheit. „Das ist fantastisch. Dieses Gefühl kann man nicht beschreiben. Das ist wie im Traum.“ Der Husarenritt der Schonebecker bedeutet nun nicht automatisch, dass sie sich den Karl-Geßmann-Gedächtnispreis gesichert haben. Denn nach Pflicht und Kür kommt noch das Springen am Samstag, das schon manches Mal die Reihenfolge kräftig durcheinandergewirbelt hat. Insofern kann noch einiges passieren.

„Erst am Samstag wird abgerechnet“, sagt Tanja Alfers, Mannschaftsführerin vom Abonnementsieger Gustav Rau Westbevern, die die Hoffnung auf die Titelverteidigung noch nicht aufgegeben hat. Der Rekordchampion, derzeit Dritter, hat schon im vergangenen Jahr seine Aufholjagd erfolgreich beendet.

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Ich bin erleichtert und glücklich. Wir können echt zufrieden sein mit dem Tag.

Henrike Sommer, Mannschaftsführerin des RV St. Hubertus Wolbeck

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Fotostrecke: Wettkampf um die Wanderstandarte 2019 - die Teams

 

Nienberge-Schonebeck ist also gewarnt, zumal mit dem RV St. Georg Saerbeck ein weiterer Hochkaräter als Zweiter ebenfalls noch Ambitionen hat. Melanie Ottmann: „Das Schönste ist, dass wir mit diesem Ergebnis nicht gerechnet haben.“

Ebenfalls positiv überrascht war der RFV Münster-Sprakel, der wie im Vorjahr im Viereck überzeugte – sowohl am Nachmittag als auch am Abend. Auch das Team aus Münsters Norden bekam in der Schlussphase seines Auftritts Szenenapplaus. „Das war gigantisch“, sagte Mannschaftsführerin Bettina Kappelhoff. Und das traf auf den gesamten Abend zu.

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